Donnerstag, 24. Mai 2018

Bilder


Gefühle und Gedanken sind wie Wolken
Sie verweilen einen Moment
ziehen vorüber
und verhüllen gelegentlich den klaren Blick

Aber im Gegensatz zu den Wolken
ändern sie zwischendurch die Richtung
und sorgen damit
manchmal für Irritation

Es lässt sich üben
Beides wertfrei sogar staunend
zu beobachten
und sogar ihr faszinierendes Spiel zu genießen

Denn auch Gedanken und Gefühle
malen fantasiereiche Bilder
an den Himmel der Seele
in denen man versinken kann

Es einfach zulassen können
es geschehen lassen
ist die hohe Kunst die es
jeden Tag aufs Neue zu erlernen gilt

Mittwoch, 23. Mai 2018

Keine Selbstverständlichkeit


Es ist keine Selbstverständlichkeit
einen Menschen wie dich
in meinem Leben zu haben
und lieben zu dürfen

Es ist keine Selbstverständlichkeit
mit so viel Geduld und liebevoller Aufmerksamkeit
Einfühlungsvermögen
gesehen und behandelt zu werden wie von dir

Es ist keine Selbstverständlichkeit
dass ich mich jeden Tag auf dich freuen kann
auf deine Stimme dein Lachen
deine Klugscheißerei

Deshalb ist auch jede Veränderung
in unserem Miteinander
wie ein frischer Wind
der Routine und Gewohnheit unmöglich macht

Manchmal bist du mir ein Rätsel
das nicht lösbar erscheint
mich aber dennoch mit Glück erfüllt
weil es sich mir immer wieder stellt

Und gerade in den dunkelsten Momenten
bist du immer wieder ein helles Licht
das mich erdet ins Gleichgewicht bringt
entgegen jeder alten Erwartung

Dafür nur Danke zu sagen erscheint mir zu wenig
obwohl Dank im Verbund mit Liebe
das höchste reinste und schönste Gefühl ist
das ich dir schenken kann an jedem Tag



Dienstag, 22. Mai 2018

Veränderung

Veränderung geht immer
mit Ungewissheit einher
und mit dem Schmerz des Abschiedes
von liebgewonnenen Gewohnheiten

Und manchmal weiß ich nicht
ob Veränderung gut oder schlecht ist
oder doch nur
etwas gesetzmäßig Unausweichliches
im Laufe der Entwicklung

Aber immer dann wenn ich glaube
ich hätte mich daran gewöhnt
geschehen Veränderungen
die mir aufzeigen
wo meine Lernaufgaben liegen

Gewohnheiten loszulassen
in der Gewissheit
dass es nur Gutes nach sich zieht
oder auch zu akzeptieren dass meine Sichtweise
nicht das Maß aller Dinge ist

Jedenfalls ist Veränderung
auch immer Entwicklung
und damit genau das
was ich in meinem Leben haben möchte




Montag, 21. Mai 2018

Ein neuer Tag auf allen Wegen


Mit Frohsinn und mit leichten Sinnen
lass uns den neuen Tag beginnen
Nicht länger haften an der Schwere
und schauen was das Leben lehre

Lass nur noch Freude uns verspüren
sie uns im Innersten berühren
und folgen unsern wahren Zielen
wohin auch immer sie uns führen

Bin schon gespannt auf all das Neue
an dem ich mich zutiefst erfreue
Von Herzen gern es mit dir teile
In deiner Liebe ich verweile

Gemeinsam Schönes wir vollbringen
Dabei wir uns zu Garnichts zwingen
Wir lassen einfach es geschehen
Nie hab ich Schöneres gesehen

Bin dir in Liebe tief verbunden
Von Herzen froh dass ich gefunden
in dir mein liebstes Gegenstück
Zum Alten will ich nicht zurück

Mit dir erlebe ich Ergänzung
und niemals mehr eine Begrenzung
Stattdessen Wahrheit und Verstehen
weil wir den Weg gemeinsam gehen

Sonntag, 20. Mai 2018

Vom Umgang mit Erfolg

Vor Kurzem habe ich darüber geschrieben, woran Erfolg sich für mich bemisst. Und ich erfreue mich sehr daran, dass ich in den vergangenen Monaten so viele Erfolgserlebnisse gehabt habe und auch weiterhin habe. 

Ganz unvermittelt öffnen sich überall Türen für mich: Verlage interessieren sich plötzlich für meine Manuskripte, ein Onlinemagazin druckt meine Artikel, ich werde mit Lob überhäuft und lerne durch die literarische Zusammenarbeit neue, wunderbare Menschen kennen. 

Noch vor einem Jahr sah das alles völlig anders aus: "Grenzgänger" wurde von allen Verlagen abgelehnt und wirklich zündende Ideen für neue Buchprojekte (von Lyrik einmal abgesehen) wollten sich ebenfalls nicht einstellen. Aber mit einem Mal ist mein Leben in Bewegung und neue, ungeahnte Möglichkeiten, mich als Schriftsteller zu betätigen, tun sich auf. 

Ich fühle mich, so wunderbar es sich auch anfühlt, dadurch im Moment ein wenig überfordert. Auch wenn ich mich in der Vergangenheit immer nach Veränderung gesehnt habe und danach, ein wirklicher Schriftsteller sein zu können, kommt das alles doch sehr plötzlich. 

Ich sprühe vor Ideen, bin im Umgang mit anderen Menschen voller Selbstvertrauen und bin mir der Qualität dessen, was ich an Texten verfasse, sehr bewusst. Ja, ich bin sogar regelrecht stolz auf das, was ich erschaffe und erreiche! Auch das ist ungewohnt; war ich mir doch noch bei "Grenzgänger" nicht wirklich sicher, ob ich tatsächlich literarisches Talent besitze. 

Warum also bin ich momentan so verunsichert, anstatt mich an meinem Erfolg zu erfreuen und meine Kreativität und ihre Unbeschwertheit einfach zu genießen? Mich an Veränderungen zu gewöhnen, seien sie noch so positiv, ist mir noch nie leicht gefallen. Ganz unwillkürlich stellt sich das Gefühl ein, irgendwann unvermittelt aus einem schönen Traum zu erwachen, und wieder der unsichere, an Depressionen leidende und einsame Mensch zu sein, der ich noch vor gut einem Jahr gewesen bin. 

Dabei ist mir durchaus bewusst, dass meine Befürchtungen vollkommen irrational und lediglich Überreste meiner Vergangenheit sind. Dennoch ist meine gegenwärtige Gefühlslage überaus real. 

Veränderungen benötigen Zeit, um wirklich Wurzeln schlagen zu können. Das gilt insbesondere dann,  wenn sie so umfassend und nahezu radikal sind, wie bei mir. Erst neulich bekam ich von einer guten Freundin die Rückmeldung, ich sei ein völlig anderer Mensch geworden und wie schön es sei, mich so zu sehen. 

Dieses wunderschöne Kompliment (Danke, Ute!) zeigt mir, dass Außen- und Eigenwahrnehmung inzwischen völlig übereinstimmen und, dass ich inzwischen auch mit mir selbst, im Gegensatz zu früher, nahezu übereinstimme. Aus diesem Grund stellen sich auch die zahlreichen Erfolge ein, die ich nun fast täglich erlebe.

Ich glaube, dass hier mal wieder eine Tugend gefragt ist, mit der ich mich schon immer schwer getan habe: Geduld! Geduld und Gelassenheit mit mir selbst zu haben und zu entwickeln, ist also eine weitere Lernaufgabe, die mir das Leben in den unterschiedlichsten Konstellationen stellt und weiterhin stellen wird, bis ich sie verinnerlicht habe. Danke dafür!

Donnerstag, 17. Mai 2018

Urlaub

Urlaub, was ist das? Es ist schon ein sehr eigenartiges und ungewohntes Gefühl für mich, nach einem dreiviertel Jahr voller Projekte, an denen ich fast täglich gearbeitet habe, bewusst eine längere Pause einzulegen. Nachdem sich nun endlich "Grenzgänger"  in kompetenten verlegerischen Händen befindet und mein neuestes Projekt "Mein Genesungsweg" von einer lieben Freundin gegengelesen wird, habe ich erst einmal nichts mehr zu tun! Keine Artikel zu schreiben, keine weiteren Texte für Anthologien.... Sehr eigenartig!

Durchgehend kreativ zu sein, ist Arbeit, auch wenn sie Freude bereitet und kein mühseliges Geschäft ist. Als mir gestern bewusst wurde, dass momentan keine Arbeit auf mich wartet, bin ich in ein Loch gefallen. Ich fühlte mich "leergeschrieben" und wusste nicht, wie ich damit umgehen soll. Auch wenn ich in den vergangenen Monaten immer mal wieder einen Tag Pause eingelegt hatte, wusste ich doch, dass ich mich jederzeit wieder an meinen Computer setzten kann, wenn mir danach ist, und einfach weiterarbeiten kann. Und das ist jetzt anders!

Wenn ich ehrlich bin, dann merke ich schon seit Tagen, dass ich innerlich erschöpft und ausgelaugt bin, soviel Freude mir die letzten Projekte auch bereitet haben. Vorgestern und gestern hätte ich vom Gefühl her den ganzen Tag im Bett verbringen können. Ich war quängelig, unzufrieden und gereizt, was ich von mir schon längst nicht mehr gewohnt bin. Denn normalerweise geht es mir seit nahezu einem Jahr durchgängig gut. Es hat sich in meinem Leben unglaublich viel zum Guten hin verändert. Keine Depressionen und Ängste mehr, ich habe die Liebe meines Lebens gefunden und erstmals spürbaren Erfolg als Schriftsteller. 

Aber habe ich mir die Zeit genommen, das alles wirklich zu verarbeiten? Offen gestanden: Nein! Zeitweilig waren Euphorie und Freude über meine Entwicklung so groß, dass ich meine innere Stimme, die mich immer wieder zur Ruhe gemahnte, geflissentlich ignoriert habe; mit dem Ergebnis, dass ich nun Urlaubsreif bin. Ein wenig schäme ich mich sogar dafür, habe ich doch so oft über Achtsamkeit gesprochen und geschrieben und es selbst nicht befolgt. 

Um Urlaub zu machen, muss ich nicht verreisen. Stattdessen werde ich es mir zuhause gemütlich machen: Musik hören, mal wieder ein Buch lesen und ganz bewusst "lustvoll verwahrlosen". Vielleicht können meine Liebste und ich auch etwas mehr Zeit gemeinsam verbringen mit schönen Spaziergängen, faul auf dem Sofa liegend und einen Film schauend, usw. 

Es ist mein erster Urlaub seit Jahren und ich muss mich erst daran gewöhnen, bewusst "nichts" zu tun. Aber es wird mir guttun, bewusst zu entspannen und meinem Verstand, meiner Seele und meinem Körper eine Auszeit zu gönnen. Darauf freue ich mich!