Dienstag, 26. Februar 2013

Etwas

Wie bescheibt man etwas, wofür man keine Worte hat?
Nur ein unbestimmtes, verschwommenes Gefühl
von Aufruhr, Unzufriedenheit und drängendem Wunsch...
Etwas fehlt, verdrängt und unterdrückt
von Angst, Unsicherheit- verschoben ins Chaos des Unbewussten.
Es lässt sich nicht benennen und ist doch gegenwärtig,
macht ratlos, zornig, traurig...
Jemand hat einmal gesagt:
Der rote Faden ist da, wo es nicht klappt
und ich glaube, dass es darum geht
diesem Unbestimmten nachzugehen, auf die Spur zu kommen
und es beim Namen nennen zu können.
Es ist eine große innere Unruhe,
die mich nicht loslässt und verfolgt-
mich nicht durchatmen lässt
und mir den inneren Frieden konsequent verweigert.
Mein Leben ist voller Rätsel und unvollendeter Dinge,
die sich in keine Konvention, keine Ideologie fügen lassen.
Und eigentlich bin ich mein eigenes ungelöstes Rätsel,
hineingeworfen in eine komplexe
und bisweilen verstörend unlogische Welt,
der es an Gewissen und Gerechtigkeit mangelt.
Und immer wieder kapituliert mein Verstand
an diesem Mysterium namens Leben.

Samstag, 23. Februar 2013

Freiheit

Seit Jahrzehnten hat mich eigentlich
immer nur Eines interessiert: Meine Freiheit!
Ich habe lange danach suchen müssen
und die Frage klären, was genau dieser Begriff
für mich eigentlich bedeutet.
Lange Jahre war ich ein Gefangener
meiner Vergangenheit-verstrickt in einem Netz
aus ungelöster Schuld und unbewältigten Konflikten-
gefesselt an Erinnerung und vermeintliches Schicksal.
Ich hatte Angst davor, mich davon zu lösen,
wusste ich doch nicht, was es ersetzen könnte
und womit ich die angstvolle Leere füllen sollte.
Was und wer wäre ich ohne meine Vergangenheit,
ohne die Sicherheit der Gewissheit,
versagt zu haben, gescheitert zu sein?
Selbstfindung und Freisein bedeutet
zu dem zu stehen, was ist und was war,
es als Unabänderlich zu akzeptieren
und trotzdem ohne Furcht im Hier und Jetzt zu leben.
Nach Vorne zu schauen und das Morgen
ohne Vorbehalt zu begrüßen!

Freitag, 22. Februar 2013

Wortsinn

Es gibt den schönen Satz: "Wer schreibt, der bleibt!"
Und darin liegt für mich viel Weisheit,
denn wer seinen Gedanken Ausdruck verleiht,
gerät nicht in Vergessenheit,
sondern gewinnt an Kontur, bleibt in Erinnerung.
Wer schreibt, schafft sich einen Raum,
den Andere betreten können und dürfen,
an dem sie teilhaben und in Austausch kommen.
Das geschriebene Wort ist mächtig.
Es kann zerstören, es kann heilen,
es kann Brücken bauen und einreißen.
Und so sollte man
seine Worte sorgfältig und mit Bedacht wählen,
sich ihres Sinns, ihrer Bedeutung bewußt sein,
denn "was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben."
Ich habe unbändige Freude daran
Gebäude und Räume aus Worten zu schaffen,
sie auszuschmücken und ihre klaren Linien zu betonen.
Aber manchmal setzte auch ich
einen falschen Stein, der die Harmonie
aus dem Gleichgewicht bringt.
Man möge es mir verzeihen,
denn als Mensch bin ich fehlbar
und weit von der Perfektion entfernt, die ich mir wünsche.



Donnerstag, 21. Februar 2013

Vergangenheitsbewältigung

Immer wieder ertappe ich mich dabei
Erinnerungen, Bilder aus der Vergangenheit heraufzubeschwören-
und ich weiß nicht einmal, warum.
Und jedes Mal bin ich aufs Neue darin gefangen,
ohne Abstand, ohne neuen Blickwinkel und ohne wesentlichen Sinn.
Das wiederholte Erleben traumatischer Erfahrungen
ist jedes Mal neue Selbstbestrafung für Dinge,
die ich nicht ungeschehen machen kann
und deren Unrecht von ihren Verursachern nie erkannt werden wird.
Ich bin mein Leben lang davon gezeichnet und geprägt
und habe zwei Jahrzehnte damit verbracht
nach Erklärung und Erlösung zu suchen- ohne wirkliches Ergebnis.
Also kann nur ich mir selber und den Anderen die Absolution erteilen,
das Vergangene endgültig hinter mir lassen
und meine Kräfte und Erfahrungen bündeln, um nach Vorne zu blicken.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Fragen zur Perspektive

Schon länger trage ich mich mit dem Gedanken, meine Biografie aufzuschreiben. Nicht so sehr als eine Aneinanderreihung von Ereignissen und Erlebtem, sondern eher als eine Suche nach "dem roten Faden" und vielleicht mit dem Ergebnis einer mehr oder minder endgültigen Aufarbeitung des Geschehenen.
Wenn sogenannte "prominente Persönlichkeiten" ihre Autobiografie schreiben (oder schreiben lassen), dann hat das wenig mit Aufarbeitung zu tun, sondern ist eher der verzweifelte Versuch, die eigene Bedeutsamkeit und Einzigartigkeit herauszustellen und für Nachwelt und Ewigkeit festzuschreiben. Sie befriedigen damit einerseits ihre maßlose persönliche Eitelkeit und andererseits natürlich auch das Bedürfnis der Menschen nach exklusiver Enthüllung von angeblich pikanten und bisher verborgenen Details aus dem Leben des "Prominenten". Dabei spielen der Aspekt der literarischen Qualität und der tatsächliche qualitative Erkenntnisgewinn für den Lesenden bestenfalls eine untergeordnete Rolle.
Und genau bei diesen beiden wesentlichen Merkmalen für ein gutes oder sogar sehr gutes Buch beginnen die eigentlichen Probleme. Eine Biografie ist immer wesentlich mehr als die Abfolge bestimmter Ereignisse oder die subjektive  Einordnung in das aktuelle Zeitgeschehen. Im Idealfall ist sie ein Dokument des persönlichen Reifungsprozesses und sowohl Ideengeber, als auch Deutungshilfe für das eigene Leben.
Daraus ergibt sich einerseits eine große Verantwortung für den Schreibenden und andererseits eine schwierige und lang andauernde Suche nach Erzählperspektive und sowohl szenischer als auch inhaltlicher Auswahl.
Auch das persönliche Verhältnis zum eigenen Leben und Handeln spielt eine wichtige Rolle bei diesem Unterfangen: Habe ich genügend Abstand zu den Ereignissen, von denen ich erzählen möchte, oder neige ich dazu, unnötig und voller Selbstmitleid zu dramatisieren? Gelingt es mir, aus meinen Erlebnissen und bewusst subjektiven Gedanken etwas Wertvolles und vielleicht sogar Allgemeingültiges herauszufiltern? Und zu guterletzt: Erachte ich meine eigene Geschichte mit all ihren Brüchen, ihrem Scheitern tatsächlich als wirklich erzählenswert und interessant für andere Menschen?
Ich brauche Zeit für diese Fragen und brauche Zeit, um sie adäquat und aufrichtig beantworten zu können.


Montag, 18. Februar 2013

Aus gegebenem Anlass

Wenn der zügellose, ungehemmte Raubtierkapitalismus sein hässliches Gesicht zeigt
dann schreien alle Gutmenschen empört auf und fordern einen Boykott des Bösewichts.
Die Politik entdeckt ihr Gewissen wieder ("Wo hast du nur so lange gesteckt?"),
fordert schonungslose Aufklärung und gibt sich betroffen...
Allerdings werden dabei zu gerne ein paar Dinge vergessen:
Wer hat die Bedingungen für diese ungebremste Entfaltung der Gier,
der Menschenverachtung, der Ausbeutung erst geschaffen?
Wer trägt die Verantwortung dafür, dass Menschen auf billigste Preise angewiesen sind?
Wie gerne würde ich nachhaltig und fair produzierte Waren kaufen
und regionale Produzenten mit meinem Geld unterstützen!
Aber so zynisch es auch klingt: Dieses Gewissen kann ich mir nicht leisten!
Ich kann es mir nicht erlauben, beim Einkauf ethische Überlegungen anzustellen,
bevor ich mit schmalem Budget die alltäglichen Notwendigkeiten erstehe!
Und so wie mir ergeht es Millionen anderer Menschen auch,
die auf billigste Ware angewiesen und gezwungen sind,
nach Berthold Brechts Zitat: "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral!" zu überleben!
Deshalb ist es scheinheilig und widerlich, wenn moralresistente
und der Lebenswirklichkeit entfremdete Marionetten von Banken und Wirtschaft so tun,
als läge ihnen etwas an der Veränderung der Zustände!
Linke werden als naiv und wirklichkeitsfremd verlacht und verspottet,
wenn sie eine radikale Veränderung des bestehenden Systems fordern.
Aber in Wirklichkeit sind sie die Einzigen die erkannt haben,
dass der wiederauferstandene ungezügelte Kapitalismus der Gründerzeit
mit seiner Missachtung von Menschenrechten und Menschenwürde
dringend gebändigt werden muss!






Donnerstag, 14. Februar 2013

Zeit

Erst allmählich wird mir bewusst,
welch kostbares Gut Zeit ist
und wieviel ich davon bereits vergeudet habe.
Vielleicht muss ich sogar aufpassen
dass sie mir nicht knapp wird
denn soviel ist noch zu tun
und unendlich viele Ideen
warten darauf, ins Leben zu kommen.
"Ich nehme mir Zeit!"
ist ein schöner Begriff
der zu mehr Gelassenheit
aber auch Bewusstsein aufruft
mit ihr sorgsam und genussvoll umzugehen.
Ich möchte keine Zeit mehr verschwenden
mit Dingen und Menschen,
die sie mir nur stehlen
aber nicht schenken-
vor Allem nicht mit Menschen,
die sie nur vergeuden mit leerem Geschwätz
und noch mehr sinnleerem Konsum.
Bei ihnen kann ich mir Zeit sparen-
für die Dinge, die wirklich wichtig sind.

Mittwoch, 13. Februar 2013

Gelassenheit

Depressiven Menschen wird nachgesagt,
sie seien ungeduldig und könnten sich nur schwer
mit dem status quo abfinden.
Und oft stelle ich  fest,
dass ich tatsächlich und immer wieder
schon längst gefällte und nur schwer zu revidierende
Entscheidungen missmutig und kräftezehrend infrage stelle.
Was hätte nicht alles sein können, wenn nicht...
oder wenn ich statt dessen...
Alles Fragen ohne ein tatsächliches Ende
und gänzlich ohne helfende Begrenzung,
die mich vom Eigentlichen ablenken und
mich davon abhalten, frei nach vorne zu blicken.
Welch befreiende Gelassenheit könnte
mein Leben ausmachen und welch innere Ruhe
hätten mein Leben und ich
ohne diese sich wiederholende Qual
des nichtigen Nachtrauerns.
Die Hoffnungen und Möglichkeiten liegen
im Blick nach vorne
und nicht in gestrigen und nostalgisch verklärten Träumen.
Würde ich alle versäumten Chancen, hochtrabenden Pläne
und geplatzte Träume zusammensammeln,
dann hätte ich einen großen Scheiterhaufen,
auf dem ich all das und mein vergangenes Ich
dem Vergessen überantworten könnte.
Aber all das ist Teil meines Lebens,
hat mich geprägt und sollte vielleicht
mit liebevoller Distanz betrachtet werden.

Montag, 11. Februar 2013

Geschwister

Gechwisterliebe wird oft unterschätzt
denn schließlich kann man sich ja
seine Verwandtschaft nicht aussuchen.
Und ich glaube,
dass oft die gemeinsamen Eltern
das einzig Verbindende sind.
Man geht verschiedene Wege
und begegnet dem Anderen
mit gleichgültiger Ignoranz.
Aber wenn das Gemeinsame
größer ist als das Trennende
und das gemeinsam und ähnlich Erlebte
zu einem festen Band
von Zugehörigkeit, gegenseitigem Respekt,
ja Zuneigung wird, entgegen allen Widrigkeiten-
dann wird etwas geschaffen
das stärker als Vieles ist.
Und ich bin glücklich,
das erfahren zu dürfen.

Sonntag, 10. Februar 2013

Möglicherweise

Ich bin ein alter, kranker Sack und habe im Stillen
schon lange die Hoffnung aufgegeben
noch einmal wirkliche Liebe zu erfahren.
Auch wenn es immer heißt: Die Hoffnung stirbt zuletzt,
habe ich genau sie eigentlich schon längst zu Grabe getragen.
Denn welcher Mensch lässt sich schon
sehenden Auges auf einen Mann ein,
der weder soziale Sicherheit,
noch die üblichen Klischees von
"ohne Altlasten" und "mit beiden Beinen im Leben stehend" zu bieten hat?
Im Übrigen: Stehe ich nur mit einem Bein im Leben? Oder mit einem halben?
Und welcher Mensch ist schon ohne Altlasten?
Für mich ist es eine Frage des Bewusstseins,
ob man sich der Komplexität der eigenen Biografie gegenwärtig ist
und damit auch ihrer dunkleren Kapitel.
Also suche ich womöglich einfach
an der falschen Stelle nach dem richtigen Menschen...

Samstag, 9. Februar 2013

Glücks-Momente

Vor langer Zeit habe ich
mal ein Gedicht geschrieben, das so begann:
"Da sind Momente voller Glück,
so unverfälscht und rein,
dass du dir wünscht,
so möcht' es immer sein
und weißt genau, dass sie nicht dauern
und Zeit, sie schreitet nie zurück..."
Ich weiß nicht mehr
in welcher Stimmung ich damals war
aber die Frage nach dem Glück,
nach Leichtigkeit und Unbeschwertheit,
sie ist noch immer da
und treibt mich voran.
Obwohl die Frage
nach der Quintessenz,
nach dem, was Glück im Wesentlichen bedeutet
für mich nicht zu beantworten ist,
lasse ich mich nicht davon abhalten,
weiter danach zu suchen...


Freitag, 8. Februar 2013

Perspektive

Es macht mich nachdenklich
wenn sich Ironie, Sarkasmus und Zynismus
unbemerkt, klammheimlich in mein Leben schleichen
und eine gläserne Wand errichten
die niemand sieht, aber alle spüren.
Sehend stösst man sich an ihr
und weiß nicht, was geschehen ist.
Man möchte, aber kann nicht zueinander.
Es macht mich nachdenklich,
dass vielleicht noch immer
tief vergraben und unwillkürlich
die Angst vor Nähe
mein Handeln und Denken bestimmt.
Gewohnheitsmäßig werden alle Zuwendungen
und liebevolle Aufmerksamkeit
gegen alle Sehnsucht abgewendet
und durch augenscheinliche
und aufgesetzte Abgeklärtheit ersetzt.
Es macht mich nachdenklich,
diese scharfen und selbstverletzenden Waffen
noch immer einsetzen zu müssen
auch wenn sie als Stilmittel
und zum Herumexperimentieren
mit verschiedenen Perspektiven
durchaus ihren Reiz haben.




Donnerstag, 7. Februar 2013

Helau...oder so ähnlich

Karneval- die Zeit von roten Nasen
und von komischen Menschen in noch komischeren Kostümen
die sich bereitwillig und weit entfernt von jeglicher Form der Selbstironie
einmal im Jahr zum Honk machen.
Jedes Jahr ein probates Brechmittel:
Aufgesetzte Heiterkeit bei unterirdischen Witzen
und nur unzureichend verdeckte Wahlkampfhilfe für die Etablierten.
Und selbst im einundzwanzigsten Jahrhundert noch "Herrensitzungen",
wo der Vergleich mit "Herrenmenschen" leider allzu nahe liegt...
Bis zum Erbrechen wird getuscht und geschunkelt,
das sich die Balken und Mägen biegen
wohl in dem Bewusstsein: Zu Karneval werden
die Grenzen des guten Geschmacks mehrheitstauglich aufgehoben.
Und der Spießer jubelt, denn er darf seine Beschränktheit, sein Verklemmtsein
einfach vergessen und seine heimliche Lust am Exzess einmal ausleben...
Und am Aschermittwoch wird alles wieder zusammengepackt,
die Heiterkeit verschwindet aus den Gesichtern
wie ein geplatzter Ballon
und alles schleppt sich wieder
in den Irrsinn des Alltags.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Gedankensplitter

Manchmal kommen Erinnerungen
-wie aus dunklem Nebel-
an die Oberfläche meines Verstandes
so düster und klar wie am Tag ihrer Entstehung.
Und wieder fühle ich mich gefangen
im Dickicht des Erinnerns ohne Distanz-
nur das diesmal nicht ich im Mittelpunkt stehe
sondern die Menschen
vor denen ich auf der Flucht war
deren Gefühle ich verletzt und dann gemieden habe...
Wie ein Getriebener mit einem einzigen klaren Gedanken:
FLUCHT!
bin ich feige getürmt- überwältigt von Angst und Scham.
Habe mich versteckt, auf meine Instinkte reduziert wie ein Raubtier-
nur überleben und nicht an das Morgen denken!
Habe mit Gewalt verdrängt,
dass ich mich schuldig fühle
und doch flackert das Bewusstsein immer wieder auf
nur um mit aller Kraft
wieder nach unten gezwungen zu werden...
Und irgendwie ist es doch ein Wendepunkt:
Ich möchte nie wieder
ein Getriebener sein!




Montag, 4. Februar 2013

Fragen...

Wenn mich jemand bittet, auf den Punkt zu kommen, wieviel Platz gibt es dann dort?
Wenn es jemandem die Sprache verschlägt, darf ich ihn dann fragen, wohin?
Wenn jemand sagt, er sei verwirrt, darf ich ihn dann entwirren?
Wenn jemand behauptet, etwas sei Sprachlich nicht auf der Höhe, darf ich dann fragen, wo es ist?
Was ist das Gegenteil von Spitzfindig?
Wenn jemand sagt, er sehe in etwas keinen Sinn, liegt das dann an den Augen?
Wenn jemand keine Worte findet, wo muss er dann suchen?
Warum heißt es statt "Fragen über Fragen" nicht "Fragen unter Fragen"?
Wenn jemand einen wertvollen Rat gibt, was müssen die Anderen dafür bezahlen?
Welche Position muss ich einnehmen, damit jemand auf mich zählen kann?
Wenn jemand sich in seinem Erfolg sonnt, was passiert dann bei bedecktem Himmel?
Auf welchem Weg gelangt man auf die Höhe der Zeit?
Warum gibt es nie eine Wegbeschreibung, wenn jemand darauf drängt, zum Ende zu kommen?
Wenn etwas fortgesetzt wird, wo ist es dann?

to be continued...


Sonntag, 3. Februar 2013

Reflektion

Vor vielen Jahren
hat mir ein kluger Mensch mal gesagt,
dass die Konturen eines Menschen
umso schärfer werden, je mehr er
seine Gefühle nach außen sichtbar macht.
Im ersten Moment erschien mir das
als eine äußerst schwere Aufgabe,
denn meine bisherige Erfahrung hatte mich gelehrt,
dass nur die Anpassung und Unterordnung an die Welt-
das Ja- Nicht- Auffallen eine sichere Existenz ermöglicht.
Dass meine Depressionen und das latente Gefühl
des Nicht Dazu Gehörens genau aus dieser Haltung gespeist wurden,
ist mir erst sehr viel später bewusst geworden.
Und ich habe gemerkt, wieviel Kraft und Mut es benötigt,
eben diese Kontur zu zeigen und es gelingt mir
längst nicht immer, so konsequent zu sein.
Aber trotzdem spüre ich
es war die richtige Entscheidung
auch wenn sich immer wieder an meinen Kanten
die Spreu vom Weizen trennt.
Ich weiß, ich bin komplex und manchmal
vielleicht auch unerträglich für meine Mitmenschen.
Aber ich bin ein Übender
der sich manchmal nur schwer in diesem Kosmos
des menschlichen Miteinander zurecht findet.


Samstag, 2. Februar 2013

Darf man das?

Darf ich als freier, selbstbestimmter Mensch
mit meinen Aussagen provozieren und polarisieren?
Darf ich meinen Gefühlen, meiner Wut
Ausdruck verleihen
ohne ein jedes Wort
einen jeden Gedanken
kritisch auf der Goldwaage des Angepasstseins zu hinterfragen?
Ich jedenfalls bin froh und dankbar
das benennen zu können, was mich quält und umtreibt
anstatt das es mich innerlich zermürbt und auffrisst.
Viele Jahre habe ich geschwiegen
habe ich es mir versagt
dasjenige zu benennen, mir einzugestehen
was meine Wahrheit, meine Realität ausmacht.
Und lieber stehe ich zu meinen Empfindungen und Überzeugungen
als auf Allgemeinplätzen zu stehen-
ohne Bewegung und Emotion-
nur um nicht angefeindet und ausgegrenzt zu werden.
Jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit
seine persönliche und subjektive Lebenswelt
die ihn und seine Wahrnehmung prägt...
Und ich habe nie behauptet
im Besitz der allgemeingültigen und einzigwahren
Wahrheit und Überzeugung zu sein...