Donnerstag, 12. Dezember 2013

Ohnmacht

Es ist mal wieder
das übliche Kopfkino
des Depressiven:

Ich bin nichts wert,
kein Mensch interessiert sich
wirklich für mich und mir
entgegengebrachte Sypmathie
ist sowieso nur geheuchelt
und ohne wirkliche Substanz.

Ich fühle mich so einsam,
dass der Knoten aus blinder Agression
in mir immer größer wird
und beginnt, sich seine Ziele
völlig ungefiltert zu suchen.

Ich fühle mich
vom Leben verarscht,
von Menschen ausgenutzt
und weggeworfen,
wenn ich zu anstrengend werde.

Bin so müde und lustlos,
dass ich schreien könnte;
aber da mich ohnehin niemand hört,
schreie ich in mich hinein
und mache damit alles
nur noch viel schlimmer.

Es ist diese Ohnmacht
gegenüber den eigenen Gefühlen
und dieses zerstörerische Kopfkino,
die mich mir selber
so unerträglich machen
und selbst diese Erkenntnis
ist im Moment völlig nutzlos.

Ich wünsche mir
menschliche Wärme und Mitgefühl
und verweigere mich doch
im selben Moment
jeglicher Zuwendung.

Bin ein Meister geworden
im Herunterspielen, Relativieren
und Verleugnen der eigenen Bedürfnisse.

Es ist was es ist:
Depressive Ohnmacht.








Sonntag, 8. Dezember 2013

Wutrede

Immer wieder heißt es.
schließlich leben wir in einem Rechtsstaat-
soweit, so zynisch und hypothetisch...

Denn Rechsstaat würde bedeuten,
dass tatsächlich Alle gleich behandelt werden
und nicht nach Alter, Hautfarbe
und Behinderung abgestuft hintergangen,
belogen und betrogen werden
von fetten Staatsdienern
die glauben, sie seien allmächtig
und ihnen könne nichts passieren,
da sie ja verbeamtet sind.

Und diejenigen, die ihre Anliegen
vorbringen, haben dies
in demütig gebückter Haltung zu tun
und in Ewigkeit dankbar zu sein für die Brotkrumen,
die man ihnen allergnädigst zubilligt.

Um wieviel darf das Recht gebeugt werden,
bis es krachend bricht und wie weit
dürfen Menschen gedemütigt und schikaniert werden,
bevor sie zerbrechen?

Ich kann diese Diskussion über Gewalt
gegen Polizisten, Mitarbeitern des "Jobcenters"
und andere "Staatsdiener" nicht mehr hören,
denn sie sind nicht nur arme Opfer,
sondern oft auch aktive Täter,
an denen sich allzu berechtigte Wut entlädt.

"Soziale Gerechtigkeit" und "Rechtsstaat"
dürfen keine leeren Phrasen sein,
an denen satte Politiker
und Funktionäre sich gerne aufgeilen,
wenn irgendwo eine Kamera in Sicht ist...

Montag, 2. Dezember 2013

Was ist eigentlich mit der Silbe "Ver"?

Ein kluger Mensch hat mir vor Jahren mal erklärt, dass alle Worte, die mit der Silbe "Ver" beginnen, etwas Negatives beschreiben. Also ver-loren, ver-dammt, ver-gessen... Aber gilt diese Regel auch für ver-liebt?
Das Wort "Verliebt" beschreibt die Phase einer Partnerschaft, in der man sich in einer handfesten Psychose befindet. Alles ist rosarot, man geht auf Wölkchen und hat einen sehr eigenen Blick auf die Realität und natürlich auch auf den neuen Partner/die neue Partnerin. Alles ist schön und schön bunt.
In der romantischen Lyrik wird die Liebe oft als der einzig wahre und einzig erstrebenswerte Zustand beschrieben, hinter dem alles andere zurückzustehen hat und an Bedeutung verliert. Und zahlreiche, kitschgetränkte Filme und Romane wollen uns glaubenmachen, dass Liebe die endgültige und allein seligmachende Lösung aller Menschheitsprobleme ist.
Es mag sein, dass mein zugegebenermaßen etwas zynischer und kaltherziger Blick auf dieses Phänomen der Tatsache geschuldet ist, dass ich schon sehr lange alleine lebe und was dieses Gefühl betrifft, ziemlich aus der Übung bin. Tatsächlich sind Liebe und auch das Verliebtsein für mich ein großes Mysterium, das außerdem mit Angstgefühlen, großer Schüchternheit und zuvielen negativen Erfahrungen verbunden ist. Alle meine Partnerschaften, oder Liebesbeziehungen, oder wie man das auch immer nennen mag, sind unschön gescheitert (sicherlich nicht ohne Grund) und haben mich in der Summe zutiefst verunsichert und frustriert zurückgelassen.
Und doch vermisse ich genau diese verwirrenden, angstmachenden und aufwühlenden Momente in meinem Leben, die es eigentlich erst vollkommen und rund machen...