Dienstag, 11. November 2014

Menschen, die auf Smartphones starren....

Jeden Tag begegne ich ihnen: Auf dem Weg zur U-Bahn, in der U-Bahn, im Bahnhof, auf dem Bahnsteig und im Zug: Menschen, die auf ihr Smartphone starren, und dabei ihre Umgebung völlig vergessen, unvermittelt stehenbleiben (vermutlich weil Texten UND Laufen ihre Fähigkeiten heillos überfordert). Dabei rempeln sie (siehe Überforderung!) andere Menschen an, versperren mir und anderen den Weg und reagieren äußerst ungehalten und verständnislos, wenn sie aufgrund ihrer Verhaltenslegasthenie in etwas heftigeren und unfreiwilligen Körperkontakt mit ihren Mitmenschen geraten.

Seit es diese "intelligenten Telefone" gibt (wobei man über den Begriff "Intelligenz" im Zusammenhang mit ihren Besitzern trefflich streiten könnte), schotten sich ihre Besitzer- obwohl, wer besitzt hier eigentlich wen?- in allen Lebenslagen mehr und mehr von ihrer Umgebung ab und verlieren ihre zwischenmenschlichen Kontakte.

Auch so banale Dinge wie Höflichkeit und Aufmerksamkeit verlieren an Bedeutung, wenn die Smartphonemenschen, versunken in die multimediale und virtuelle Realität ihrer Parallellwelt, in der wirklichen Welt unterwegs sind. Denn es ist ja so viel wichtiger, sich unterwegs mit Textnachrichten, Spielen, oder Newsfeeds zu beschäftigen, als sich mit dem grauen Alltag auseinander zu setzen, oder geschweigedenn auf die Mitmenschen im Verkehr ein wenig Rücksicht zu nehmen.

Vielleicht hat ja die nächste Generation der Smartphones eine App vorinstalliert, die die "User" per Alarm vor realen Hindernissen auf ihrem Fußweg im Gedränge warnt und per virtueller Stimme vorgefertigte Verhaltensempfehlungen und Textbausteine zur Kommunikation an die Umgebung abgibt...

Sonntag, 31. August 2014

Russland, Ukraine und (hoffentlich) kein Krieg

Eigentlich halte ich mich bewußt mit politischen Statements und Einschätzungen zurück; sie führen zu oft zu emotionalen und unsachlichen Diskussionen, insbesondere wenn es um den Krieg zwischen der Ukraine und Russland geht.

Ja, ich habe das Wort "Krieg" benutzt. Und ja, in meinen Augen ist es Krieg! Auch wenn es keine "handfesten Beweise" für einen Einsatz russischer Truppen in der Ostukraine gibt, so halte ich die Indizien, die dafür sprechen (ähnlich wie beim erst von Russland bestrittenen Einsatz von Spezialkräften auf der Krim) für mehr als ausreichend.

Putin kümmert sich einen Dreck um Völkerrecht oder Menschenrechte. Er ist ein Despot, dem es um Macht und geopolitischen Einfluss geht, und der von einer Auferstehung des Großrussischen Reiches träumt. Nicht umsonst hat er über den Zerfall der Sowjetunion als von der größten geoplitischen Katastrophe für Russland gesprochen und die Ostukraine ganz bewußt als Neurussland bezeichnet. Und er wird sich von den eher hilflosen Appellen und Saktionsdrohungen des Westens nicht von seinen Plänen (wie auch immer sie aussehen mögen) abbringen lassen.

Ich maße mir nicht an, die politischen Verhältnisse in der Ukraine und die Rechtmäßigkeit der ukrainischen Regierung und ihrer Politik beurteilen zu können. Aber ich maße mir an zu sagen, dass die Ukraine ein souveräner Staat ist, der auch das Recht hat, seine staatliche Integrität mit allen Mitteln zu verteidigen. Dabei ist mir bewusst, dass beide Seiten mit Propaganda und Lügen über die jeweils andere Seite arbeiten und es schwer ist herauszufinden, was eigentlich genau passiert.

Ich habe große Angst davor, dass dieser Konflikt weiter eskaliert und andere europäische Staaten, oder sogar die Nato, mit hineingezogen werden und es zum neuen Weltkrieg kommt. Teile der Nato reden bereits über die Aufstellung einer Schnellen Eingreiftruppe für Osteuropa, die, wenn sie tatsächlich kommt, Russland zu unbedachten Reaktionen provozieren kann. Gerade Länder wie Polen und das Baltikum haben berechtigterweise Angst vor der Expansionspolitik Russlands und hoffen auf ein starkes Signal der Nato. Und ich hoffe, dass beide Seiten ihr Augenmaß bewahren und dass Reden doch noch hilft!


Sonntag, 16. März 2014

Psychokram und so...

Warum wehre ich mich immer wieder gegen meine Krankheit und warum fällt es mir phasenweise so verflucht schwer, meine Einschränkungen und Unzulänglichkeiten zu akzeptieren?

Immer wieder ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass ich mich im Leben nur hätte mehr anstrengen müssen und nicht so oft die Waffen hätte strecken dürfen, um ein zufriedenes und erfülltes Leben zu führen. Also ist es in letzter Konsequenz mein eigenes Verschulden, dass mein Leben so hart und missvergnügt verläuft. Ich darf mich also eigentlich überhaupt nicht beschweren, sondern hätte nur... und so weiter.

Ich weiß nicht, ob Menschen mit einer körperlichen Behinderung anders mit ihren Einschränkungen umgehen und so oft mit ihrem Schicksal hadern, wie ich das tue, denn schließlich spricht man ja nicht darüber. Denn Lamentieren und Jammern ist uncool, unbequem (für die Anderen) und beschämt. Man möchte ja nicht auffallen und Aufsehen erregen, sondern möglichst unauffällig sein Dasein fristen und nirgendwo anecken.

Das Tückische an der Psyche ist ihre Unberechenbarkeit, mit der sie ihre Eigentümer immer wieder überrascht und gelegentlich auch aus der Bahn pustet. Ein amputiertes Bein bleibt amputiert und wächst nicht plötzlich über Nacht wieder nach; man hat also genügend Zeit, sich mit dem Verlust zu arrangieren und rechnet nicht mit einer unerwarteten Verbesserung seines Zustandes. Bei der Psyche ist das anders: Zeitweilige Normalität wird immer wieder unterbrochen von Phasen des völligen Zusammenbruchs und dem Verlust der Kontrolle über den eigenen Zustand. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten verschwindet unauffindbar in einem schwarzen Loch aus Verzweifelung und Resignation, und das gänzlich ohne Vorwarnung. Von jetzt auf gleich ist man ein verzweifeltes und handlungsunfähiges Häufchen Elend, das sich selber nicht begreift, sich selber nicht mehr ausstehen kann, und dessen Fragen nach Logik und Rationalität des Geschehens ungehört verhallen.

Außenstehende können soetwas nicht nachvollziehen oder nachempfinden, denn es fehlt an "begreifbaren" Fakten, die bei einer körperlichen Beeinträchtigung meistens unmittelbar ins Auge springen. Das macht das Leben mit uns Psychos so schwer und uns so einsam, selbst wenn wir unter Menschen sind.






Einsamkeit

Ist Einsamkeit
der Preis für Unabhängigkeit?

Ich lasse mir nur
ungerne Vorschriften machen
und sträube mich vehement
gegen Dikate und Besserwisserei
anderer Menschen.
Damit ecke ich oft an
und polarisiere.

Und trotzdem ist es mir wichtig
meinen Weg zu finden-
unabhängig und nicht fremdbestimmt.

Vielleicht brauche ich
dafür länger als andere
und verirre mich gelegentlich,
mache Umwege und zögere.

Aber zu lange war mein Leben
nicht wirklich mein eigenes,
sondern von Therapeuten und
wohlmeinenden "Betreuern"
subtil gelenkt und beeinflusst.

Es gibt nichts schlimmeres,
als fremdbestimmt zu leben,
und wenn eigene Ideen und Impulse
unterdrückt und entwertet werden.

Es gibt keine klaren Kriterien
für das Vorhandensein von Einsamkeit,
denn das Empfinden ist subjektiv.
Aber der Schmerz ist echt!

Montag, 17. Februar 2014

Neues Blog über Depressionen

Ich bin durch Zufall auf ein neues Blog gestoßen, das sich auf einzigartige Weise mit dem Thema Depressionen aus Sicht eines Betroffenen beschäftigt.
Daher mache ich hier mal ein bisschen Reklame dafür:

http://blogs.stern.de/dasgegenteilvontraurig/

Samstag, 15. Februar 2014

"Vom Versuch, in der Wahrheit zu leben"

Wahrheit hat in meinem Leben einen großen Stellenwert. Mir geht es dabei um die Authentizität, um Aufrichtigkeit und um das Vermeiden von Lügen.

Als Kind und bis ins Erwachsenenalter hinein war ich ein chronischer Lügner, der seine Unsicherheiten im Bezug auf seine Identität und seinen Lebensweg hinter erfundenen Geschichten und regelrechten Lügenkonstrukten zu verbergen suchte. Das Lügen war Gewohnheit und gleichzeitig schon fast pathologisch, ohne die Möglichkeit, es wirklich bewußt zu steuern; geschweige denn frei zu entscheiden, ob ich aufrichtig bin oder nicht.

Gleichzeitig befand ich mich in einem fortwährenden moralischen Dilemma, denn durch mein Elternhaus, durch meine Erziehung, hatte sich die Vorstellung in mir eingebrannt, dass Lügen nicht nur moralisch, sondern in jedweder Situation absolut verwerflich sei, durch nichts zu entschuldigen, und eine meiner schlimmsten und abstoßensten Charaktereigenschaften. Ohnehin hatte mir meine Mutter zu meinem Auszug von Zuhause mit auf den Weg gegeben, dass ich ein labiler und wenig vertrauenswürdiger Mensch sei, dessen Erfolg im Leben äußerst zweifelhaft sei.

Ich log, um unangenehme Situationen zu vermeiden und ich log, um mich für andere Menschen interessanter und liebenswerter zu machen in der Annahme, dass ich sonst nie die mir zustehende Sympathie und Aufmerksamkeit bekommen würde. Ich fühlte mich außerstande, auf gesunde Weise und nur durch mich selber, Freundschaften zu schließen und mich im sozialen Gefüge einer Gemeinschaft frei und unverkrampft zu entfalten und zu bewegen. Das Erschaffen einer zweiten, "verbesserten" Persönlichkeit erschien mir als der einzige gangbare Weg, im Leben zurecht zu kommen.

Das Dumme bei Lügen ist, dass sie einen irgendwann einholen und dass die Aufdeckung von erfundenen Geschichten für den Verursacher nicht nur unendlich peinlich ist, sondern auch entstandenes Vertrauen grundlegend beschädigt. Auf diese Weise wird die Lüge auch zu selbstschädigendem Verhalten, denn es schafft Einsamkeit und Misstrauen.

Seit dem Ende meiner Ehe, die zumindest teilweise auch durch meine Unaufrichtigkeit zerbrochen ist, versuche ich nun, frei von Lügen zu leben. Aber kein Mensch ist vollkommen, und so schleichen sich immer wieder kleinere Notlügen in den Alltag. Ich habe aber gelernt, dass dies einfach menschlich ist und keine Todsünde, wie es mir durch mein esoterisch geprägtes Elternhaus eingeimpft wurde.

Möglicherweise habe ich auch gelernt zu unterscheiden, wo Aufrichtigkeit unabdingbar ist und wo es legitim ist, von der Wahrheit abzuweichen. Ich muss mich nicht mehr interessanter machen und eine "Zweit-Identität" pflegen, um Beziehungen zu anderen Menschen zu knüpfen.

Aufrichtige Beziehungen sind anstrengender, aber auch authentischer und tiefer; eben verbindlich und nicht auf Schein gegründet. Außerdem ist Ehrlichkeit auch im Umgang mit mir selber etwas, das mich innerlich freier und autonomer werden lässt.

In der Bibel heißt es: "Die Wahrheit wird euch frei machen!" Und auch wenn ich die zugrunde liegende Ideologie dieses Buches ablehne, so ist die Aussage dieses Satzes doch von großer Weisheit geprägt und könnte für alles Zwischenmenschliche zum Leitmotiv werden.





Mittwoch, 12. Februar 2014

Blog, Depressionen und Gedanken

Mir ist durchaus bewusst, dass die Inhalte und Themen meines Blogs sehr speziell und nur für Wenige interessant oder verständlich sind.
Depressionen, Ängste und Selbstzweifel, oder auch Agression und Wut auf die eigenen Lebensumstände in all ihren Facetten beschrieben, sind mit Sicherheit für Viele nur schwer zu ertragen und man darf durchaus die Frage stellen, ob diese Themen überhaupt in einen öffentlich zugänglichen Blog gehören.
Allerdings: würde ich dieses Medium nur zu rein literarischen, oder zu politisch-gesellschaftlichen Statments nutzen, wäre mein Blog nur einer unter unendlich vielen, zum Teil sehr beliebigen Seiten im Internet, über dessen Qualität und Originalität man trefflich streiten könnte.
Vor etwas über einem Jahr habe ich mich bewußt entschieden, meine Erkrankung und meinen Umgang mit ihr in allen Höhen, Tiefen und Ungereimtheiten, öffentlich zu machen und das in der Absicht, interessierte Menschen zum Nachdenken zu bringen. Ich bin oft kontrovers, vielleicht auch schwer erträglich, und manches erscheint mir im Nachhinein wenig gelungen und vor allem sehr unvollkommen im Ausdruck. Aber genau hier spiegeln sich eben auch die Phänomene und Eigenheiten meiner Depressionen und der fehlenden Logik dieser Erkrankung wider.
Als vernunftbegabter Mensch mit gesundem Verstand leide ich genau an dieser Unlogik und der Unberechenbarkeit von Depressionen und psychischen Erkrankungen überhaupt. Denn es ist eine echte Qual, sich bei wachem Verstand hilflos dabei zusehen zu müssen, wie sämtliche Strukturen und alle scheinbaren Sicherheiten im Leben regelmäßig außer Kraft gesetzt werden und ihren Platz für ein unzähmbares, dunkles Chaos räumen, das sich kaum in Worte fassen lässt.
Depression ist ein dumpfes, wut- und angsterfülltes vor sich hin Vegetieren in einem verwirrenden Labyrint, dessen Ausgang sich nicht finden lässt und in dem einem die Kraft fehlt, diesen überhaupt zu suchen. Und Hilfsangebote wirken in diesem Zustand eher bedrohlich, ist man doch seiner Existenz und seiner grundlegenden menschlichen Fähigkeiten nicht mehr sicher.
In so einer Situation hilft es mir manchmal zu versuchen, dieses dunkle Chaos mit geschriebener Sprache, mit einfachen und klaren Worten, ein wenig zu ordnen und mich selber wiederzufinden. Denn Deperession bedeutet auch den zeitweiligen Verlust der eigenen Identität. Man ist buchstäblich verloren und ohne jedes Ziel.
Das alles mag für Außenstehende nur schwer, oder auch garnicht nachvollziehbar sein und sich für den Einen oder Anderen vielleicht auch beängstigend anfühlen. Aber es ist ja die freie Entscheidung jedes Einzelnen, sich damit auseinanderzusetzen. Ich zwinge niemanden, meine Texte, meine Gedichte zu lesen und sich damit auf mich und meine Gedanken einzulassen.
Denjenigen, die mich hier begleiten und die vorherrschende Dunkelheit ertragen, möchte ich Danke sagen!

Sonntag, 9. Februar 2014

Selbsterkenntnis

Manche Erkenntnisse brauchen ihre Zeit und lassen sich nur aus schmerzhaften, länger andauernden Krisen gewinnen.

Zurzeit zieht die Welt an mir vorbei und ich fühle mich zurückgelassen und- ohne theatralisch klingen zu wollen- verdammt einsam. Und eines ist mal sicher: Einsamkeit tut verdammt weh und ist völlig inkompatibel mit Rationalität und Vernunft! Sie bewirkt, dass alles auf den Prüfstand kommt und ich Gefahr laufe, aus purer Verzweifelung alle Brücken im sozialen Gefüge hinter mir abzubrechen. Auf diese Weise wird die Einsamkeit wenigstens zur selbstgewählten Lebenssituation und "passiert" nicht einfach dem Gefühl nach fremdbestimmt.
 
Ich blicke nur auf mich und meine wenig erfüllende, depressive Grundstimmung, und suche die Ursachen statt in meinem Leben im Verhalten und dem mir vorenthaltenen Glück meiner Freunde. So geht das seit Wochen und spitzt sich immer mehr zu. Ich werde zum Misanthropen, zum alternden Sonderling, der an nichts mehr wirklich Freude findet, dessen Gefühlsleben mehr und mehr abstumpft und auf Abwehr ausgerichtet ist.


Ein erfahrener Therapeut würde jetzt wahrscheinlich sagen, dass dies eine zu erwartende, aus der Depression resultierende Reaktion ist, die dem Selbstschutz dient und nur eine zeitlich begrenzte Momentaufnahme ist. Aber diese Momentaufnahmen häufen sich in den letzten Monaten und es fällt mir immer schwerer, ihnen ewas Positives und Kreatives entgegenzusetzen. Das Auf Distanz Halten von mir nahestehenden Menschen und die Misanthropie werden zum Lebensinhalt, zum Selbstläufer.

Es soll Menschen geben, die sich selbst genügen und die mit dem, was sie haben, vollends zufrieden sind. Leider gehöre ich nicht dazu, sondern habe schon immer die wohlwollende und zugewandte Bestätigung Anderer gebraucht wie die Luft zum atmen. Das macht den Umgang und das Miteinander mit mir anstrengend und zur Herausforderung, der auf Dauer niemand wirklich gewachsen ist. Die Ursachen dafür liegen in der Lieblosigkeit meines Elternhauses und dem mangelnden Interesse meiner Eltern an mir als wirklich individuelle Persönlichkeit. Ich habe nie erfahren was es heißt, Bestätigung zu bekommen, oder für Erfolge gelobt zu werden. Das mag für Außenstehende banal klingen, hatte für meine Entwicklung aber gravierende Folgen, die bis zum heutigen Tag andauern. Immer wieder habe ich mich in meinem Leben bis zur Unkenntlichkeit verbogen und angepasst, um anerkannt und geschätzt zu werden. Habe die Maßstäbe an mich und meine Lebensziele so hoch gesteckt, dass das Scheitern unabänderlich war, nur um zu gefallen und den möglichen Erwartungen anderer Menschen zu entsprechen.

Dabei bin ich auf der Strecke geblieben und habe mich nie wirklich wahrgenommen und kennengelernt. Das ist meine erschreckende Bilanz aus 47 Jahren, die ich aber nicht so für die nächsten Jahrzehnte, die mir noch bleiben, übernehmen möchte.

             

                         Kenne mich kaum
                         und Andere
                         sind wichtiger
                         als ich es bin.

                         Kenne sie besser
                         als mich selber
                         und sehe das
                         als Daseinsziel.

                         Möchte gefallen
                         um jeden Preis
                         nicht auffallen
                         mich anpassen
                         und nicht abgrenzen.

                         Bin nicht wichtig
                         kenne keine
                         eigenen Ziele
                         keine Herzenswünsche.

                         Möchte lernen
                         ich zu sein
                         Erfahren
                         was ich will.

                         Nicht länger nur Schatten
                         sondern Individuum sein
                         mit eigenem und
                         mir gemäßem Leben.



Sonntag, 12. Januar 2014

Freiheit

Manchmal ist es
eine schwierige, anstrengende Gratwanderung,
mein Leben zu leben
in seinem Spannungsfeld
zwischen
lähmender Resignation
und diesem kleinen Funken Hoffnung.

Normalität hatte ich noch nie;
statt dessen ewige Anstrengung
mich im Chaos des Alltags
unauffällig zurechtzufinden,
mich anzupassen
und den Rätseln des Menschlichen
oft verzweifelt auszuweichen.

Dort Normalität zu heucheln,
wo ich Verzweifelung, Ratlosigkeit empfinde,
um ja nicht in Dunkelheit zu versinken und
meine Schwächen,
die anderen vielleicht unverständlich sind
durch Phrasen und geheuchelte Normalität
routiniert zu verbergen.

Manchmal ist es mir unendlich peinlich,
nicht unauffällig "normal "zu sein
und stattdessen von scheinbaren Kleinigkeiten
verunsichert zu sein.

Und es nervt,
meine vielbeschworenen Resourcen
nicht ungehindert und frei
einfach nutzen zu können
um mein Leben selbstbestimmt
nach meinem freien Willen
gestalten zu können,
ohne gegen die unsichtbaren Hindernisse
in meinem Inneren zu stoßen.

Und so laufe ich Gefahr,
innerlich wie äußerlich
einfach zu verstummen,
denn in Wirklichkeit
werde ich auch so nicht gehört...











Mittwoch, 1. Januar 2014

Zum neuen Jahr

Wie meine Mutter immer sagte: "Der Weg zu Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert!"
Irgendwie habe ich diesen Ausspruch verinnerlicht und mir abgewöhnt, ein neues Jahr mit utopischen und völlig unrealistischen Vorsätzen und Plänen zu belasten, die dann zum Ende des Jahres ohnehin als weitestgehend unerfüllt begraben werden müssen.
Statt dessen versuche ich mich auf die vor mir liegenden Aufgaben und Herausforderungen zu konzentrieren, und diese so gut wie möglich zu bewältigen und zu lösen. Damit fällt dann auch die Enttäuschung am Ende des Jahres weg, wenn man Bilanz zieht und merkt, dass weit mehr als die Hälfte aller Vorsätze im Chaos des Alltäglichen einfach untergegangen ist.
In diesem Sinne: Auf ein neues und gutes Jahr 2014!