Sonntag, 31. Juli 2016

Kein Strohfeuer

Seit ungefähr zwei Monaten bin ich jetzt im Datingdschungel unterwegs - habe Anzeigen online gestellt, habe auf Anzeigen geantwortet, war auf Datingportalen unterwegs. Das alles verbunden mit der tiefen Sehnsucht, "die Eine" möge mir dabei begegnen, mit der ich gemeinsam alt werden kann, und mit der gemeinsam sich die Hoffnung auf eine harmonische, reife und wirklich erwachsene Partnerschaft verwirklichen lässt.
Bisher ist sie mir noch nicht begegnet. Statt dessen bin ich trügerischen Hoffnungen begegnet, sowie alten Ängsten, Zweifeln und längst vergessen geglaubten Vorurteilen gegenüber psychisch erkrankten Menschen. Es war ein bemerkenswertes Wechselbad der Gefühle, das mich zusätzlich emotional sehr gefordert hat - mich zeitweise an meine Grenzen gebracht hat, und mich meine eigentlichen Ziele aus den Augen verlieren ließ.
Gefühle lassen sich nicht erzwingen, und eine erste Verliebtheit, eine Faszination für einen soeben erst kennengerlernten Menschen sind noch lange kein Garant für ein glückliches Miteinander - auch wenn es verlockend ist, darauf zu hoffen, und der eigene Fantasie in dieser Richtung freien Lauf zu lassen. Es ist tatsächlich schön, ein wenig ins Träumen zu geraten und das "Was wäre wenn - Spiel" zu spielen. Aber mit der Wirklichkeit hat das wenig gemeinsam.
So verlockend es für mich auch sein könnte, risikobereit zu sein und mich auf ein flüchtiges Abenteuer einzulassen - in der stillen Hoffnung, es könnte sich daraus ja auch etwas Dauerhaftes ergeben - es entspricht mir nicht. Strohfeuer hatte ich in der Vergangenheit genügend - und damit auch Beziehungen, die wegen fehlender Gemeinsamkeiten, und mangelnder echter, tiefer und über längere Zeit gewachsener Gefühle nicht von Dauer sein konnten. Aber genau danach suche ich! Ich suche meine Seelengefährtin. Das geht nicht von heute auf morgen, und auch nicht binnen weniger Wochen. Und auch wenn ich einer Frau begegenen sollte, mit der eine gegenseitige Sympathie und Anziehung entsteht - ich möchte mir wirklich sicher sein. Und das braucht Zeit - gemeinsame Zeit, und viel Geduld. Nur, Geduld gehört nicht gerade zu meinen allergrößten Stärken. Manchmal bin ich zu unüberlegt, zu euphorisch, zu impulsiv, und lasse mich von meinen leicht entflammbaren Gefühlen leiten. Anders formuliert: ich bin sehr gut darin, mir selber ein Bein zu stellen, und Menschen mit meinem Gefühlsüberschwang zu verschrecken. Und dann ist da noch meine wenig schöne Vergangenheit, die regelmäßig anklopft, und mich an mir zweifeln lässt - daran, ob ich es überhaupt wert bin, von einer Frau gemocht, geschweige denn geliebt zu werden - ohne jede Bedingung und ohne Vorbehalt.
Es ist also eine umfassende Aufgabe, die ich mir gestellt habe, und deren Komplexität mir erst jetzt nach und nach gegenwärtig wird: mich in Geduld und Gelassenheit üben, die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen, mich auf meine Stärken und guten Eigenschaften besinnen. Und darauf zu vertrauen, dass sie mir schon begegnen wird - die eine Seelenpartnerin.

Mittwoch, 27. Juli 2016

Auf der Suche

Manchmal neige ich sehr dazu, mich in scheinbar wichtigen Themen gedanklich zu verheddern. Und zwar so sehr, dass ich den Überblick verliere, und damit auch den Bezug zu mir selber.
Vor einigen Monaten war es das Thema Arbeit, das mich so sehr in seinen Bann gezogen hatte, dass ich nicht mehr imstande war, mich davon zu lösen, und es mit der notwendigen inneren Ruhe und Entspannheit anzugehen.
Jetzt ist es das Thema Liebe und Partnerschaft. Gut, hier ist es ein wenig anders gelagert, weil es ein ohnehin hochemotionales Thema ist - mit ganz viel Sehnsüchten, Hoffnungen und Vorstellungen. Und ich bin schon sehr lange alleine. Aber auch hier spüre ich, dass ich mich gedanklich und gefühlsmäßig immer mehr verhake - und das bekommt mir nicht.
In den beiden letzten Monaten war ich sehr viel im Netz unterwegs - auf der Suche. Und es hat schon etwas Wahlloses und Beliebiges an sich, ungezählte Anzeigen und Profile zu betrachten - sie nach etwas Ansprechendem, Besonderem zu "durchsuchen" -  mit immer größerer Sehnsucht und innerer Unruhe.
Es wird mir sehr gut tun, ab Mitte August wieder zu arbeiten. Es bedeutet wieder mehr Normalität und vor allem Struktur im Alltag - also weniger Zeit, um auf dumme Gedanken zu kommen. Und wer weiß: mit dem nötigen Abstand und mehr innerem Gleichgewicht klappts dann vielleicht auch mit der Partnersuche...


Sonntag, 24. Juli 2016

Begegnungen in Gedanken

In letzter Zeit habe ich häufiger unglaublich interessante und berührende - und vor allem unverhoffte Begegnungen. Es sind Menschen, denen ich teilweise online begegnet bin, und wo sich unversehens eine sehr intensive und erstaunlich offene, ehrliche Kommunikation entwickelt.
Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass die Anonymität des Internets dazu verleitet, relativ leicht die eigene Scheu zu überwinden - denn schließlich sitzt einem der Gesprächspartner ja nicht von Angesicht zu Angesicht gegenüber, sondern irgendwo zuhause ebenfalls an seinem Rechner. Und auch der Wahrheitsgehalt des Geschriebenen lässt sich nicht ohne Weiteres verifizieren. Es bestünde also durchaus die Möglichkeit, dass anstatt einer attraktiven und gebildeten, tiefgründigen Frau, ein schmieriger Möbelpacker Ende Fünfzig aus Oer-Erkenschwick am anderen Ende sitzt. Wobei: diese Option ist dann angesichts der Komplexität der Themen doch eher unwahrscheinlich...
Tatsache ist: es gibt anscheinend mehr Menschen, die einen dem meinen ähnlichen biografischen Hintergrund haben, und froh darüber sind, sich frei austauschen zu können, als ich es gedacht, oder zu hoffen gewagt habe. Und ich empfinde es als Geschenk, mich so frei von Angst vor Zurückweisung oder Missverständnissen äußern zu können.

Donnerstag, 21. Juli 2016

Wahre Freundschaft & Therapieerfolge = Angekommensein

Es ist ein wahres Geschenk für mich, mich auf andere Menschen verlassen zu können. Und das ohne Angst davor zu haben müssen, wegen meiner Ecken und Kanten - wegen meiner Geradlinigkeit abgelehnt, oder angegangen zu werden.
Wie die Leser von "Grenzgänger" ja wissen, wurde mein Urvertrauen nachhaltig beschädigt - mit Folgen, die bis heute andauern. Noch heute fällt es mir schwer, anderen Menschen nachhaltig und in für mich schwierigen Situationen zu vertrauen, aus Angst, sie könnten erkennen, was für ein im Grunde unperfekter und fehlerhafter Mensch ich bin, der für seine Misserfolge und Fehlplanungen die alleinige Verantwortung trägt, und dafür keinerlei Hilfe und Unterstützung zu erwarten hat.
In den letzten Monaten durfte ich die Erfahrung machen, dass Menschen mir tatsächlich dauerhaft wohlgesonnen sind, und ich mich tatsächlich auf sie verlassen kann. Das ist ein unvorstellbar beglückendes Gefühl, das sich allmählich auch nachhaltig in mir festigt. DANKE!

Dienstag, 19. Juli 2016

Existenzängste

Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, mit wenig Geld auszukommen. Ich habe keine hohen Ansprüche, benötige keinen Luxus und habe verinnerlicht, dass Geld nicht die Lösung für alle Probleme ist. Aber es muss zum Leben reichen, und zwar so, dass ich den Monat entspannt überstehen kann - ohne mir schon zur Monatsmitte hin Sorgen zu machen, ob es wohl reichen wird. Und genau diese Sorgen habe ich jetzt - und das nicht nur in Bezug auf diesen, sondern auch auf die kommenden zwei Monate. Dabei ist es nicht einmal selbstverschuldet. Wäre es so, dann würde ich nicht darüber schreiben, sondern mit noch spitzerer Feder rechnen, aus Scham die Klappe halten und meine Ernährung und andere Ausgaben auf das Minimum beschränken - bis die Durststrecke vorüber ist, und ich aus meinen Fehlern sehr eindrücklich gelernt habe.
Meine jetzige Notlage ist den Folgen meines jüngst beendeten Jobs geschuldet, sowie der Tatsache, dass ich erst zu Ende August wieder ein Gehalt bekomme, beziehungsweise nur ein halbes für einen halben Monat Arbeit. Ein ganz spitzfindiger Mensch könnte jetzt natürlich einwenden, dass auch diese Situation selbst verschuldet sei, denn schließlich hätte ich ja durchhalten können, um den Übergang vom einen zum nächtsen Job nahtlos zu gestalten. Also bin ich doch selber Schuld? Ehrlich gesagt: ich ärgere mich eher darüber, meine finanzielle Situation anfänglich zu optimistisch eingeschätzt, und nicht bedacht zu haben, welchen Zeitraum es zu überbrücken gilt. Das ist mein Fehler, den ich sowohl auf meine mangelnde Erfahrung, als auch auf mein seit Monaten andauerndes Hochgefühl zurückführe. Es hat mich unvorsichtig werden lassen, und nun bekomme ich die Konsequenzen zu spüren.
Existenzangst zu haben, ist immer scheiße - auch wenn ein Ende abzusehen ist, und der Schaden nicht so groß sein wird, als dass er nicht auszugleichen wäre. Und eigene Fehler zu erkennen, ist äußerst unangenehm - zumal, wenn sie womöglich vermeidbar gewesen wären. Aber in diesem Fall ist das Licht am Ende des Tunnels definitiv kein entgegenkommender Schnellzug...

Sonntag, 17. Juli 2016

Tanz am Abgrund

Seit einigen Monaten befinde ich mich quasi auf der Überholspur - im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren, die eher von Stillstand und Resignation geprägt waren. Und was fast noch wichtiger ist: Prinzipiell habe ich auch meine manchmal überbordenden und mich aus dem Gleichgewicht bringenden Emotionen im Griff, die mich früher oft genug an den Rand der Katastrophe gebracht haben.
Wie gesagt: Prinzipiell. Denn manchmal scheint es, als ob mein eigentlich so gut funktionierender Verstand eine Pause braucht, und dann meiner Unvernunft und tendenziell selbstschädigendem Verhalten das Feld überlässt. Dann sehe ich mir mit eigentlich wachem Verstand und einer gewissen perveren Faszination dabei zu, wie ich für kurze Zeit wieder in alte Verhaltensweisen abrutsche. Das ängstigt mich; denn es zeigt mir, dass ich bei weitem noch nicht die Souveränität und Sicherheit erreicht habe, von der ich glaubte, darüber frei verfügen zu können.
Irgendwie hat es noch immer einen gewissen Reiz, mit dem Feuer zu spielen, auch wenn es bei Weitem nicht mehr die Gefährlichkeit und Brisanz hat, wie früher. Und ich erkenne es rechtzeitig und trete mit aller Vehemenz auf die Bremse, sodass der Schaden sich in Grenzen hält. Aber wozu das alles? Früher brauchte ich diese Ausnahmesituationen, um mich lebendig fühlen zu können, und um meinem Zorn auf mich und die Welt Ausdruck zu verleihen. Mittlerweile bin ich aber mit beidem im Reinen. Dachte ich. Aber vielleicht ist es nur ein dezenter Hinweis darauf, dass ich als Mensch fehlbar bin, und wie jeder andere auch gewisse Schwächen habe, die ich mir einfach zugestehen - und lernen muss, sie als Bestandteil meiner Persönlichkeit hinzunehmen und zu akzeptieren. Ich muss aufmerksam bleiben, und nicht dem naiven Glauben verfallen, dass wie durch ein Wunder plötzlich alles aus der Vergangenheit begraben und hinfällig ist. Das wäre ein Trugschluss und es ist gefährlich. Das sollte ich mir immer vor Augen halten.

Freitag, 15. Juli 2016

Plötzliches Schweigen und schwarze Löcher

Plötzliches Schweigen bereitet mir Unbehagen. Und ich weiß nicht warum, denn eigentlich sind Gesprächspausen ja nichts dramatisches. Aber in mir breitet sich jedes Mal das Gefühl aus, mich am Rande eines schwarzen Loches zu befinden, das im Begriff ist, mich einzusaugen.
Warum ist Schweigen für mich so unheimlich? Es mag vielleicht daran liegen, dass ich mit ihm aus meiner Kindheit noch immer Bedrohlichkeit (die Ruhe vor dem sprichwörtlichen Sturm) verbinde, gepaart mit absoluter Hilflosigkeit und dem Gefühl des Ausgeliefertseins. Beides hat bis heute nichts von seiner beängstigenden Präsenz eingebüßt, obwohl die ursprünglichen und prägenden Erfahrungen schon mehrere Jahrzehnte zurückliegen, und ihr Verursacher nicht mehr lebt.
Eigentlich kann auch gemeinsames Schweigen etwas Verbindendes haben - als Ausdruck von Entspanntheit und Vertrauen. Für einen Moment innehalten, das Gesprochene nachklingen, nachwirken lassen, die Gedanken neu sortieren, um das Gespräch wieder aufzunehmen. Und eben nicht panisch und hektisch nach einem neuen Thema suchen und dabei vielleicht peinlich Unbedachtes zu äußern, nur um die Stille und das sich aubreitende Chaos im Inneren zu übertönen.
Ich merke jedes Mal in einer solchen Situation, dass vermeintliche Souveränität oder Selbstsicherheit nichts absolutes ist, sondern urplötzlich zu Makulatur werden kann. Aber ich arbeite daran.

Donnerstag, 14. Juli 2016

Metamorphosen

Früher hätte ich mich gekränkt und verletzt
in meine Ecke zurückgezogen
wenn eine Frau mich
zurückgewiesen und meine Gefühle
nicht erwiedert hätte.

Es hätte mich in meiner Absonderlichkeit
und dem Gefühl nicht liebenswert zu sein
bestätigt und meine Scheu vor dem anderen Geschlecht
ins Unermessliche gesteigert.

Aber heute freue ich mich von Herzen
einen wervollen und
unerhört tiefgründigen Menschen
kennengelernt zu haben,
dessen Freundschaft eine Bereicherung
für mein Leben sein wird
und dem ich schon nach kurzer Zeit
so viel bedeute, dass er mir
seine Freundschaft schenkt.

Und das Leben geht weiter
so wie meine Suche nach der Einen
in der Gewissheit
dass sie irgendwo
schon auf mich wartet!



Mittwoch, 13. Juli 2016

Tolle Frau -Tolles Date

Wie kann ich ein wirklich wunderbares erstes Date mit einer charmanten, schlagfertigen, gebildeten und wirklich hübschen Frau in Worte fassen?
Nach all der Nervosität der letzten Tage - und insbesondere in den letzten paar Minuten vor dem ersten Aufeinandertreffen am Bahnhof - waren es drei völlig entspannte, wundervolle und gesprächsintensive Stunden, in denen wir wirklich viele Übereinstimmungen entdeckt haben und auch gemeinsam lachen konnten. Gerade Letzteres finde ich besonders wichtig, denn Humor verbindet und zeugt (von den Entgleisungen sogenannter Comedians wie z. B. Mario Barth einmal abgesehen) auch von wirklicher Intelligenz.
In den letzten Wochen hatte ich mir ja im Vorfeld alle möglichen Gedanken zu dem Date gemacht. Sie reichten vor großer Vorfreude, über Zweifel bis hin zu einer unerwarteten Absage in letzter Minute. Das alles ist jetzt Makulatur, und ich habe eine Frau kennenlernen dürfen, die meine Erwartungen einfach in den Schatten stellt. Ein wenig muss ich mich zügeln, denn ich glaube, ihr wäre es unangenehm, würde ich sie mit Lobeshymnen überziehen, und sie idealisieren, oder gar meinen etwas überschäumenden Gefühlen Ausdruck verleihen. Möglicherweise würde ich sie damit auch eher abschrecken, also begnüge ich mich damit zu sagen: sie ist einfach toll und ich mag sie sehr!
Im Moment habe ich noch keine Ahnung, wie es weitergeht. Wir werden mailen, telefonieren, und uns hoffentlich bald wiedersehen. Und darauf freue ich mich sehr!

Montag, 11. Juli 2016

Galoppierender Irrsinn

Es tut mir leid, wenn ich momentan ein wenig monothematisch unterwegs bin, aber schließlich habe ich nicht jeden Tag ein Date, und bin in diesem Thema auch noch nicht allzu lange unterwegs. (Für diejenigen unter Euch, die das nervt: Einfach nicht lesen!) Stop: Nein, es tut mir nicht leid, denn schließlich ist es mein Blog, der sich mit meinen Themen und Gedanken befasst!
Die Nervosität steigt und ich spüre meine Unsicherheiten von Tag zu Tag deutlicher. Die üblichen Fragen, wie: "was ist wenn...", "wie verhalte ich mich, wenn sie...", oder "...wenn ich.." kreisen in meinem Kopf, und blockieren meinen "Alltagsverstand".
Mit "Alltagsverstand" meine ich jenen Teil meines Hirns, der mir bei der Bewältigung meiner täglichen Aufgaben (egal ob selbstgewählt, oder auferlegt) mehr oder minder hilfreich zur Seite steht. Normalerweise ist darauf Verlass, aber jetzt hat eine Horde wildgewordener Wünsche, Sehnsüchte und blöder Erinnerungen die Kontrolle übernommen. Sie lassen mir kaum mehr eine ruhige Minute, hindern mich am Einschlafen und zerren an mir herum: Wie wird sie sein? Werde ich enttäuscht sein, und alle Wünsche zerplatzen wie Seifenblasen? Werde ich mich Knall auf Fall verlieben? Und so weiter...
Leute, ich bin fast Fünfzig, und sollte mit deutlich mehr Gelassenheit und Abgeklärtheit durchs Leben gehen! Außerdem ist sie nicht mein erstes Date und wird (aller Wahrscheinlichkeit nach) auch nicht mein letztes sein. Aber was verdammt noch mal ist, wenn sie "die Eine" ist? Ich bin gut darin, Dinge zu vermasseln, und ich glaube, darüber mache ich mir die meisten Sorgen. Da hilt auch kein gutes Zureden (Ruhig, Brauner: mach laaangsam und reiß dich am Riemen). Vielleicht sollte ich es einfach aushalten, temporär unter galoppierendem Irrsinn zu leiden, und mich darüber freuen, dass eine Frau mich für interessant und vertrauenswürdig genug hält, um mich persönlich kennenlernen zu wollen (und sich vielleicht genauso darauf freut, und genauso nervös ist, wie ich). Schließlich ist diese Freude berechtigt, und vermutlich auch "normal" nach meiner langen Durststrecke. Und morgen am Nachmittag bin ich klüger, um eine Erfahrung reicher, und kann meine Gefühle mit realen Fakten untermauern. Oder auch nicht. Und vermutlich wird alles ganz anders kommen, als meine aufgeputschte Fantasie mir es im Moment vorgaukelt. In diesem Sinne: ich halte Euch auf dem Laufenden!




Sonntag, 10. Juli 2016

Postpubertäre Anwandlungen

Ich bin nervös, und meine Gedanken fahren (mal wieder) Karussel - je näher der Termin meines ersten Dates rückt. Manchmal bin ich ein "Kopf auf zwei Beinen", der alle möglichen Eventualitäten und Szenarien vorab und schon fast akribisch durchspielt, und das "Was wäre wenn -Spiel" in Perfektion beherrscht. Das ist lästig, denn es lässt mich nicht zur Ruhe kommen, und steigert meine Aufgeregtheit zwar nicht ins Unermessliche, aber doch bis zu einem Punkt, der es mir schwer macht, mich auf andere Dinge einzulassen und zu konzentrieren.
Gut: es ist eine wirklich interessante Frau, die ich treffen werde. Sie ist attraktiv, besitzt Charme und Humor, und sie ist mit mir intelektuell auf einer Ebene. So eine Kombination ist äußerst selten, und weckt große Hoffnungen und längst vergessen geglaubte Sehnsüchte in mir. Dabei bemühe ich mich nach Kräften um Pragmatismus und Realismus - versuche aus meiner gedanklichen Stärke heraus Vorteile zu ziehen, indem ich mir vor Augen halte, dass ein erstes Date und mehrere Telefonate noch längst nicht die Liebe meines Lebens ausmachen können, und dass es tatsächlich Zeit braucht, um einen Menschen kennenzulernen und tiefer gehende Gefühle zu entwickeln. Und außerdem bin ich kein sechzehnjähriger Teenager im Vollrausch seiner hormonell bedingten Gefühle, sondern ein erwachsener, halbwegs reflektierter und lebenserfahrener Mann nahe der Fünfzig, der aber gerade auf dem besten Wege ist, sich genauso aufzuführen, als sei er eben jener Sechzehnjährige. Das nervt und stört mein Gleichgewicht!
Es mangelt mir an Erfahrung und "Routine", was Frauen betrifft. Außerdem bin ein "gebranntes Kind" in Sachen Beziehungen, beziehungsweise bezüglich deren tendenziell immer eher unglücklichen Ausgangs. Und das ist auch der Grund für meine annährend zehnjährige Abstinenz, die eher aus einer Vernunftentscheidung, als aus tiefster Überzeugung heraus angedauert hat. Denn zum Eremiten tauge ich nicht und mag "die Frauen" an sich viel zu sehr, um auf ihre Gesellschaft und die schönen Seiten einer glücklichen und harmonischen Beziehung auf Dauer verzichten zu können und zu wollen. Und inzwischen fühle ich mich tatsächlich reif und lebenserfahren genug, um mich in aller Konsequenz auf einen Menschen einlassen zu können und zu wollen. Aber es hängt ja nicht nur von mir ab, sondern auch von meinem Gegenüber, ob das gelingen kann und ob "Sie" die Richtige sein kann, weiß ich schlichtweg nicht. Auch wenn ich es mir vielleicht wünsche, und in meiner Fantasie mit den ersten bekannten Fakten herumspiele - mich von meinen Wunschvorstellungen, meiner Sehnsucht lenken lasse.
Bei näherer, und ein wenig wohlwollenderer Betrachtung ist das alles menschlich. Und ich bin unbestreitbar ein Mensch - dazu noch einer mit viel Gefühl und Fantasie. Und am kommenden Dienstag wird sich zeigen, was Wunsch, und was Wirklichkeit ist. 



Freitag, 8. Juli 2016

Nachdenkliches & Wochenresume

Die letzten Wochen waren der pure Stress für mich. Es war ein extremes Wechselbad der Gefühle - und ich bin erschöpft und brauche Ruhe. Aber ich bin nicht zusammengebrochen, und selbst meine Therapeutin hat freudig festgestellt, dass ich kaum noch ängstlich und zögerlich bin, sondern statt dessen gestärkt und mutig nach Vorne schaue. So ein Feedback tut gut, auch wenn sie mir damit nichts Neues gesagt hat, und ich die positiven Veränderungen der letzten Monate selber sehr deutlich - und mit mildem Staunen über mich selber - bemerkt habe.
Mitte August beginne ich einen neuen Job und werde die Zeit bis dahin als wohlverdienten längeren Urlaub nutzen, nachdem gerade die letzten Wochen so voller Ungewissheit waren, und meine Kraftreserven sehr beansprucht haben. Urlaub hatte ich schon sehr lange nicht mehr, aber es gab auch keinerlei Anlass, darüber nachzudenken. Jetzt aber kann ich mit Genuss ausschlafen, mir mit Allem Zeit lassen, herumtrödeln, wie es mir gerade in den Sinn kommt - die Seele "baumeln lassen". Das tut gut - gerade auch im Hinblick darauf, dass ich in der kommenden Woche mal wieder ein erstes date habe, auf das ich mich schon sehr freue, und bei dem ich ausgeruht und im Gleichgewicht sein möchte.
Mein Leben ist unerhört spannend geworden in den letzten Monaten, und es fordert mich deutlich mehr, als die Jahre zuvor. Das ist noch immer ungewohnt, und manchmal beschleichen mich Zweifel, ob das so von Dauer sein wird, oder ob ich irgendwann unversehens wieder in meinen altbekannten Trott verfalle - klammheimlich, und ohne es selber zu bemerken. Andererseits glaube ich, manches ist einfach unumkehrbar, und es gilt einfach, die richtige Balance zu finden, mit und in der ich gut leben kann. Dazu gehört möglicherweise auch, einem noch unbekannten Menschen Zutritt und Einblick in mein Leben zu gewähren - es in all seinen Facetten zu teilen und umgekehrt an einem anderen Leben teilzuhaben. Was das betrifft, so bin ich komplett aus der Übung und es verursacht doch im Vorfeld ein wenig Unbehagen und Unsicherheit darüber, ob ich meinen eigenen Ansprüchen gerecht werden kann. Aber das ist depressives Kopfkino, und ich sollte mir das schleunigst abgewöhnen! Just take it as it comes!
In diesem Sinne: ich halte euch auf dem Laufenden!


Donnerstag, 7. Juli 2016

Unsicherheiten und alte Traumata

Mit meiner Vergangenheit habe abgeschlossen. Eigentlich. Ich sehe keinen Sinn mehr darin, alte Wunden aufzureißen, indem ich unschöne Erinnerungen bewusst heraufbeschwöre - das bringt mir keine neuen Erkenntnisse, und ist damit reine Selbstquälerei ohne Erkenntnisgewinn.
Aber das Leben bietet immer wieder unvorhersehbare Situationen, in denen ich ungewollt an Früheres erinnert werde - inklusive altbekannter Gefühle und Stimmungen. Das ist nicht schön und lässt mich, wenn es geschieht, kurzfristig, aber grundlegend an meiner Souveränität zweifeln. Und es stellt mein Vertrauen in die beteiligten Menschen auf eine harte Probe. Im Grunde weiß ich, wem ich Vertrauen schenken kann und wer mit meiner Vergangenheit gut genug vertraut ist, um meinen bisweilen hilf- und ratlosen Reaktionen Verständnis entgegenbringen zu können. Aber was ist, wenn ich mich täusche, und mir entgegen meiner Hoffnung und Erwartung Ablehnung und Unverständnis entgegengebracht werden? Diese Angst sitzt trotz zahlreicher schöner Erfahrungen noch immer sehr tief, und mit Logik ist ihr nicht beizukommen.
Vor Kurzem musste ich eine dieser sehr selten gewordenen, aber deswegen nicht minder existenziellen Erfahrungen machen - mit noch offenem Ende. Und dabei geht es um liebgewonnene Menschen, die ich über viele Jahre kenne, und denen ich grundsätzlich vertraue. Das macht es so unerhört schwierig - zumal die eigentliche Situation buchstäblich aus dem Nichts entstanden ist, und völlig ungeklärt zwischen uns steht. Das macht mir sehr zu schaffen, denn es gibt fast nichts, was ich mehr hasse als unaufgelöste Konflikte und Situationen. Aus diesem Grund versuche ich immer - soweit es in meiner Macht und in meinen Möglichkeiten liegt - schwierige, oder auch missverständliche Situationen zu klären. Aber manchmal liegt es eben nicht in meiner Macht - weil die Scheu und die Angst vor einer neuen Konfrontation mit ungewissem Ausgang einfach zu groß sind, und es mir an Mut, und vielleicht auch an Selbstvertrauen mangelt.
Während ich diese Zeilen schreibe wird mir aber auch deutlich, dass die Dinge sich verändert haben. Denn ich lasse diese Gedanken zu, spreche sie aus, anstatt sie zu verdrängen und zu leugnen. Das ist neu und gibt mir die Hoffnung, auf dem richtigen Weg zu sein, mit Bedrängnis und Ängsten anders umzugehen, als ich es von Früher kenne und gewohnt bin. Und möglicherweise gilt auch hier das alte Sprichwort: "Es wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird!"

Dienstag, 5. Juli 2016

Die Entdeckung der Langsamkeit

Einfach den Dingen
ihren Lauf lassen
ihnen die Zeit geben
die sie benötigen
um sich zu entfalten
sich zu entwicklen

Nichts erzwingen wollen
und auf das eigene Herz hören
denn es ist ein guter Ratgeber
in Herzensangelegenheiten

Vertrauen fassen
in die Richtigkeit
der eigenen Entscheidungen
und mit Gelassenheit
geschehen lassen
was geschehen soll

Sich an dem erfreuen
was entsteht
es liebevoll beobachten
und mit Geduld
den richtigen Weg einschlagen

Was immer geschehen soll
wird geschehen
im richtigen Moment
am richtigen Ort

Montag, 4. Juli 2016

Konfliktpotential

Auseinandersetzungen sind nie einfach. Ob bewusst, oder unbewusst gerät man immer eine Position des sich Verteidigens und Erklärens. Das ist menschlich und verzeihlich. Aber es ist auch der Grund dafür, warum ich Auseinandersetzungen hasse und nach Kräften zu vermeiden suche. Auseinandersetzungen haben für mich selbst heute noch etwas latent Bedrohliches an sich. Sie erinnern mich an meine früheren, eher hilflosen Versuche mich zu erklären und zu behaupten, während meine Argumente - egal wie stichhaltig sie auch sein mochten - meist ignoriert, oder nicht ernstgenommen wurden.
Um dem etwas entgegenzusetzen, bemühe ich mich heute ganz bewusst um Sachlichkeit und entscheide von Fall zu Fall, ob, und wie weit ich mich auf Diskussionen überhaupt einlasse. Manchmal ist es eben auch ratsam, eine sich zuspitzende Diskussion zu verlassen und abzubrechen; auch, um eine mögliche Eskalation zu vermeiden und Manches besser ungesagt zu lassen. Das brauche ich für meinen Seelenfrieden, auch wenn es immer wieder Gespräche gibt, die mich noch Tage später begleiten, und bei denen ich mich frage, was ich hätte vielleicht anders machen können. Und was meinen "Konfliktpartner" betrifft, so suche ich für mich nach Antworten, was ihn möglicherweise so aus dem Gleichgewicht gebracht haben kann, dass er die sachliche, logische Ebene so rasch verlassen hat. Und auch wenn sich hier nicht immer Antworten finden lassen: mein inneres Gleichgewicht ist immer der Maßstab, nach dem ich entscheide.

Sonntag, 3. Juli 2016

Lebensgedanken und Scheinwelten

Manchmal bin ich einfach zu verkopft und neige dazu, mir alle möglichen Szenarien und Eventualitäten in ihren kleinsten Einzelheiten und in ihren sowohl möglichen, als auch eher unwahrscheinlichen Verläufen auszumalen. Das Dumme dabei ist, das meine Gedanken und die Realitäten und Unwägbarkeiten des tatsächlichen Lebens höchst wahrscheinlich nicht einmal übereinstimmen, und, dass meine Gedankenwelt dabei noch immer ein sehr farben- und nuancenreiches Eigenleben entwickelt.
In früheren Zeiten hatte das seine Berechtigung, weil mein eigenes Leben ein sehr trostloses und zunehmend eingeschränktes war, und meine Gedankenwelt sich so nicht an der Wirklichkeit messen lassen musste. Sie war mein Ersatz.
Heute hingegen findet mein eigentliches Leben "draußen" in der Wirklichkeit statt. Das ist bisweilen noch immer ungewohnt, und gelegentlich auch kräftezehrend. Aber mich in meinen Gedanken zu vergraben, oder mich hinter ihnen zu verbergen, ist keine Alternative mehr- zumindest dann nicht, wenn sie mich daran hindern, die Wirklichkeit unbefangen und mit gesunder Neugierde zu erkunden und zuzulassen. Und Unbefangenheit und Neugierde sind gerade bei neuen Begegnungen unerlässlich. Denn sie finden in der Wirklichkeit statt - inklusive aller nicht vorhersehbaren und nicht beherrschbaren Eventualitäten. Sie gehören einfach dazu- nebst möglichen Enttäuschungen und Irrtümern. Leben ist schließlich das was passiert, während du andere Pläne machst.


Samstag, 2. Juli 2016

Der Fußball und ich...

...zwei Welten prallen aufeinander? Im Prinzip stimmt das: im Gegensatz zu den meisten meiner Landsleute halte ich mich nicht für einen Fußballexperten (ich kenne nicht einmal die Regeln), und bringe dem sportlichen Alltag der Bundesliga nur ein äußerst peripheres Interesse entgegen. Lediglich wenn es um etwas geht, wie jetzt bei der EM, ist mein Interesse deutlich größer und ich empfinde tatsächlich Spaß beim Anschauen der Wettkämpfe. Und ich fiebere tatsächlich mit "der Mannschaft" mit, und hoffe, sie möge möglichst weit im Turnier kommen.
Meine Welt hat sich in der letzten Zeit (manchmal sogar entgegen meinem eigenen Empfinden) zunehmend und deutlich vergrößert. Ich nehme wieder Anteil an dem, was um mich herum passiert und habe deutlich mehr Spaß an "banalen" Dingen, die für meine eigentlichen Interessen keinerlei Relevanz besitzen, sondern lediglich reinen Spaß-Charakter haben. Man nennt das - glaube ich - auch Lebensfreude.
Lebensfreude und Depressionen schließen sich gegenseitig aus: in der Depression verengt sich das eigene Blickfeld auf die Kleinigkeiten und Unzulänglichkeiten der eigenen Existenz, an denen man tagtäglich glorios scheitert und verzweifelt. Da bleibt kein Platz für das "Große Ganze", oder gar Trivialitäten, wie zum Beispiel Fußball. Aber seit einigen Monaten haben meine Depressionen sich buchstäblich in Luft aufgelöst. Das heißt nicht, dass ich keinerlei Unsicherheiten oder trübe Gedanken mehr in mir habe. Aber sie sind gewissermaßen auf "Normalmaß" geschrumpft und damit beherrschbar geworden. Und so habe ich jetzt auch Freude daran, brüllend auf dem Sofa zu sitzen und unsere Jungs durch den Fernseher anzufeuren, oder mich zu lautstark zu ärgern, wenn eine für mich als Fußballexperten offensichtliche Torchance nicht genutzt wurde. Das macht Spaß und zeigt mir, dass das Leben deutlich mehr zu bieten hat, als nur graues Einerlei und schwergewichtige Probleme, deren Lösung in allzu weiter Ferne liegt. Also Jungs: heute schicken wir die Italiener nachhause!

Freitag, 1. Juli 2016

Dates & Mails & Sprachfetischismus

In der kommenden Woche habe ich (voraussichtlich) ein weiteres erstes Date. Und freue mich sehr darauf. Und bin nervös wie ein Teenager.
Gestern haben wir das erste Mal miteinander telefoniert, nachdem wir uns über einen längeren Zeitraum sehr intensiv geschrieben haben - sehr offen, sehr ehrlich und manchmal auch sehr direkt. Das Problem beim Schreiben ist, dass Manches ohne persönliches Gespräch, in dem man ja die Modulation der Stimme und das Lachen seines Gegenübers erlebt, sehr absolut und wie in Stein gehauen wirkt. Und das kann problematisch werden. Aber nach einem fast zweistündigen Gespräch, das wir auch nur sehr zögerlich beendet haben, sieht Vieles schon ganz anders aus - gewissermaßen relativ.
Das Schöne am Schreiben ist: man erkennt sehr schnell, ob der (die) Andere mit einem selber auf dem gleichen sprachlichen Niveau ist. Und das ist mir verdammt wichtig, denn auch gutes sprachliches (und grammatikalisches) Ausdrucksvermögen macht sexy! Darüber mussten wir gestern beide grinsen, und das stimmt mich bei aller Vorsicht doch sehr zuversichtlich...
Ich halte euch wie immer auf dem Laufenden!