Dienstag, 28. Februar 2017

"Pause machen und Rauchen sind nicht erwünscht"

Wo kämen wir denn auch hin, wenn Arbeitnehmer sich auf der Arbeit wohlfühlen, und - anstatt von Dienstbeginn bis Dienstende fleißig durchzuarbeiten, sich zwischendurch entspannen, oder sich sogar erdreisten, ein Schwätzchen zu halten?
Was wie blanker Sarkasmus klingt, musste ich leider bei meinem jüngsten "Jobexperiment" live und in Farbe erleben; was mich dazu gebracht hat, den Vertrag erst garnicht zu unterschreiben, und vorzeitig und fluchtartig meine Wirkungsstätte hinter mir zu lassen. Und ich ärgere mich darüber, dass ich  bei der Auswahl meiner Jobs offensichtlich keine glückliche Hand habe. Statt dessen reagiere ich jedes verdammte Mal mit großer Euphorie, wenn sich mir eine scheinbar gute Chance bietet, und unterdrücke routiniert jegliches ungute Gefühl, das mich beim Vorstellungsgespräch beschleicht, oder - wie im jüngsten Fall - ignoriere geflissentlich die sehr offenen Warnungen meiner künftigen Kollegen.
Jedes Mal muss ich mir im Rückblick eingestehen, dass mich die Aussicht auf eine Verbesserung meiner finanziellen Situation und die Verlockung, etwas "Normalität" in meinen Alltag zu bringen, gegenüber Vorahnungen und Zweifeln blind gemacht hat, und ich am Ende mal wieder den Schaden habe, mich psychisch so ausgelaugt zu haben, dass ich mich erschöpft, müde und äußerst gereizt fühle. Mein mühsam erkämpftes Gleichgewicht ist beim Teufel und ich werde äußerst unsanft an meine Grenzen erinnert.
Warum tue ich mir das an? Es mutet fast so an, als müsse ich mir in gewissen Abständen die Bestätigung holen, für den Arbeitsalltag tatsächlich nicht mehr zu taugen. Und das, indem ich mir mit schöner Regelmäßigkeit eine blutige Nase hole und Wochen benötige, um mich von den Erlebnissen zu erholen und die Vorkommnisse zu verarbeiten.
Bin ich also ein Masochist, dem es Vergnügen bereitet, sich selber zu quälen und dessen Lebenselexier darin besteht, die eigenen Grenzen immer wieder zu erfahren? Was ich in meinem Leben brauche, ist mehr Gelassenheit im Umgang mit mir selber und die Akzeptanz dafür, dass ich eben nicht "normal" bin und meine Stärken auf anderen Gebieten liegen als im Arbeitsleben. Aber manchmal brauche ich eben mehrere Runden um das selbe Thema herum, bis ich begriffen habe, worauf es ankommt. Bin eben ein Spätzünder...

Dienstag, 14. Februar 2017

Begegnungen

Manchmal sind es die scheinbar kleinen Dinge, die unversehens eine große und nachhaltige Wirkung entfalten. Vor kurzem habe ich meinen Geburtstag gefeiert und beinahe wäre die Feier ins Wasser gefallen, weil mehrere Gäste kurzfristig abgesagt hatten. Umso mehr habe ich mich dann gefreut, als mein bester Freund heimlich für "Ersatz" gesorgt hat und damit die Feier rettete.

Es war nicht nur ein flüchtiger Moment der Freude, sondern ein sehr nachhaltiger und andauernder - denn an dieser Situation ist mir sehr bewusst geworden, wie wichtig ich offensichtlich meinen Freunden bin, und wie sehr ich von ihnen  gewertschätzt werde. Und das ist ein wirklich wundervolles Gefühl, das meine Sicht auf die mir wichtigen Menschen vertieft und verändert hat. Ich fühle mich als Teil einer Gemeinschaft  - gleichberechtigt und herzlich angenommen und willkommen.

Und dann ist da das vergangene Wochenende, an dem ich zusammen mit meinem besten Freund einen gemeinsamen Bekannten besucht habe.Diese Begegnung war so packend und intensiv, dass sie mir noch immer nachgeht , weil sie mich zum Nachdenken über den unschätzbaren Wert von Begegnungen und den Austausch zwischen miteinander harmonierenden Menschen gebracht hat.

Ich habe festgestellt, wie wichtig mir so ein Austausch mit authentischen Menschen ist, und dass es dabei nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität der Begegnungen ankommt. Die wirklich einzige Voraussetzung dafür ist, sich wirklich einlassen zu können und zu wollen - ohne Scheu. Dann wird man reichlich belohnt!