Sonntag, 25. Juni 2017

Verletzungen

Ich habe in meinem
bisherigen Leben
viele Verletzungen davongetragen -
Verletzungen an der Seele

Und über viele Jahre
haben mich diese Verletzungen
misstrauisch und einsam gemacht

In anderen Menschen
sah ich meine Feinde
denen nicht zu trauen war
und deren Handeln
ich nicht verstehen konnte

Wenn mich heute ein Mensch
absichtsvoll verletzt
mein Vertrauen und mich missbraucht
dann tut das noch immer weh
so weh, dass ich schreien könnte
aber trotzdem hat sich
etwas verändert

Es sind dann
nicht alle Menschen
sonder nur der eine
und ich weiß, dass all die Anderen
keine Arschlöcher sind
die meine Wut
meine Verletztheit
zu spüren bekommen müssen

Ich habe gelernt
mich zu wehren
und dem Schmerz nicht
vollkommen das Feld
zu überlassen

Ich habe gelernt
zu trauern und
das Erlebte zu verarbeiten
um mich dann wieder
meinem Leben
meinen Gedanken
zuwenden zu können

Donnerstag, 22. Juni 2017

Sprache und Sprachlosigkeit

Seit etlichen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Sprache als Mittel der Kommunikation. Dabei achte ich sehr sorgsam darauf, wie ich mich ausdrücke, Dinge formuliere, damit das von mir gesagte oder geschriebene Wort bei meinem Gegenüber möglichst unverfälscht und vor allem frei von Missverständnissen ankommt.

Es ist mir außerordentlich wichtig, mit der Sprache sehr achtsam umzugehen; also genau zu überlegen, wie ich ein Gefühl, einen Eindruck oder eine Begebenheit schildere, damit andere Menschen einen authentischen Eindruck von dem bekommen, was sich mitteilen möchte.

In "Grenzgänger" habe ich berichtet, dass ich sehr früh meiner Sprachmächtigkeit beraubt wurde durch eine psychosomatische Sprachstörung, die es mir für viele Jahre unmöglich gemacht hat mich frei und ungehindert mitteilen zu können. Das war furchtbar für mich - nicht nur, weil ich mich kaum noch getraut habe frei zu sprechen, sondern auch, weil ich wegen meiner Behinderung sehr viel Spott zu ertragen hatte. Diese Erlebnisse haben mich sehr geprägt und mich zur damaligen Zeit bewogen, sehr viel zu lesen. Auf diese Weise wurde mein Sprachgefühl sehr ausgeprägt und mit den Jahren konnte ich immer feinere Nuancen erkennen. Je mehr ich allerdings las und meine verkümmerten Fähigkeiten mit dem Gelesenen verglich, umso verzweifelter wurde ich. Mein Bild von mir selber war durch mein Unvermögen, meine Unsicherheit sehr verzerrt und entsprach nicht dem, was andere an mir wahrnahmen - nämlich eine Sprachbegabung.

Meine Mutter hat Sprache, beziehungsweise die Verweigerung jeglicher Kommunikation, als Strafe gegen mich eingesetzt. Über mehrere Tage hinweg wurde mir jegliches Gespräch, über das Allernotwendigste hinaus, verweigert, bis ich meine Vergehen eingestand. Ich habe das immer als ungeheuer quälend empfunden und es hat mir große Angst bereitet. So bereitet mir bis zum heutigen Tag längeres Schweigen noch immer großes Unbehagen und ganz unwillkürlich empfinde ich es als schwere Strafe für irgendein Fehlverhalten meinerseits - allerdings ohne zu wissen, wofür genau. Umso wichtiger ist es mir mit der Zeit geworden, diese Sprachlosigkeit zu überwinden und um fast jeden Preis das Gespräch zu suchen.

Fehlende Sprache und fehlende Kommunikation haben so meine gesamte Kindheit und Jugend geprägt - bis hinein ins Erwachsenenalter. Und nur ganz allmählich und unter großen Mühen habe ich mir meine Sprachmächtigkeit zurückerobert und hüte sie seitdem wie meinen Augapfel.

Frei sprechen zu können, mich damit zu zeigen, und das geschriebene Wort zu pflegen, haben sich für mich zu Grundbedürfnissen entwickelt. Sie bilden ein starkes Gegengewicht zu meiner früheren, mich vollkommen beherrschenden Sprachlosigkeit und dem damals vorherrschenden Gefühl, nicht wahrgenommen, geschweige denn respektiert zu werden. Für mich ist Sprache - alles!


Mittwoch, 21. Juni 2017

Neue Erfahrungen und ganz viel Mut

Die letzten Monate waren nicht nur äußerst bewegt und bisweilen emotional sehr belastend; sie waren für mich auch äußerst lehrreich. Und sie haben mich ungeachtet der seelischen Belastung darin bestärkt, dass ich eigentlich auf einem guten Weg bin, meinem Leben neue Nuancen hinzuzfügen.

Mich derart intensiv mit meinen Gefühlsausbrüchen und mit anderen Menschen im engen Miteinander zu beschäftigen, war und ist sehr ungewohnt.  Meine bisherigen Freundschaften und auch die familiären Beziehungen laufen allesamt in relativ ruhigen Gewässern. Ich fühle mich dort sicher - mit klaren Strukturen und einem über die Jahre und Jahrzehnte eingespielten Miteinander. 

Verlässlichkeit und Kontinuität sind die Begriffe, mit denen sich diese Beziehungen am Besten kennzeichnen lassen und beides ist für mich und mein großes Bedürfnis nach klaren Strukturen, Durchschaubarkeit und Sicherheit absolut unabdingbar. Sowohl bei meinen beiden Geschwistern, als auch bei den langjährigen Freunden finde ich genau das und es tut mir unendlich gut.

Bei der bereits des Öfteren erwähnten Frau ist das alles komplett anders: Es ist eine große emotionale Nähe zwischen uns, wie ich sie nur aus langjährigen Freundschaften und Beziehungen kenne und die hier innerhalb kürzester Zeit entstanden ist. Und dieses Miteinander berührt und bewegt mich auf eine Weise, wie ich sie in dieser einmaligen und mich sehr fordernden Intensität bisher noch nie erlebt habe. Es ist so, als ob wir uns schon ein Leben lang kennen und unendlich viel Zeit miteinander verbracht hätten. Das alle hat mich immer wieder vollkommen verwirrt, aufgewühlt und an meine Grenzen gebracht. 

Das Fatale daran ist, dass diese Nähe und scheinbare Vertrautheit auch Erinnerungen an die sehr unschönen und traumatischen Zeiten meiner Kindheit und Jugend wieder zum Erwachen gebracht hat - mit ebenso fatalen und verheerenden Folgen für uns beide. Inzwischen ist es aber (hoffentlich) überstanden und wir beide sind um wichtige Erfahrungen in unserer sehr speziellen Beziehung zueinander reicher, die es uns in Zunkunft leichter machen können, noch mehr Verständnis und Toleranz für einander zu entwickeln.

Und dann ist da das Schreiben und Veröffentlichen: Als ich im vergangenen Jahr die erste Version von "Grenzgänger" verfasst habe, war das eine unglaublich intensive und wunderschöne Zeit für mich. Zu entdecken, dass ich eine Begabung habe, das was mich bewegt in Sprache zu gießen, auszuformulieren und anderen Menschen mitzuteilen, hat etwas sehr Befreiendes und unglaublich Schöpferisches für mich. Ich habe die Erfahrung machen dürfen, dass dieser kreative Prozess Kräfte in mir freigesetzt hat, die ich bei mir nie vermutet hätte. Und die mich seitdem anspornen, damit weiterzumachen.

Seit ein paar Monaten bin ich nun damit befasst gewesen, "Grenzgänger" zu überarbeiten und einen Gedichtband ("Zwischen den Zeilen") zusammenzustellen - beides inzwischen veröffentlicht und mit einigen Exemplaren sogar bereits verkauft. Das sind für mich echte und nachhaltige Erfolgserlebnisse und Balsam für jemanden wie mich, für den Neuanfänge, neue Dinge auszuprobieren immer mit großer, lähmender Angst und leider auch mit Scheitern verbunden war - bis jetzt.

Ich habe neuen Mut gefasst und dieser Mut trägt mich auch in den anderen Bereichen meines Lebens. Er treibt mich an, die Dinge anzugehen und mich auszuprobieren - ohne Scheu und mit ganz viel Neugier, auch unbekanntes Terrain zu betreten, wie zum Beispiel Buchcover selber zu gestalten und Lesungen zu veranstalten. Oder mich in die Feinheiten der Blogsoftware einzuarbeiten, anstatt wie bisher nur die grundlegenden Funktionen zu nutzen. Das alles macht unglaublich viel Spaß und ganz nebenbei habe ich durch diese Tätigkeiten auch neue und spannende Kontakte geknüpft.

Ach ja: Und morgen bin ich mit einem Beitrag im Blog von Nora Fieling zu Gast! Vielleicht schaut ihr ja mal rein!

Soweit für heute...








Dienstag, 20. Juni 2017

Vorerst letztes Update zu meinen Büchern

Endlich ist es geschafft! Nach mehrtägigem Feintuning an den Buchcovern (alles in Handarbeit!) sind meine Bücher nun endgültig fertig und warten auf neugierige Kunden...

Für einen ersten Eindruck hier die Bilder:

Grenzgänger:


Zwischen den Zeilen:

Solltet ihr neugierig geworden sein: Man kann sie beide käuflich erwerben!

Montag, 19. Juni 2017

Unbewältigte Traumata, Verständnis und Unerklärliches

Die vergangenen zwei Wochen haben mich (mal wieder) an meine psychische Belastungsgrenze und zeitweise auch darüber hinaus gebracht. Und ich konnte (musste) in dieser Zeit einiges über mich und meine Gefühlseruptionen lernen und leider auch darüber, was sie bei anderen Menschen anrichten können.

Dass ich ein sehr emotionaler Mensch bin, dem bisweilen die Pferde durchgehen, und der sich in für mich schwer durchschaubaren und damit sehr belastenden Situationen kaum noch durch seinen Verstand leiten zu lassen imstande ist - ist für mich nichts Neues. Aber diese Erkenntnis hilft mir nicht dabei, meine seelische Erschütterung darüber klein zu halten, zu welch großen Ungerechtigkeiten ich dann imstande bin. Denn ich bringe nicht nur mich an meine Belastungsgrenzen, sondern zu meinem allergrößten Bedauern auch die Menschen, die es am wenigsten verdient haben, und die davon völlig unvorbereitet und aufs Heftigste getroffen werden. Sie wissen nicht, wie ihnen geschieht, während ich ein Gefangener meiner altbekannten Ängste, unbewältigter Wut und nur unzureichend aufgearbeiteter Kindheitstraumata bin.

Diese allzu heftigen Gefühlsausbrüche kosten mich nicht nur meine ganze Kraft, sie bereiten mir auch große Angst und Schuldgefühle gegenüber meinen Vertrauten, die es nicht verdient haben, so von mir behandelt zu werden - bar jeder Logik und Vernunft. Umso mehr berührt es mich dann, wenn mir nicht nur vergeben wird, sondern mir gleichzeitig auch so viel Verständnis und Mitgefühl entgegengebracht wird, dass es mir die Sprache verschlägt.

Gerade im Zwischenmenschlichen stehe ich immer wieder vor noch ungelösten Rätseln. Die Art und Weise, wie richtige Freundschaften, Beziehungen "funktionieren" und welch ein schier unerschöpfliches Reservoir an Geduld, Toleranz und Mitgefühl mir entgegen meiner Logik so häufig zur Verfügung gestellt wird - ich vermag es nicht zu begreifen. Aber umso dankbarer und glücklicher bin ich darüber, dass ich solche Menschen meine Freunde nennen darf. DANKE!

Sonntag, 18. Juni 2017

Umzugsstress

Gestern endlich hielt ich die Belegexemplare meiner beiden Bücher in den Händen... und war entsetzt! Noch nie habe ich dermaßen billig- und schlecht gemachte Bücher gesehen!

Was also tun? Diese Bücher kann ich niemandem anbieten, geschweige denn, sie ernsthaft in den Verkauf geben. Das würde meinen Ruf als Autor ernsthaft und nachhaltig schädigen.

In einer Nachtschicht bin ich also erneut mit meinen Büchern umgezogen, und zwar zu epubli, einer Selfpublisher - Plattform. Dort habe ich "Grenzgänger" als Taschenbuch und eBook, "Zwischen den Zeilen" lediglich als Taschenbuch hochgeladen und eingerichtet.

In circa zwei Wochen werden sie im gesamten Buchhandel gelistet - und online bei Amazon und Google -Books bestellbar sein. Die eBook- Version ist dann bei allen großen Online-Distibutoren erhältlich.

Und ich bin geschafft, ziemlich genervt, aber dennoch voller Hoffnung, dass nun endlich Ruhe einkehrt, sodass  ich mich neuen Projekten widmen kann - und möglichst vielen Lesungen.

Und hier noch ein erster Eindruck vom Aussehen: 


 

Samstag, 17. Juni 2017

In eigener Sache

Ich habe meinen beiden Büchern "Grenzgänger" und "Zwischen den Zeilen" jeweils ein neues Buchcover spendiert, die in ein paar Tagen auch für die eBook-Versionen verfügbar sein werden: 


Grenzgänger:





Zwischen den Zeilen:







Die Cover sind selbst entworfen und gestaltet, und haben eine Heidenarbeit gemacht - aber auch jede Menge Freude! Und ich glaube, dass sie den Inhalt, die Stimmung des jeweiligen Buches besser widerspiegeln als die vorherigen.

Sollten sie euch damit neugierig auf den Inhalt gemacht haben, freut mich das natürlich...




Alte Narben, neue Wunden

Die Ereignisse der letzten zwei Wochen haben mich an meine Grenzen gebracht. Ich bin erschöpft, noch immer unendlich traurig und alte, und längst vergessen geglaubte Wunden sind wieder aufgerissen worden.

Eine der schlimmsten Strafen - wenn nicht sogar DIE schlimmste Strafe in meiner Kindheit - war tagelanges eisiges Schweigen. Und ich habe es wirklich oft erleiden müssen, dass bis auf das Allernotwendigste zuhause kein einziges Wort mit mir gewechselt wurde; bis ich meine großen und immer tiefersitzenden Ängste überwinden konnte, und meine Mutter für mein "Vergehen" um Verzeihung bat, damit die "stille Messe" schließlich ein Ende finden konnte und mir "auf Bewährung" vergeben wurde.

Diese quälende Ungewissheit, diese tiefsitzenden Ängste und mein Unvermögen, diese bedrohliche und mir Magenschmerzen bereitende Mauer des Schweigens zu durchbrechen - das alles hat dazu geführt, mich sprachlos und starr vor Angst werden zu lassen. Und immer, wenn schwierige Situationen in meinem Leben auftraten, bin ich verstummt und war außerstande, den Konflikt auf die richtige Weise zu lösen - nämlich durch ein klärendes Gespräch.

Im Laufe der Jahre habe ich  - auch durch meine Therapien - dazulernen dürfen. Vor allem habe ich gelernt, nicht alles demütig über mich ergehen zu lassen. Meine Gefühle, mein Empfinden ernst zu nehmen und mich zu schützen, wenn etwas über meine Kräfte geht, gehört ebenfalls dazu. Und es ist mir zu einem großen, inneren Bedürfnis geworden, einstmals bedrohliche Situationen zu klären, zu bereinigen. Das kostet mich bis zum heutigen Tag große Überwindung. Denn die "stillen Messen" und das mit ihnen untrennbar verbundene eisige Schweigen von damals sind noch immer sehr gegenwärtig. Und ich muss jedes Mal all meinen Mut aufwenden, um dagegen anzugehen und um das Gespräch suchen zu können.

Bis heute bereiten mir schweigende Menschen und ungeklärte Situationen großes inneres Unwohlsein. Und sie lösen den Impuls in mir aus, mich zur Wehr zu setzen, weil ich es einfach nicht länger hinnehmen und ertragen mag und kann. Und das bringt mich zurück zu den letzten zwei Wochen: Um eine Situation erfassen und im Wortsinn "be-greifen" zu können, muss ich sie verstehen. Denn auch wenn das Verhalten meines Gegenübers mit mir und meinem Verhalten nicht unmittelbar etwas zu tun hat, sondern in eigenen Unzulänglichkeiten und Problemen begründet ist - die verheerenden Auswirkungen treffen mich trotzdem mit voller Wucht und bringen alte Dämonen wieder zum Erwachen. Und wenn das geschieht, dann vermag ich nicht länger überlegt und vernünftig zu handeln. Das ist bedauerlich, denn mit meiner heftigen Reaktion mache ich alles nur noch schlimmer!

Ich bin mir meiner Unzulänglichkeiten sehr bewusst und weiß, dass ich kein "pflegeleichter" Mensch bin. Und daran verzweifele ich gelegentlich, denn ich mache es damit anderen Menschen nicht gerade leicht, mit mir befreundet zu sein. Umso dankbarer bin ich für die Menschen, die mich auch in solch schwierigen Zeiten und mit meinen Narben begleiten und mir mit ganz viel Geduld und Verständnis zur Seite stehen. Daher an dieser Stelle: DANKE!

Freitag, 16. Juni 2017

Vertrauensbruch

Ich bin fassungslos... Der Mensch, von dem ich fest geglaubt habe, dass er mich nicht nur vollständig begreift, sondern mich auch um meiner selbst Willen sehr schätzt und mag, hat sich ohne ein Wort aus meinem Leben verabschiedet. Wobei - verabschiedet? Dieses Wort setzt eigentlich voraus, dass es einen Abschied gegeben hätte - eine Erklärung, eine Entschuldigung, eine Bitte um Verständnis. Aber nichts davon hat stattgefunden. Statt dessen ein feiges Wegducken und ein mich komplett ins Leere-laufen- lassen mit meinen Versuchen, Kontakt aufzunehmen.

Und nun fühle ich mich abgrundtief traurig und zutiefst verletzt und seelisch missbraucht. Eigentlich fehlen mir komplett die Worte, um meinen Seelenzustand zu beschreiben, denn das Gefühlschaos in mir hat sich bereits über die letzten zwei Wochen "zusammengebraut" - noch immer mit dem kleinen Fünkchen Hoffnung verbunden, es gebe eine gute Erklärung für das Schweigen, und alles würde sich am Ende erleichternd und erklärend "in Luft auflösen".

Dieser Mensch hat genau gewusst was er tut. Denn er wusste um meine traumatischen Erfahrungen und meine gestörte Kommunikation im Elternhaus. Dieser Mensch wusste genau, was er mit seinem sich verweigernden Schweigen anrichtet. Und er hat sich sehenden Auges dazu entschieden, genau diesen Weg zu gehen. Und genau das macht es so unfassbar. 

Menschen können einander auch unabsichtlich verletzen. Das ist verzeihlich - zumal ich größten Wert darauf lege, Missverständnisse und ungewollt Gesagtes im Gespräch zu bereinigen. Und das so schnell wie möglich. Denn je länger eine ungeklärte Situation vor sich hingährt, umso mehr mischen sich unangenehme und heftige Gefühle hinein und machen es immer schwerer, das Gespräch zu suchen.

Früher fiel es mir ungemein schwer, solche Konflikte von mir aus zu lösen. Zu groß war meine Angst, sodass ich es immer demütig und schicksalsergeben hingenommen habe, wenn ein Mensch sich aus meinem Leben davonstahl oder mich auf andere Weise verletzte und missachtete, ohne ein Wort zu sagen. 

Vielleicht hat auch dieser Mensch diese große Angst in sich. Aber ich weiß es eben nicht; und aus unseren sehr intensiven Gesprächen hatte ich den Eindruck, dass er mir ein wirklich tiefes Vertrauen engegenbringt, das ich vorbehaltlos erwidert habe. Es ist also auch eine Art Vertrauensbruch, den ich jetzt erlitten habe. Und gerade Vertrauen in einen anderen Menschen zu fassen, ist mein großes und von massiven Hindernissen begleitetes Lebensthema.

Wenn ich das bisher Geschriebene noch einmal lese, fällt mir auf, wie gefasst und rational das alles klingt. Denn eigentlich ist mir nach Schreien und Weinen zumute. Vielleicht würden diese Beiden es mir sogar leichter machen, mit der Situation fertig zu werden. Ich glaube, lediglich mein Verstand hat die Situation erfasst. Mein Gefühl dagegen weigert sich, das Geschehene und Erlebte in seiner ganzen Wucht zuzulassen. Vielleicht ist das gut so...



Donnerstag, 15. Juni 2017

Sturmwarnung

Manchmal fehlen mir
einfach die Worte
um das Chaos
und den Sturm 
in meinem Inneren
zu beschreiben

Und während es in mir
arbeitet und ich
nicht das geringste Mitspracherecht mehr habe
über die Richtung
meiner Gedanken und Empfindungen
ergreifen die dunklen Kräfte
meiner Vergangenheit
begierig von mir Besitz

Sie zeigen mir
dass kein Verlass
auf andere Menschen ist
und dass ich nur auf mich gestellt
mein Leben zu verbringen habe

Aber in Wirklichkeit
sind da genügend Menschen
und da ist auch Vertrauen
in sie und meine Stärken
und vielleicht hat sich der Sturm
schon bald wieder gelegt

Mittwoch, 14. Juni 2017

Verlustängste und Misstrauen

In "Grenzgänger" habe ich davon erzählt, auf welche Weise meine Verlustängste ihren Anfang genommen haben, und dass sie mich auch noch immer in unterschiedlicher Intensität in meinem Leben bei Freundschaften und Beziehungen begleiten.

Sie überrumpeln mich immer wieder - vor allem dann, wenn es um Menschen geht, die mir in besonderer Weise nahestehen und denen ich sehr zugeneigt bin. Und sie machen mich extrem dünnhäutig und misstrauisch; selbst dann, wenn eigentlich nicht der geringste Anlass besteht.

Gerade in zwischenmenschlichen Beziehungen bin ich ganz besonders stark auf Verlässlichkeit und Kontinuität angewiesen. Und nur diese beiden Eigenschaften geben mir den nötigen Halt, um Vertrauen entwickeln zu können, und um mich in dem unübersichtlichen Labyrinth, das alles Zwischenmenschliche für mich darstellt, wenigstens einigermaßen zurechtfinden zu können.

Die Antagonisten Vertrauen und Misstrauen liegen in meinem Erfahrungsschatz ganz eng beieinander. Und ist mein empfindliches Gefühlsgleichgewicht durch nicht durchschaubare oder durch von mir nicht erklärbare Ereignisse gestört, dann übernehmen die Verlustängste und ein starkes Misstrauen die Führung.

Ich verfüge über ein äußerst reichhaltiges und durch meine Kindheitserfahrungen verfasstes imaginäres Sündenregister, das ich jedes verdammte Mal aufschlage und akribisch studiere, wenn ich einer unklaren Situation gegenüberstehe und den Eindruck habe, dass die Störung der Kommunikation zwischen mir und dem mir nahestehenden Menschen durch mein Verhalten verursacht worden ist. Denn für mich liegt nichts näher, als dass grundsätzlich ich dafür verantwortlich bin, wenn ein Mensch sich nicht - wie eigentlich versprochen - bei mir meldet und ich ihn auch nicht erreichen kann.

Und so forsche ich panisch und voller Misstrauen mir gegenüber in dem oben erwähnten Sündenregister nach, ob sich bei mir ein Fehlverhalten entdecken lässt, das mein Gegenüber verärgert haben, und das dröhnende Schweigen und Nichtmelden bei mir verursacht haben könnte. Und meistens finde ich - nichts! Aber das macht es dann noch schlimmer. Denn wenn nicht ich verantwortlich bin, dann ist bestimmt irgendetwas Schlimmes geschehen. Oder aber mein Gegenüber ist eben doch nur ein mieses Arschloch, das mir nicht die mir zustehende Aufmerksamkeit zuteil werden lassen will;  und mein Kopf brütet ein "worst case Szenario" nach dem anderen aus - aber natürlich ohne jeden Bezug zur Wirklichkeit. Denn vermutlich ist nichts Schlimmes passiert und der Andere hat einfach nicht die Zeit gefunden, sich zu melden.

Solche Situationen sind jedes Mal extrem kräfteraubend und anstrengend, denn ich kann keine Ruhe finden. Und sie lenken mich von all dem Schönen ab, das rings um mich passiert. Fast ist es so, als könne ich mir das Gute, das in meinem Leben passiert, selber nicht gönnen - weil ich es nicht verdient habe, dass mir Gutes widerfährt. Das stimmt mich traurig und ratlos, denn wenn ich es selbst nach so vielen Jahren der Therapie nicht schaffe, mich aus diesem Teufelskreis des negativen und mir selbst schadenden Denkens zu befreien - was dann?

Vielleicht sind diese Verhaltensstrukturen einfach zu fest in mir verankert, als dass sie sich vollständig durch positive Erfahrungen ersetzen ließen. Und ich muss lernen, mit ihnen verantwortungsvoll umzugehen - ohne mir und Anderen damit zuviel Schaden zuzufügen. Denn Misstrauen und Verlustängste sind auf Dauer Beziehungskiller - sowohl für die Beziehung zu mir selber, als auch für die zu den mir Nahestehenden. Und das lasse ich nicht zu!










Dienstag, 13. Juni 2017

Ein wichtiges Anliegen von Nora Fieling!


Normalerweise veröffentliche ich hier nur eigene Texte, aber dieses Anliegen ist wirklich wichtig:


***GESUCHT WERDEN MINDESTENS 30 FREIWILLIGE WELCHE ZURZEIT AUF EINEN THERAPIEPLATZ WARTEN MÜSSEN***
Mitte Juli startet ein Pilotprojekt meiner Freundin Anne, bei welchem ich Co-Trainer (i.A. - in Ausbildung) sein darf ;)
ABER AUF ANFANG:
Vor ein paar Wochen bat ich Euch hier, an einer Umfrage teilzunehmen, welche eine aktuelle Erhebung zu THERAPIEWARTEZEITEN zum Ziel hatte. Diese wurde inzwischen von Anne ausgewertet:
Im Durchschnitt lag die WARTEZEIT bei über NEUN WOCHEN, einige warteten sogar mehr als SECHS MONATE auf einen ambulanten Therapieplatz.

Anne hat ein Resilienz-Trainings-Programm entwickelt, welches sich an Betroffene einer psychischen Erkrankung richtet, die auf einen Therapieplatz warten. 

Das Programm heißt RAMSES und steht für
"RESILIENZ DURCH ACHTSAMKEIT UND MITGEFÜHL UND SCHAFFUNG EMOTIONALER STABILITÄT"
http://www.anncor.de/ramses
Eine BESONDERHEIT des Programms besteht darin, dass es durch Psychiatrie- und KRISENERFAHRENE begleitet wird, wodurch ein Erfahrungsaustausch auf AUGENHÖHE und die Nutzung des ganz INDIVIDUELLEN ERFAHRUNGSWISSENS ermöglicht wird.

Das Programm startet Mitte Juli das erste Mal hier in Berlin und etabliert sich in den nächsten Jahren hoffentlich DEUTSCHLANDWEIT. Denn es soll Betroffenen helfen, die Wartezeit bis zur Therapie SINNVOLL zu überbrücken. 

Worum es genau in dem Kurs geht und was die Inhalte sind, lest ihr hier:
http://www.anncor.de/ramses 

DOCH WOZU SUCHE ICH JETZT 30 PERSONEN?
Da es ein Pilotprojekt ist, findet eine starke Evaluierung statt. D.h., die Teilnehmer führen zu Beginn des Kurses einen Fragebogen zu ihrer PSYCHISCHEN WIDERSTANDSFÄHIGKEIT (Resilienz) aus. Am Ende des Trainingsprogramms, zehn Wochen später, wird derselbe Fragebogen noch einmal von den Teilnehmern ausgefüllt. Im Idealfall ist dann eine VERBESSERUNG ersichtlich.

Doch wir benötigen zur genauen Bestimmung, dass dieses Programm wirkungsvoll ist, eine KONTROLLGRUPPE. D.h. wir suchen derzeit mindestens 30 Menschen, welche auf einen THERAPIEPLATZ warten und welche bereit wären, zwei mal im Abstand von circa zehn Wochen denselben Fragebogen auszufüllen wie unsere Teilnehmer vor Ort. 

Es ist somit ganz egal, wo Du wohnst. Auch ist egal, welche Diagnose Du hast oder welches Therapieverfahren Du machen möchtest. 

Sofern Du uns mit Deiner Teilnahme unterstützen möchtest, schreibe mir bitte eine Mail an
kontakt@nora-fieling.de

Wir brauchen von dir nur Deine Email-Adresse, um dir den Link zum Fragebogen zu senden, die Teilnahme selbst ist ANONYM möglich. 

WAS HAST DU VON DER TEILNAHME?
Sofern Du daran Interesse hast, wirst Du per Mail über die Umfrage-Ergebnisse und die weitere Projektentwicklung informiert. Selbstverständlich bekommst Du von uns KEINEN Spam. Zudem werden Deine persönlichen Daten VERTRAULICH behandelt und nach der zweiten Umfrage vernichtet, wenn du das möchtest. 

Die anonymen Fragebogen-Daten werden nicht vernichtet und Deine Email-Adresse brauchen wir, wenn wir Dich über die Ergebnisse informieren wollen. - Doch dies kannst Du gerne nach der zweiten (und letzten) Fragerunde auswählen.

Anne und ich würden uns SEHR FREUEN, wenn Du uns mit Deiner Teilnahme an den zwei Umfragen unterstützt – und wer weiß, vielleicht findet dieses Trainingsprogramm auch bald bei Dir in der Nähe statt?

Wir bedanken uns schon jetzt ganz doll bei Euch für jede Unterstützung - sei es durch das aktive Mitmachen oder durch das Teilen unseres Aufrufes.
Liebe Grüße,
Eure Anne & Nora

Überforderung

Im Moment bin ich total überfordert! In mir herrscht ein Gefühlschaos aus unbändiger Freude über meine ersten erfolgreichen Schritte als Schriftsteller, die neuen und immens spannenden Kontakte und großer Angst davor, mich damit zu übernehmen. 

Ich vermag nicht abzuschalten und mich zu erholen. Meine Gedanken fahren durchgehend Karussell und ich finde keine Ruhe. Natürlich ist es auch toll, wieder eine so erfüllende Beschäftigung zu haben, aber ich merke, dass ich komplett aus der Übung bin und es mir auch (vielleicht noch) an der nötigen Kraft fehlt.

Ich habe mal geschrieben, dass in früheren Zeiten die Begriffe "Neuanfang" und "Scheitern" für mich untrennbar miteinander verbunden waren. Das ist heute nicht mehr so, denn ich habe in jüngster Zeit die Erfahrung machen dürfen, dass Neuanfänge und neue Ideen auch gelingen können. 

Aber wenn sich zu dem kräftezehrenden Neustart noch gefühlsmäßige Unsicherheiten und Verlustängste gesellen, dann wird es einfach zu viel! Und im Moment ist das so, ohne dass ich einen Ausweg erkennen kann. Das schafft mich und ich habe große Angst davor, wieder auf ganzer Linie zu scheitern und meine neuerworbenen Erfahrungen und Erlebnisse nicht dauerhaft nutzen zu können.

Vielleicht ist das Ganze nur eine Phase und für jemanden wie mich auch gewissermaßen "normal". Und ich versuche, genau darauf meine Hoffnung zu setzen. Außerdem bin ich nicht allein und kann meine Nöte und Ängste mit mir vertrauten Menschen teilen. Und das tröstet mich!

Teaser zur überarbeiteten Version von "Grenzgänger"

Um euch einen ersten Eindruck von der neuen Version von Grenzgänger zu bieten, hier ein Textauszug:

Therapie - Erfolge

Manche Dinge benötigen einen längeren Zeitraum, um ihre volle Wirkung entfalten zu können. Und manchmal müssen auch erst die Voraussetzungen geschaffen werden, damit eine Therapie tatsächlich dauerhafte und sichtbare Veränderungen bewirken kann.


Sich völlig öffnen zu können und auf Wirkungen einzulassen, erfordert große Überwindungskraft und sehr viel Mut. Denn in einer Psychotherapie geht es immer darum, alte Verletzungen aufs Neue zu betrachten und in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen – und das kann außerordentlich schmerzvoll und verstörend sein. Es kann passieren, dass alte Wunden dabei wieder aufreißen, dass man sich erneut komplett schutz- und hilflos fühlt – so wie in der Vergangenheit – und sich wieder einmal als der nirgends wirklich dazugehörige Außenseiter empfindet. Das auszuhalten und trotzdem „am Ball“ zu bleiben, erfordert vor Allem Eines: Tiefes Vertrauen!


Wie ich bereits geschildert habe, ist gerade fehlendes Vertrauen sowohl in meine eigenen Stärken und Fähigkeiten, aber auch und insbesondere in meine Mitmenschen, eine Art Lebensthema für mich. Und umso größer ist für mich der Schritt gewesen, mich vollständig zu öffnen, und anderen Menschen meine Ängste, Traumata und Unsicherheiten zu offenbaren – absolut ehrlich, am Ende meiner Kräfte und nicht wissend, wie diese damit umgehen würden. 


Ich habe viele Jahre dafür gebraucht zu erkennen, dass dieser Schritt der einzig mögliche ist, um die erlittenen Verletzungen meiner Seele ganz allmählich, dafür aber andauernd und wirksam, ihrer Wucht und Einflussnahme auf mein komplettes Leben zu berauben. Dabei ist diese so spät gewonnene Erkenntnis für sich allein noch kein Heilmittel; sie muss jedes Mal unter größter Überwindung und unter Auferbietung aller meiner Kräfte in die Tat umgesetzt werden. Und wie oft bin ich in den letzten zwei Jahren aus der Therapiestunde gegangen mit dem sicheren und vernichtenden Gefühl, dass alle Kraftanstrengung vergebens war und, dass ich niemals eine dauerhafte Besserung meines Leidens erfahren würde.


Psychische Erkrankungen sind tückisch. Sie verweigern sich jeder Logik und Gesetzmäßigkeit und folgen ihren ganz eigenen Regeln. Für einen Menschen wie mich, dem klare Strukturen, Verlässlichkeit und Transparenz so wichtig sind, ist so etwas nur sehr schwer auszuhalten. Ich benötige Überschaubarkeit in allen Bereichen meines Lebens, damit es mir gut geht und ich mich sicher fühlen kann. In einer Psychotherapie lässt sich all das aber nicht finden. Und damit sind wir wieder beim Thema Vertrauen.

Ich musste lernen, mir und meinem Gefühl, das Richtige zu tun, zu vertrauen. Und ich musste lernen, der Kompetenz und dem Willen des Therapeuten, mir helfen zu wollen, zu vertrauen. Und nicht zuletzt musste ich lernen, meinen Mitpatienten dahingehend zu vertrauen, dass sie dazu imstande sein würden, meinen Schilderungen zu folgen und sie richtig zu verstehen, ohne mich für das Geschehene und meine oft sehr verwirrenden und moralisch fragwürdigen Handlungsweisen in der Vergangenheit zu verurteilen und ein verzerrtes Bild von mir zu bekommen. Um im Rückblick glaube ich, dass der letzte auch der schwerste Schritt für mich gewesen ist.


Mein Vertrauen ist reichlich belohnt worden: Gerade in den Momenten, wo ich am Boden lag und in meiner Verzweiflung nicht mehr weiter wusste, habe ich so viel an Rückhalt, an Ermutigung und an Bewunderung für meinen Mut erfahren, dass mir die Worte fehlen, meine Gefühle zu beschreiben. Nach ungezählten Jahren der gefühlten Unsichtbarkeit, der Zurückweisung und der Ignoranz bin ich nun mit allen meinen Facetten sichtbar geworden und habe an Konsistenz, an Glaubwürdigkeit und vor allem an Authentizität gewonnen.


Für meine Mitmenschen bin ich als Mensch erlebbarer geworden und für mich selber um ein Vielfaches reicher an Mut und Erfahrung. Noch immer ist das alles sehr ungewohnt und fühlt sich bisweilen „nicht richtig“ an. Aber mit jedem Mal, dass ich meine Angst überwinde, mich öffne und mein Innerstes zeige, wird es ein wenig leichter und „normaler“. Und darauf kommt es an.

Montag, 12. Juni 2017

Schreiben verbindet

Die Mühen der letzten Tage haben sich gelohnt! Seit ich damit begonnen habe, mich und meine Bücher etwas bekannter zu machen, habe ich wirklich interessante Begegnungen machen dürfen und tolle BloggerInnen kennengelernt.

Es ist unglaublich spannend zu erleben, wie unterschiedlich Psychiatrie-erfahrene Menschen mit ihren Erfahrungen umgehen und sie schreibender Weise verarbeiten: Da ist die wunderbare Nora Fieling mit ihrem Blog, in dem sie auf sehr feinfühlige und bisweilen sogar poetische Weise aus ihrem Alltag berichtet - von Änsten und Unsicherheiten, aber auch von den schönen Momenten, die sie sehr bewusst erlebt. Oder da ist Frauke Gonsior, die mit ihren wirklich schönen  Naturschilderungen und Reiseberichten ein Gegengewicht zu ihren Depressionen und Ängsten kreiiert und damit auch anderen Menschen ein Stück Hoffnung und Ausgleich verschafft.

Es sind gerade diese Unterschiede in der Herangehensweise, die erst in ihrer Zusammenschau das ganze Spektrum von psychischen Erkrankungen wirklich sichtbar machen und erkennen lassen, wozu Sprache imstande ist. Und zu diesem erlesenen Kreis zu gehören und wahrgenommen zu werden, macht mich sogar ein wenig stolz. Mit Nora bin ich seit gestern im persönlichen Austausch und sie hat mich eingeladen, demnächst einen Gastbeitrag auf ihrem Blog zu veröffentlichen. Und das ist für mich eine große Ehre!

Das alles bestärkt mich sehr darin, weiterzumachen - auf meine individuelle Weise, in meinem Stil; um anderen Menschen weiterhin einen unverfälschten Einblick in meine persönliche Gedanken- und Gefühlswelt zu bieten. 

 

Sonntag, 11. Juni 2017

Buchrezensenten gesucht!

Liebe Lesende!
Für meine beiden Bücher Grenzgänger und Zwischen den Zeilen  suche ich interessierte Menschen, die Lust haben, zu einem der beiden Bücher eine Rezension zu verfassen, und diese auch zu veröffentlichen.

Es kann eine wirklich interessante und spannende Aufgabe sein, sich mit dem Inhalt eines Buches ausgiebig zu beschäftigen und auseinanderzusetzen und die gewonnenen Eindrücke dann zu Papier zu bringen.

Diejenigen unter Euch, die Interesse daran haben, melden sich bitte über das Kontaktformular bei mir. Und Ihr bekommt selbstverständlich ein kostenloses Exemplar des jeweiligen Buches von mir als E-Book oder PDF zur Verfügung gestellt!

Also ran an die Tasten und mutig sein! Ich beiße auch nicht...

Freitag, 9. Juni 2017

Neue Wege und Unsicherheiten

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, probiere ich zur Zeit einiges aus: Angefangen beim Layout und Design dieses Blogs, bis hin zur Verlinkung von anderen Seiten.

Der Grund dafür ist, dass ich unter die Selbstverleger gegangen bin und versuche, meine bisher erschienenen Bücher einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen. 

In den letzten Tagen habe ich unzählige Stunden damit verbracht, im Netz zu recherchieren, um interessante Blogs, Institutionen und Publikationen ausfindig zu machen, die Interesse daran haben könnten, meine Bücher zu verlinken, oder sogar eine Rezension zu veröffentlichen.

Nun bin ich (noch) kein Profi, sondern das genaue Gegenteil und es ist sehr ungewohnt für mich, mich selber so in den Vordergrund zu stellen. Denn noch immer habe ich den Spruch meiner Mutter in der Ohren: "Nimm dich nicht so wichtig!" Und dieser Satz hat sich - wie ich jetzt bemerke - tief in mir verankert. Das verunsichert mich und führt dazu, dass ich mein Handeln immer wieder  hinterfrage. Ist das, was ich tue, was ich geschrieben habe, überhaupt wert, der Öffentlichkeit präsentiert zu werden? Oder wäre es nicht angemessener, nur für mich und für die sprichwörtliche "Schreibtisch - Schublade" zu schreiben?

An diesen Gedanken ändert sich auch nichts durch die überaus positive Resonanz zu meinen beiden Büchern, die ich in den letzten Wochen immer wieder bekommen habe, oder durch die Tatsache, dass es tatsächlich Menschen gibt, die das von mir Geschriebene wirklich lesen wollen. Mit einem Wort: Ich bin verdammt unsicher!

Andererseits stelle ich fest, dass es mir unglaublich viel Freude bereitet, genau das zu tun, was ich zur Zeit tue! Ich habe das Gefühl, genau meine Nische gefunden zu haben, in der ich mich sicher und angekommen fühle! Ich bin an meinem Ort. 

Aber auch hier muss ich mich erst zurechtfinden, mich einrichten und mir die Zeit zugestehen, um richtig ankommen zu können - genau so, wie an einem neuen Arbeitsplatz, oder nach einem kompletten Neubeginn in einer anderen Stadt. Und ich muss lernen, mir Auszeiten zuzugestehen, wie auch andere Menschen das machen, wenn sie lange gearbeitet haben. Und ja: Was ich tue, ist Arbeit!

Montag, 5. Juni 2017

Lehrgeld, Erfahrungen und viel Arbeit

In Sachen Buchveröffentlichung und vor Allem im Bereich Selbstvermarktung bin ich ein unerfahrener Neuling. Und Neulinge machen manchmal Fehler.

Als ich meine beiden Bücher als Taschenbuch und als E-Book bei Amazon veröffentlicht habe dachte ich, es sei eine gute Idee, alles aus einer Hand zu haben. Was ich als Laie nicht bedacht habe: E-Books müssen editiert und auf spezielle Weise formatiert werden, damit sie auch tatsächlich lesbar sind. Und obwohl ich mir mehrere Tage die Finger blutig gefrickelt habe, um ein akzeptables Resultat zu erzielen, war das Ergebnis bei beiden Büchern sehr unbefriedigend.

Gestern bin ich nun auf BookRix gestoßen und siehe da: Die Technik dort ist wesentlich ausgereifter, und die Gestaltung von E-Books ist selbst für einen einfachen Mausschubser wie mich ein Kinderspiel. Also habe ich in stundenlanger Kleinarbeit beide E-Books dort eingestellt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass BookRix - im Gegensatz zu Amazon - die dort veröffentlichten E-Books innerhalb weniger Tage bei sämtlichen Online-Shops (Libri, Amazon, Weltbild, Hugendubel, etc.) verfügbar macht. Dadurch kann ich eine deutlich höhere Reichweite erzielen. Und welcher Autor möchte das nicht?

Ich hoffe sehr, dass mein Bemühen um qualititiv gute E-Books nun auch Früchte trägt...

Freitag, 2. Juni 2017

Einblicke und Leseproben

In den letzten Monaten war ich sehr kreativ:

Mein Buch "Grenzgänger. Autobiografische Fragmente und der Versuch ihrer Zuordnung" habe ich komplett überarbeitet, teilweise ergänzt und als Taschenbuch (bei Amazon) und E-Book (überall erhältlich) wieder veröffentlicht.
Auch wenn dieses Buch als Lesestoff schwierig ist, weil es sich einer eindeutigen Zuordnung entzieht, bietet es dennoch einen authentischen Einblick in meine Gedanken - und Gefühlswelt und stellt den Versuch da, die Ursachen und Auswirkungen meiner lebenslangen psychischen Erkrankung zu erklären und einzuordnen.
Interessant kann es für in helfenden Berufen Tätige sein, die tagtäglich mit Menschen wie mir zu tun haben, und des Öfteren mit nur schwer nachzuvollziehenden Reaktionen und Einschränkungen in der Lebensführung konfrontiert sind.
Aber es richtet sich auch an interessierte "Laien" und Menschen, die in ihrer Familie oder im Freundeskreis mit psychischen Erkrankungen zu tun haben, und die ihre Lieben einfach besser verstehen möchten.
Hier eine Leseprobe: Grenzgänger

Während "Grenzgänger" das Thema "Psychische Erkrankung" eher analytisch beschreibt, bietet mein neuer Gedichtband "Zwischen den Zeilen" einen direkten und ungefilterten Einblick in meine Gedanken - und Gefühlswelt - aber in sehr dichter und komprimierter Form. Es geht um Themen wie Einsamkeit, Resignation, Depression - aber eben auch um die Aufarbeitung und Überwindung dieser Stimmungen.
Lyrik bietet einen viel direkteren und unmittelbaren Zugang zum Wesentlichen, als ein autobiografischer Text es kann. Es ist eben eine kreativere, künstlerische Form der Auseinandersetzung.
Auch hier eine Leseprobe: Zwischen den Zeilen

Letztlich haben beide Bücher eine Gemeinsamkeit: Sie wollen über ein nach wie vor schwierig zu fassendes Thema informieren, das noch immer mit sehr vielen Vorurteilen und diffusen Ängsten besetzt ist: Psychische Erkrankungen! Aber sie wollen auch Mut machen, denn sie verharren nicht im Leiden, sondern suchen beide auf unterschiedliche Weise nach Wegen der Überwindung und nach Lebensfreude.
 

Donnerstag, 1. Juni 2017

Reifeprozess?



Ich habe sie unverändert
sehr lieb und zähle sie
zu den wichtigsten
und bedeutensten Menschen
in meinem Leben

Aber die unerfüllte Liebe
und die Tatsache
dass es mich auf längere Sicht
zerstören würde
einem unerfüllbaren Wunschtraum
hinterher zu jagen
und mich damit unablässlich
der Wirklichkeit verweigere -
all das lässt mich allmählich
um-denken und um-fühlen

Und außerdem möchte ich sie
nicht bedrängen und sich
in meiner Gegenwart
unwohl fühlen lassen
denn DAS hat mit Liebe
und mit tatsächlicher Achtung
vor dem geliebten Menschen
nicht das Geringste zu tun
sondern ist
blanker und zerstörerischer
Egoismus

Und wer weiß?
Vielleicht werde ich
meiner Frau
eines Tages doch noch
begegnen
und ich weiß schon jetzt
dass ich wieder
zu tiefen und aufrichtigen Gefühlen
imstande bin!