Montag, 19. Juni 2017

Unbewältigte Traumata, Verständnis und Unerklärliches

Die vergangenen zwei Wochen haben mich (mal wieder) an meine psychische Belastungsgrenze und zeitweise auch darüber hinaus gebracht. Und ich konnte (musste) in dieser Zeit einiges über mich und meine Gefühlseruptionen lernen und leider auch darüber, was sie bei anderen Menschen anrichten können.

Dass ich ein sehr emotionaler Mensch bin, dem bisweilen die Pferde durchgehen, und der sich in für mich schwer durchschaubaren und damit sehr belastenden Situationen kaum noch durch seinen Verstand leiten zu lassen imstande ist - ist für mich nichts Neues. Aber diese Erkenntnis hilft mir nicht dabei, meine seelische Erschütterung darüber klein zu halten, zu welch großen Ungerechtigkeiten ich dann imstande bin. Denn ich bringe nicht nur mich an meine Belastungsgrenzen, sondern zu meinem allergrößten Bedauern auch die Menschen, die es am wenigsten verdient haben, und die davon völlig unvorbereitet und aufs Heftigste getroffen werden. Sie wissen nicht, wie ihnen geschieht, während ich ein Gefangener meiner altbekannten Ängste, unbewältigter Wut und nur unzureichend aufgearbeiteter Kindheitstraumata bin.

Diese allzu heftigen Gefühlsausbrüche kosten mich nicht nur meine ganze Kraft, sie bereiten mir auch große Angst und Schuldgefühle gegenüber meinen Vertrauten, die es nicht verdient haben, so von mir behandelt zu werden - bar jeder Logik und Vernunft. Umso mehr berührt es mich dann, wenn mir nicht nur vergeben wird, sondern mir gleichzeitig auch so viel Verständnis und Mitgefühl entgegengebracht wird, dass es mir die Sprache verschlägt.

Gerade im Zwischenmenschlichen stehe ich immer wieder vor noch ungelösten Rätseln. Die Art und Weise, wie richtige Freundschaften, Beziehungen "funktionieren" und welch ein schier unerschöpfliches Reservoir an Geduld, Toleranz und Mitgefühl mir entgegen meiner Logik so häufig zur Verfügung gestellt wird - ich vermag es nicht zu begreifen. Aber umso dankbarer und glücklicher bin ich darüber, dass ich solche Menschen meine Freunde nennen darf. DANKE!

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