Samstag, 19. August 2017

Wünschen als Weg

Unser Streben nach Perfektion in und für sämtliche nur denkbare Lebenssituationen - seien es unsere Gesundheit, Weisheit, Glück und auch materieller Wohlstand - muss stets vollkommen im Einklang mit unserem gegenwärtigen Entwicklungsstand sein. Denn nur, wenn wir wirklich mit uns selber und dem Universum in Harmonie sind, erspüren wir intuitiv, welcher Bereich unseres Lebens im Moment unsere ganz besondere Aufmerksamkeit erfordert.

Befinden wir uns in diesem Zustand der vollkommenen Harmonie, entstehen die jeweiligen Wünsche ganz von alleine, ohne dass wir uns unter Anstrengung um sie bemühen, sie uns "ausdenken" müssen. 

Gerade zu Beginn unseres Weges kann es passieren, dass wir aus unserer übergroßen Freude heraus meinen, unsere Fähigkeiten ausprobieren, austesten zu müssen. Und wir suchen uns einen sehr großen, umfassenden Wunsch aus, den wir noch nicht lebendig und bild-reich genug zu visualisieren vermögen, weil wir uns beispielsweise großen finanziellen Reichtum in unserem bisherigen, eher bescheidenen Leben noch nicht wirklich vorstellen können. Aber keine Sorge: Die Bilder, die in uns entstanden sind, verbleiben und wir dürfen sie jederzeit wieder aufnehmen und weiter an ihnen arbeiten. Eines Tages sind sie stark und lebendig genug, um sich in unserem Leben auch zu materialisieren!

Ein weiterer "Anfängerfehler" ist es, aus unserem Bedürfnis heraus, andere Menschen an unseren Erfolgen und unserem Glück teilhaben zu lassen, diese in unsere Wünsche mit einzubeziehen. Dies ist zwar außerordentlich lobenswert, kann aber nicht gelingen. Zwar dürfen wir anderen Menschen beispielsweise Glück, Zufriedenheit und Wohlstand als eine Art Segen in Form von durchaus konkreten positiven Gedanken senden, aber es liegt ausschließlich in deren persönlicher Freiheit, eigene Wünsche auch aus eigenem Willen heraus zu visualisieren und Wirklichkeit werden zu lassen.

Vergessen wir Eines nicht: Alles, was wir uns wünschen und alles, was geschieht, ist immer im genau richtigen Moment zur Stelle! Und dafür bin ich sehr dankbar!




Freitag, 18. August 2017

Intuition und Selbstlosigkeit

Inzwischen habe ich hier über mehrere Aspekte der Intuition geschrieben und so auch darüber, dass es uns immer besser gelingt, diese auch im Zusammenwirken mit anderen Menschen einzusetzen. 

Dabei ist allerdings etwas ganz Wichtiges zu beachten: Jeder Mensch hat seine ganz eigenen und  vom anderen Menschen deutlich abgegrenzte Wünsche und Bedürfnisse, die nur selten mit den unseren in vollkommener Übereinstimmung sind.

Wir müssen also lernen, wenn wir uns auf einen anderen Menschen "einstimmen", unsere Vorstellungen, unsere Bedürfnisse von seinen sorgfältig zu trennen. Das gelingt uns nur, wenn wir im Moment der "Kontaktaufnahme" vollkommen selbstlos sind - also ausschließlich auf das Wohlergehen des Anderen bedacht sind. Das ist nicht einfach, denn wir Menschen neigen dazu, unsere Wünsche über die anderer Menschen zu stellen. Normaler Weise ist das auch genau richtig! Denn für unser eigenes, vollkommenes Leben müssen unsere eigenen Wünsche immer oberste Priorität haben, ansonsten gehen sie nicht in Erfüllung. 

Im Fall der intuitiven Kontaktaufnahme aber stehen nicht wir selber, sondern das Wohlergehen eines anderen Menschen im absoluten Fokus unseres Interesses und unserer Aufmerkamkeit. Und da heißt es: Selbstlosigkeit üben! Ansonsten kommt es zu einer "Frequenzüberlagerung" und das Ergebnis wird unscharf und verfälscht. 

Da, wie bei allen anderen Gaben auch, die Vervollkomnung, also die Perfektion unser oberstes Ziel ist, sind wir sehr dankbar dafür, dass auch unsere Intuition genauso vollkommen ist, wie unsere Gesundheit, unser Gedächtnis, usw. Denn: Wenn ich etwas denken und visualisieren kann, ist es bereits Wirklichkeit! Und dafür bin ich sehr dankbar!

Donnerstag, 17. August 2017

Kostbarkeit

Wer von der Liebe kosten durfte
und dem gelingt
es sich auf Dauer zu bewahren -
dies Glücksgefühl
so rein und doch verlangend

Dem wird im Leben 
nichts mehr schaden 
denn stärker als die Liebe selber
ist keine Arzenei

Sie ist umfassend - 
nicht mit Worten zu erklären
denn nur Gefühl ist sie
vereint mit tiefem Wissen

So ist sie Weisheit - 
pures Glück in Einem
Und damit ist sie
für die Ewigkeit


Perfektion und menschliche Eigenschaften

Bereits in einem vorherigen Text habe ich über Perfektion geschrieben und darüber, dass sie anzustreben unser vornehmstes Ziel sein sollte.

Perfektion erstreckt sich tatsächlich auf alle Bereiche unseres Daseins: Gesundheit, Harmonie, Glück, Wohlstand, usw. Das hängt damit zusammen, dass es im Universum nur Perfektion gibt und es damit ausschließlich an uns liegt, darauf auch fest zu vertrauen.

Damit erstreckt sich die Perfektion nicht nur auf Äußerlichkeiten, sondern mit ebenso großer Selbstverständlichkeit auch auf unseren Charakter und unsere Eigenschaften. Und damit auch auf unser angeblich so trügerisches Gedächtnis!

Wir alle haben von Kindheit an den Glaubenssatz verinnerlicht, dass auf unser Gedächtnis kein Verlass sei, da es von persönliche Gefühlen beeinflusst wird und, dass andere Menschen dazu imstande seinen, es zu beeinflussen. Das ist falsch, denn in Wirklichkeit liegt es nur an uns und unserem unbedingten Glauben und Wissen an und über Perfektion, das volle und unerschöpfliche Potential all unserer Geistesgaben auszuschöpfen.

Vertraue ich also dankbar darauf, dass mein Gedächtnis (oder was auch immer sonst) vollkommen und absolut ist, dann ist es auch Realität!

Ich jedenfalls bin für mein perfektes Gedächtnis außerordentlich dankbar!

Intuition als Wegweiser - Zweiter Teil

Intuition ist nicht nur ein Helfer im Alltag, der uns sicher durch Untiefen geleiten kann, sondern sie birgt auch die Möglichkeit in sich, tatsächlich ein Wegweiser in unserer Biografie sein.

Insbesondere kleine Kinder verfügen noch über kein Urteilsvermögen. Sie nehmen alles, was sie von ihren Eltern, Spielgefährten und Verwandten erfahren und erleben, für bare Münze. Ganz besonders den Eltern obliegt damit eine hohe Verantwortung, weil sie für ihr Kind entscheiden und damit großen Einfluss auf dessen spätere und weitere Entwicklung haben.

Je älter Kinder werden und je mehr eigene Erfahrungen sie sowohl im Guten, als auch im Schlechten machen, umso stärker wächst auch ihr Urteilsvermögen, das ohne eine "Grundsubstanz" an Intuition schlicht undenkbar wäre. Intuition ist also in allen Menschen bereits angelegt. Und je stärker wir schon als Kinder Vertrauen in uns selber zu entwickeln vermögen, um so sicherer wird auch unsere Intuition.

Leider kann sich diese Entwicklung auch in die Gegenrichtung bewegen: Bekommen wir durch unsere Umgebung falsche Glaubenssätze und Denkmuster vermittelt, entwicklen wir uns zu einer Art Schilfrohr ohne jedes Selbstvertrauen, das allen Winden und Wettern schutzlos ausgeliefert ist und unkontrolliert hin- und herschwankt und sogar brechen kann. Wir finden unsere Richtung nicht und unsere Intuition verkümmert. 

Hat aber unsere Intuition durch eine ebenfalls intuitive Umgebung genügend Nahrung bekommen, werden wir zielsicher und unbeirrt unseren Weg gehen. Mit großer innere Sicherheit und Gelassenheit werden wir die richtigen Entscheidungen treffen und den richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt begegnen und vertrauen.Wir gehen unseren Weg ganz unwillkürlich in dem unverbrüchlichen Glauben daran, dass alles in unserem Leben seine Richtigkeit hat.

Für diese Erfahrungen, die uns in der Richtigkeit unserer Persönlichkeit und unserers Weges bestärken, dürfen wir sehr dankbar sein!



Mittwoch, 16. August 2017

Intuition als Wegweiser - Erster Teil

Intuition ist ein verlässlicher und weiser Wegbegleiter, wenn man dazu bereit ist, sich auf sie einzulassen und im nächsten Schritt lernen möchte, ihr bedingungslos zu vertrauen.

Sie ist eine Gabe, die vom Universum jedem Menschen mitgegeben wird - als vollkommen neutrale Möglichkeit. Und jeder Mensch hat - bewusst oder nicht - bereits Erfahrungen mit ihr sammeln dürfen.

Es beginnt damit, dass wir z.B. intuitiv wissen, wer uns gerade anruft, ohne, dass wir aufs Display geschaut haben. Oder damit, dass eine stillende Mutter unwillkürlich aufwacht, noch ehe es ihr Baby lautstark nach Nahrung gelüstet. Mir ist es beispielsweise mehrfach passiert, dass ich vor Jahren in der Stadt unterwegs war und urplötzlich wusste, ich würde meinem Vater unterwegs begegnen. Und es war jedes Mal so!

Intuition ist also kein Hokuspokus, sonder lediglich der Ausdruck, die Manifestation einer besonders intensiven Verbindung zu anderen, uns nahestehenden Menschen. Und sie basiert ausschließlich auf dem freien Austausch von Energie und dem "Aufeinandertreffen" von kompatiblen Frequenzen - ähnlich wie beim Radio oder Telefon!
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Wenn wir uns darauf einlassen, dass diese Gabe tatsächlich existiert, dann dürfen wir mit ihr noch weitergehende Erfahrungen machen: Man kann die Erfahrung machen, z.B. in Gesprächen ganz genau zu erspüren, was in diesem Moment für sein Gegenüber richtig ist. "Das rechte Wort zur rechten Zeit!" Sei es Ermunterung, Trost, oder ein Witz zur rechten Zeit. Und ganz wichtig dabei ist aktives, offenes Zuhören! Je inteniver wir uns auf diese Begegnung einlassen, umso mehr sind wir auch imstande, die momentane Gefühlslage unseres Gegenübers zu erfassen und darauf eben intuitiv - in vollkommener Übereinstimmung von Gedanke, Gefühl und Tat - zu reagieren.

Seitdem ich diese Gabe zunehmend bewusster einzusetzen vermag, weil ich ihr mehr und mehr vertraue, haben sämtliche Gespräche eine ganz neue Tiefe und Qualität dazugewonnen. 

In einem nächsten Schritt versuche ich, den Einfluss der Intuition auf wichtige Lebensentscheidungen darzustellen.  

Sowohl für meine bisherigen Erfahrungen mit der Intuition, als auch für die nächsten Aufgaben bin ich sehr dankbar!


Freude und Dankbarkeit für Tag und Nacht

Wirklich jeder Tag den wir beginnen, birgt bereits alle Möglichkeiten in sich. 

Wenn wir uns schon bei Tagesbeginn dafür bedanken, wie schön und perfekt er ist und ihn dann mit freudiger Erwartung und wirklich tief empfundener Dankbarkeit für alles, was auf uns zukommt, begehen, wird er uns angenehm überraschen!

Natürlich spielt es immer auch eine Rolle, auf welche Weise wir in die Nacht gegangen sind. Sind wir ausgeruht und ausgeschlafen, fällt der Start in den Tag deutlich leichter. Sind wir hingegen "gerädert" und "muffelig", weil wir unruhig geschlafen haben, dann ist jeder Morgen eine echte Herausforderung! (Bitte nicht vor dem zweiten Kaffee ansprechen...)

Tatsächlich haben wir es selber in der Hand, in welcher Stimmung wir zu Bett gehen. Mir hilft es sehr, wenn ich vor dem Schlafengehen bewusst noch etwas Schönes mache, wie Musik zu hören, die ich sehr mag. Und mit diesem tiefen Gefühl der Freude, des Berührt-Seins, lege ich mich dann schlafen und nehme es mit. 

Auf diese Weise haben die positiven Gedanken und Gefühle Gelegenheit, quasi über Nacht "einzuwirken" und sich zu potenzieren, sodass am nächsten Morgen mein Energiehaushalt spürbar wieder aufgefüllt ist.

Eigentlich ist das eine Binsenweisheit, denn im Grunde weiß, bzw. ahnt jeder Mensch, dass man beispielsweise nie im Streit zu Bett gehen soll. Denn Streit ist negativ aufgeladene Energie, die ebenso eifrig und und neutral wie die positive, in der Nacht ihr Werk verrichtet.

Es ist also - wie alles andere auch - in unsere ganz persönliche Freiheit gestellt, in welchem "Energiezustand" wir in den neuen Tag kommen! Und auch dafür bin ich sehr dankbar!

Dienstag, 15. August 2017

Die Verbildlichung von Wünschen

Wir haben unbegrenzte Möglichkeiten bei unseren Wünschen. 

Jeder Wunsch, den wir tatsächlich zu denken und fühlen vermögen, ist bereits Wirklichkeit. Lediglich unsere Grenzen im Denken verzögern die materielle Verwirklichung; denn nach Einstein ist Zeit ja relativ und im Idealzustand fallen die Äußerung des Wunsches und seine Verwirklichung in Eins zusammen. Und auch, wenn es schwer zu denken ist: Nach diesem Idealzustand zu streben, sollte unsere vornehmste Aufgabe sein!

Im Hier und Jetzt sieht es so aus: Wünsche ich mir zum Beispiel einen Computer, so wird er niemals wie von Zauberhand plötzlich vor mir stehen. Sondern es werden sich plötzlich Möglichkeiten entwickeln: Sei es, dass unerwartet jemand aus unserem Bekanntenkreis einen PC zu verschenken hat, oder, dass wir auf eine Kleinanzeige stoßen, oder auf ein Gewinnspiel aufmerksam werden, dessen Hauptpreis eben ein Computer ist.

Je größer und komplexer unsere Wünsche sind, umso hilfreicher für ihre Verwirklichung ist es, je detailreicher, konkreter und farbiger unser inneres Bild von ihm ist, das wir dann ans Universum aussenden. Das gilt gleichermaßen für unsere Gesundheit, wie auch für Geldsummen, Begegnungen, usw. Es geht also nicht nur um die Sache selber, sondern auch um unsere Vorstellung davon und die weiteren Möglichkeiten, die mit unserem Wunsch verbunden sind.

Das erfordert Übung und für den Anfang hilft es, sich auf die kleinere Dinge zu fokussieren. Denn haben wir erste Erfolge erzielt, fällt es uns umso leichter, den nächsten Schritt zu gehen und Größeres "anzuvisieren". 

Genau diese Erfahrungen mache ich zur Zeit - inklusive einiger "Fehlversuche"! Und dafür bin ich sehr dankbar!

Das Streben nach Perfektion

Wir Menschen dürfen nach Perfektion streben, denn schließlich hält das Universum nichts anderes für uns bereit. Und es obliegt ganz alleine uns und unserem freien Willen, wie nahe wir diesem Idealzustand kommen können. Und wer wünscht es sich nicht, in perfekter Harmonie, in Zufriedenheit und Glück sein Leben zu führen?

Beim Streben nach Perfektion dürfen wir aber Eines nicht außer Acht lassen: Nämlich, dass wir Menschen und keine Computer sind, die völlig ermüdungsfrei und voller gleichbleibender Präzision ihr Werk verrichten!

Wir Menschen neigen dazu - gerade zu Beginn unserer Reise zu absoluten Freiheit - es in der übergroßen Freude über unsere Fortschritte zu übertreiben - und wir verkrampfen. Unsere Gefühle und Gedanken blockieren, denn sie müssen, wie unsere Muskeln auch, erst trainiert werden, damit sie "volle Leistung" bringen können. Und das benötigt Zeit und Ruhepausen zur Regeneration. 

Ignorieren wir die Hinweise, die uns unser Körper sendet - in Form von Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche, kommt es irgendwann zum "Stromausfall", der selbst einen Computer arbeitsunfähig macht. Wir waren dann zu wenig achtsam mit uns und die Energie vermag nicht mehr, frei und ungehindert zu fließen.


Mir selber ist das in den letzten Tagen und Wochen mehrfach passiert und voller Sorge habe ich in mich hineingefühlt und nach Fehlern in meinem Denken gesucht. Es gab aber keine Fehler, sondern nur Überanspruchung! 

Und so haben wir ein paar wesentliche Begleiter an der Hand für unseren weiteren Weg: Die eigene Schwäche und Unvollkommenheit mit Dankbarkeit, Demut und Gelassenheit anzunehmen! Denn nur ein ausgeruhter und entspannter Geist ist auch aufnahmefähig! 

Diese Erfahrung machen zu dürfen, stimmt mich sehr dankbar!

Über das Wünschen

Seit über drei Jahrzehnten bin ich starker Raucher und verbrauche inzwischen ein Päckchen Tabak pro Tag! Rauchen ist - wie auch Alkoholismus und Drogenabhängigkeit - eine Sucht. Und diese Sucht hatte sehr viel Zeit, sich fest in mir einzunisten. 

Ich habe inzwischen mehrfach darüber geschrieben, dass Heilung ein Akt des freien Willens, des unbedingten Glaubens an das bereits existente Resultat und tiefer Dankbarkeit ist. Das bedeutet, Heilung gelingt nur, wenn ich das Ergebnis konkret vor Augen habe und es damit vollständig visualisieren kann. 

Inzwischen habe ich mehrere Anläufe unternommen, mich vom Rauchen zu befreien und bin jedes Mal damit gescheitert. Das weckt Zweifel in mir und ganz unwillkürlich stelle ich mich und meine unbegrenzten Fähigkeiten damit in Frage und damit auch das Universum. Dem Universum ist das - wie bereits erwähnt - völlig egal. Denn es ist einfach und wertet nicht! Meine Zweifel hingegen sind schlechte Gedanken und Gefühle. Und die haben sehr wohl unmittelbare Auswirkungen auf mich und meine Anbindung an das Gute!

Ein weitere Störfaktor, der unserem Denken unwillkürlich neue Grenzen setzt und es damit in seiner Wirksamkeit einengt ist das Gefühl, etwas "falsches" zu wünschen oder zu versuchen, etwas für einen anderen Menschen zu wünschen. 

Ersteres ist ein schlichter Denkfehler, denn Wünsche sind weder richtig noch falsch. Und nur unser Denkvermögen setzt die Grenzen dessen, was wir erreichen können! Und Letzteres wird nicht funktionieren, weil unsere Wünsche immer nur für uns selber wirksam sind und auch nur sein können. Es wäre ein Eingriff in die vollständige Freiheit des Anderen und das ist in den Gesetzen des Universums schlichtweg nicht vorgesehen.

Es gibt also eine ganze Reihe von Gedanken und Gefühlen, die unsere Verbindung zum Universum und damit die Wirksamkeit unserer Wünsche einschränken können.

Aber zurück zu meinem "Suchtproblem"! Bisher habe ich meinen Wunsch nach Suchtfreiheit falsch, oder besser gesagt unvollständig visualisiert. Anstatt mir zu wünschen "rauchfrei" oder "suchtfrei" zu sein, also etwas nicht mehr zu haben, wäre es viel einfacher und Erfolgversprechender, mein Verlangen loszulassen! Und eine andere Möglichkeit ist es, anstelle des Suchtgedankens schöne Dinge zu visualisieren und damit in den Vordergrund zu stellen; wie beispielsweise mehr Geld zu haben, freier und tiefer atmen zu können, oder einfach vollkommen gesund und damit tatsächlich  frei zu sein.

Ich werde mich damit weiter befassen und berichten! Und für diese Möglichkeit bin ich sehr dankbar!

Im Zweifel

Auch wenn die Kraft des Denkens und der unbedingte Glaube an die unmittelbare Realität des Gedachten keine Religion sind - es fühlt sich manchmal so an. Denn schließlich ist das tief empfundene Danken für bereits empfangene Gaben im Prinzip nichts anderes als ein Gebet - nur ohne Gott und ohne jede Moralkeule. Und schließlich haben wir keine Sünde begangen und dem Universum ist es vollkommen schnuppe was wir tun, oder nicht tun und ob wir dankbar sind, oder nicht!

Ein Sprichwort besagt: "Wo gebetet wird, ist der Teufel nicht weit!" In unserem Fall sind die Zweifel an dem gemeint, was wir tagtäglich an greifbaren Erfolgen erleben. 

Zweifel - das sind hier alte Glaubenssätze und Denkmuster, von denen wir uns noch nicht vollständig verabschiedet haben und die so noch immer ihre Wirksamkeit entfalten können. Es sind Gedanken wie: "Ich habe das nicht verdient!" oder: "Ist das wirklich so passiert?" die unsere Balance mit dem Universum empfindlich stören können und damit eine "Frequenzstörung", eine "Empfangsstörung" verursachen.

Was hilft dagegen? Dankbar dafür sein, dankbar zu sein! Eine andere mögliche Variante ist, dankbar für die Freude zu sein, die man in diesem Moment empfindet und schon schleicht sich ein Lächeln ins Gesicht! Und Freude ist bekanntlich ein "Türöffner" für alles Gute, das nur darauf wartet, hereingelassen zu werden! Und dafür bin ich dankbar!

Montag, 14. August 2017

Das größte Gefühl

Das stärkste und positivste Gefühl, über das wir Menschen verfügen dürfen, ist die Liebe.

Unzählige Dichter, Schriftsteller und Philosophen haben sich im Lauf der Jahrtausende darum bemüht, die Liebe in ihrer unvorstellbar großen Fülle und Einzigartigkeit zu ergründen. Und doch ist es ihnen nur gelungen, einen Bruchteil dessen ans Tageslicht zu bringen, was Liebe tatsächlich ausmacht.

Das hat nicht daran gelegen, dass sie nicht weise und lebenserfahren genug gewesen wären, um erkennen zu können, was das Geheimnis der Liebe ausmacht. Sondern es ist darin begründet, dass die Liebe in Wahrheit kein einzelnes Gefühl unter anderen ist, sondern sie ist vielmehr die Krönung, der absolute Gipfel aller positiven Gefühle, die wir kennen: Sie vereint nämlich alle Hoffnung, alle Geduld, alle Hingabe, alle Freude, Leichtigkeit und alle Gelassenheit, sowie alle Demut miteinander. Und aus dieser unglaublichen Symbiose entsteht etwas vollkommen Neues und Einzigartiges: Die Liebe!

Menschen, die dieses allumfassende Gefühl erleben, durchleben und erfahren dürfen, sind die glücklichsten Menschen überhaupt. Denn sie besitzen die stärkste Kraft, die uns Menschen vom Universum geschenkt wurde und mit der alles nur Mögliche zu erreichen ist. Und mit alles Mögliche meine ich tatsächlich alles, was im Rahmen der Naturgesetze und der Gesetze des Universums nur denkbar ist: Sie heilt Krankheiten und sie schafft Wohlstand und Zufriedenheit und noch Vieles mehr, das ich noch zu ergründen versuche. Und sie ist erreichbar für jeden Menschen der bereit ist, sie zu erfahren, anzunehmen und mit anderen Menschen zu teilen.

Danke, dass ich sie erleben darf!

Gemeinsame Achtsamkeit

In einem vorangegangenen Text habe ich mich bereits mit dem Thema Achtsamkeit befasst. Dabei ging es in erster Linie darum, mit sich selber, den eigenen Kräften und Bedürfnissen achtsam umzugehen - also mit liebevoller Sorgfalt.

Aber Achtsamkeit kann nur dann, wie alle positiven Kräfte, ihre volle Wirksamkeit und ihr ganzes Potential (Gesetz der Anziehung!) entfalten, wenn wir auch unserer Umgebung diese gleiche, vollkommene Achtsamkeit zuteil werden lassen.

Gerade im menschlichen Miteinander ist Achtsamkeit ein sehr machtvolles Mittel für eine wirklich tiefe, andauernde und beglückende Harmonie miteinander - vollkommen unabhängig davon, ob es sich um eine Freundschaft, Familienangehörige, oder um eine Partnerschaft handelt. 

Wie kann das konkret aussehen? Die Grundvoraussetzung für ein harmonisches Miteinander ist, einander mit offener Dankbarkeit (auch für die kleinen, scheinbar selbstverständlichen Dinge) zu begegnen. Also einfach mal Danke sagen für ein leckeres Essen, einen schönen Abend, ein Kompliment, usw. 

Ein weiterer Faktor ist, aufeinander zu achten: Geht es meinem Gegenüber gut, benötigt er/sie etwas von mir? Zum Beispiel meine Unterstützung, eine Ermutigung, oder Trost und Rücksichtnahme.

Es gehört aber gleichermaßen auch dazu, für einander ein aufmerksames und liebevolles Korrektiv zu sein - zum Beispiel bei Marotten und Gewohnheiten, die man selber schon gar nicht mehr bemerkt, die dem anderen aber auffallen. Das ist dann keine Kritik, sondern eine Ermunterung, sich selber in seinem Verhalten zu hinterfragen - völlig frei in der eigenen Entscheidung, ob man dieses Verhalten abändern möchte, oder eben auch nicht.

So ist gegenseitige, bzw. gemeinsame Achtsamkeit ein weiteres Mosaiksteinchen im Erleben von Freiheit, die immer auch mit Respekt vor dem anderen Menschen und seinen Entscheidungen, liebevollem Verständnis, dem Gespür und der Rücksichtnahme für und auf die Bedürfnisse des anderen Menschen einhergeht.

Das alles selber erleben und erfahren zu dürfen, erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit!

Der Unterschied zwischen Gelassenheit und Toleranz

Als ich vorhin über das Zusammenwirken von Freiheit und Gelassenheit schrieb, ist mir entfallen, dass Gelassenheit sehr leicht mit Toleranz verwechselt werden kann. Und das ist gefährlich!
Während wirkliche Gelassenheit bedeutet, etwas vollkommen wertfrei - also ohne Ärger und Unwohlsein tatsächlich hinzunehmen, bedeutet Toleranz etwas völlig anderes.

Etwas zu tolerieren bedeutet, dass ich mich einer Wertung nur mit Mühe und unter Zögern enthalten kann, aber in Wirklichkeit mein Gegenüber nur zu gerne auf die von mir gefühlte Fehlerhaftigkeit seiner Meinung, oder seine Haltung zu bestimmten Dingen aufmerksam machen möchte. Und nur aus Scham, Höflichkeit und mir selbst auferlegten, oder übernommen konventionellen Denkmustern und Begrenzungen, unterlasse ich es. Ich "verkneife" es mir und fühle mich dabei eigentlich unwohl.

Bin ich aber imstande, meinem Gegenüber mit tatsächlicher Gelassenheit zu begegen, verbirgt sich dahinter keinerlei Einschränkung oder Unwohlsein! Es ist dann tatsächlich vollkommen gut so, wie es ist!

Vollkommen unabhängig davon, in welcher zwischenmenschlichen Situation wir uns befinden - das Gesetz der Anziehung entfaltet überall und in jeder Situation seine volle und absolut neutrale Wirkung: Was wir aussenden, empfangen wir auch - Im Guten wie im Schlechten! Und dafür bin ich unendlich dankbar!

Freiheit und Gelassenheit

In den vorangegangenen Texten habe ich mich damit befasst, wie wir allein durch unseren Willen, einen tatsächlich freien und mutigen Geist und den unbedingten Glauben an uns selber, selbst körperliche und seelische Gebrechen tatsächlich und dauerhaft überwinden können. Und ich habe darüber geschrieben, dass es immer Menschen geben wird, die diesen Weg mit Skepsis und Ablehnung begleiten werden.

Anfangs ist es außerordentlich schwer damit umzugehen; denn insgeheim wünschen wir uns natürlich, dass unsere Umgebung unser Denken, Fühlen und Tun mit genau der gleichen Begeisterung mitverfolgt, wie wir sie erleben und empfinden. Tut sie es nicht, fühlen wir uns unwillkürlich gekränkt und zurückgewiesen.

Und damit sind bei einem nächsten Schritt angelangt: Der Erlangung tatsächlicher und vollkommener Freiheit! 

Je weiter und konsequenter wir uns von Althergebrachtem lösen und unsere schier unbegrenzten Möglichkeiten im Denken, Handeln und Fühlen entdecken - umso stärker erleben und erfühlen wir dieses neue und absolute Gefühl - verbunden mit einer allumfassenden Leichtigkeit.

Tatsächliche Freiheit umfasst alle Lebensbereiche und sie bringt Eines mit sich: Unabhängigkeit von Konventionen, alten Denkmustern und Begrenzungen, die uns sonst am Fortkommen gehindert haben und die selbst unser Wohlbefinden begrenzt haben. Und sie schenkt uns ein weiteres, gänzlich neues Gefühl: Gelassenheit gegenüber allem, was sich uns in den Weg stellen möchte. 

Diese Gelassenheit bezieht sich damit auch auf die möglicherweise konträren Meinungen und Sichtweisen anderer Menschen in Bezug auf uns. Und sie bezieht sich gleichermaßen auf alltägliche Ärgernisse, die uns normalerweise im Umgang mit anderen Menschen bisweilen empfindlich stören. Das können sein: Sture und taktlose Menschen, Warteschlangen an der Kasse, oder auch unserer eigenen Ungeschicklichkeit geschuldete Missgeschicke.

Dabei sollten wir Gelassenheit aber nicht mit Gleichgültigkeit verwechseln! Wahre Gelassenheit bedeutet, dass wir auch die anderen Sichtweisen, Meinungen und Lebensentwürfe einfach so stehenlassen können wie sie sind und nicht länger den Impuls verspüren, diese ändern und beeinflussen zu wollen. Denn jeder andere Lebensentwurf, jede abweichende Meinung, hat genauso ihre Richtigkeit und Berechtigung wie die unsere! Es gibt da kein Richtig oder Falsch! 

Für meine immer stärker werdende Gelassenheit bin wirklich und tief empfunden dankbar!

Sonntag, 13. August 2017

Grundsätzliches

Dass meine Gedanken zum Thema Heilung und zum Gesetz der Anziehung Skepsis, Zweifel und sogar Sarkasmus auslösen würden, war mir von Beginn an bewusst. Denn schließlich habe ich innerhalb weniger Wochen eine komplette Kehrtwende, beziehungsweise Neuausrichtung meines gesamten Lebens vollzogen.

Aus meiner Perspektive ist das alles folgerichtig und konsequent. Und ich hätte darüber in dieser Weise nicht schreiben können, wäre es mir von Außen durch eine Sekte und sonstige Glaubensgemeinschaft angetragen und "aufgepfropft" worden.

Die Menschen, die mich wirklich gut und lange kennen, wissen, dass ich ein äußerst geradliniger und authentischer Mensch bin, der sich seine Überzeugungen sehr sorgfältig bildet und sich nichts von Dingen und fremden Glaubenssätzen annimmt, die ihm "spanisch" und falsch vorkommen. Und vor kurzem hatte ich ja bereits geschrieben, dass ich ein geschworener Todfeind jeglicher Ideologie bin. 

Warum also sollte ich meine Überzeugungen und ethischen Grundsätze von jetzt auf gleich über Bord werfen? Es wäre unlogisch und sehr unglaubwürdig und damit wiederum gegen meine tiefsten Überzeugungen!

Die Entwicklungen und Veränderungen der letzten Wochen sind weder Magie, noch esoterische Spinnerei. Sie sind vielmehr die Folge von konsequenter Befreiung meines Denkens und Fühlens und eines vollständigen mich Öffnens für alle Möglichkeiten, die das Universum zu bieten hat - immer im Rahmen der Logik und der Naturgesetze. 

Damit ist das, was ich zur Zeit staunend und bisweilen fassungslos erlebe, tatsächlich für jeden Menschen mit offenem und mutigem Geist nachvollziehbar und auch erlebbar!

Ich schreibe darüber, weil ich andere Menschen (so wie bisher auch) an meinem Leben und meiner Entwicklung teilhaben lassen möchte - verbunden mit dem Wunsch, den einen oder anderen damit zu erreichen, zum Nachdenken zu bringen und vielleicht sogar zu inspirieren. 

Wenn mir das gelingt, dann freut es mich von Herzen! Aber es obliegt jedem in völliger Freiheit, ob er/sie dem weiter folgen möchte, oder nicht. Denn für mich und mein weiteres Leben ändert sich dadurch nichts. Es wird weiterhin so konsequent und authentisch sein - mit mehr, oder weniger Lesern!

Wunder und Naturgesetze

Gestern habe ich über Heilung geschrieben, über das Gesetz der Anziehung und darüber, dass zur Heilung der unbedingte Glaube an die eigene, bereits vorhandene vollständige Gesundheit notwendig ist.

Das klingt zunächst nach Voodoo und ich muss gestehen, dass auch ich - obwohl ich von der Wahrheit dieser Gesetzmäßigkeiten vollkommen überzeugt bin - doch etwas skeptisch war!

Gerade wenn es um körperliche Gebrechen geht, ist es doch ein gewaltiger Glaubensschritt, davon auszugehen, dass diese allein durch die Kraft absolut positiver Gedanken heilbar sind. Aber da ich hier über nichts schreibe, was ich nicht selber auch bereit bin auszuprobieren, bzw. worüber ich nicht selber schon eigene und nicht zu leugnende Resultate erzielt habe, habe ich mich gestern über den Tag bis hin zum Abend intensivst auf den Gedanken konzentriert, in einen gänzlich gesunden Körper zu leben und, ich habe sehr viel gelacht und hatte sehr viel Spaß! Entscheidend bei diesem "Visualisieren" der eigenen und vollkommenen Gesundheit ist eine völlige Übereinstimmung von Denken und Fühlen: Was ich fühle, kann ich denken und was ich denke, kann ich fühlen! Gelangt man in diesen Zustand, dann funktioniert es!

Und was jetzt kommt, klingt nach einem übernatürlichen Wunder, ist aber ausschließlich der Macht der Gedanken und der Zuwendung nach positiver Energie geschuldet: Über dreißig Jahre habe ich  - stark kurzsichtig, nebst einer starken Hornhautverkrümmung - eine Brille tragen müssen. 

Als ich heute Morgen aufwachte, bemerkte ich, dass etwas anders war als sonst. Ohne die Brille zu tragen, sah ich scharfe Konturen. Total ungläubig griff ich nach einem Buch. Und auch hier: Die Buchstaben tanzten mir nicht vor der Nase so wie sonst, wenn ich versuche, ohne Brille zu lesen, sondern sie waren scharf! Am Computer: Das gleiche Resultat!

Natürlich habe ich noch keine einhundert prozentige Sehkraft, denn auch der menschliche Körper unterliegt gewissen Gesetzmäßigkeiten der Zellregeneration. Aber das Resultat ist überaus verblüffend und ich befinde mich in einem Zustand des ungläubigen, fassungslosen und zutiefst dankbaren Staunens! Und bevor ich weiterschreibe, muss ich das erst einmal selber sacken lassen!

Aus dieser unfassbaren Erfahrung lässt sich der folgende Leitsatz bilden:  
Gänzlich befreites Denken und der unbedingte Glaube an die eigene und vollständige Gesundheit, sind der Dünger für die Selbstheilungskräfte des Körpers!

Samstag, 12. August 2017

Traumata und Heilung

Wir Menschen neigen dazu, unangenehme Erinnerungen und Ereignisse aus unserem Gedächtnis zu verdrängen, damit wir uns nicht mit Schmerz, der Angst und der Wut auseinandersetzen müssen. Das ist natürlich und verzeihlich. Aber da die Ereignisse ja trotz allem stattgefunden haben, verdienen sie auch unsere Aufmerksamkeit. Schenken wir ihnen jedoch zuviel und von trüben, pessimistischen Gedanken bestimmte Aufmerksamkeit, verstärken sie sich immer mehr und werden zu chronischen körperlichen und seelischen Erkrankungen. Diese Folgerichtigkeit nennt sich "Das Gesetz der Anziehung". Je nachdem, in welcher Weise wir auf etwas unsere Aufmerksamkeit lenken und fokussieren, fällt das Resultat gut oder schlecht aus.

Je länger wir also Verletzungen eine notwendige, aber liebevoll und vollkommen positiv gestimmte Aufmerksamkeit verweigern, um sie hinter uns lassen zu können,  umso mehr Zeit haben sie, Wurzeln zu schlagen und umso schwerer und langwieriger kann es werden, sie samt ihren Wurzeln zu entfernen.

Es ist ein außerordentlich schmerzvoller Prozess, sich diesen vor langer Zeit zugefügten Verletzungen zu nähern, sie angemessen zu betrachten und - sie am Ende loszulassen. Es dauert oft Jahre, überhaupt zu erkennen, dass diese Verletzungen existieren.

Hier sind wir bei einem weiteren Aspekt der Heilung angelangt: Es geht darum, die erlittenen Traumata in einem ersten Schritt zu erkennen, zu betrachten und sie dann im zweiten Schritt mit Gelassenheit, Demut und Dankbarkeit anzunehmen. 

Manch einer wird sich jetzt voller Empörung fragen: Warum sollte ich für etwas dankbar sein, das mir soviel Schmerz bereitet und mein Leben so unheilvoll begleitet hat? Meine Antwort darauf lautet: Weil wir auch durch Schmerzen etwas lernen können und, weil der Weg, den wir mit den Traumata gegangen sind, uns eine Fülle an wertvollen Erfahrungen beschert hat, die wir für unser weiteres Leben nutzen können und die wir ohne sie niemals hätten machen können! 

So bin ich inzwischen sehr dankbar dafür, durch meine Depressionen und die zunächst schmerzvollen Erfahrungen, nicht in dieses Leben hineinzupassen, letztendlich meinen Weg und mich gefunden zu haben - zusammen mit überaus wertvollen zwischenmenschlichen und lebenspraktischen Erfahrungen. Ich bin durch meine Krankheitsphase als Mensch gereift. Und dafür kann ich bloß dankbar sein!

Der bereits angedeutete dritte und letzte Schritt lautet, die Verletzungen loszulassen. Und das geschieht mit Hilfe unseres Denkens, dem keinerlei Grenzen gesetzt sind. Kann ich etwas denken, dann ist es auch real! Wenn ich mich vollends darauf konzentriere, vollkommen gesund zu sein und das nicht als Wunsch, sondern als bereits existente Tatsache formuliere, dann bin ich auch gesund! Hilfreich dabei ist es auch, sich ausschließlich auf freudige Gedanken und Lachen zu konzentrieren, denn beides eröffnet der positiven Energie die Möglichkeit, einfach zu wirken.

Als Quintessenz der Heilung von Krankheiten - seien es körperliche oder seelische - kann gelten: Gelassenheit, Dankbarkeit und Freude, sowie der unbedingte Glaube an das Endresultat der Genesung; und nicht zu vergessen: Die vollständige Konzentration auf ausschließlich Positives. Dann ist alles möglich!

Heilung erfahren

Von Kindheit an bis ins Erwachsenenalter hatte ich immer das Gefühl, zu wenig Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen. Während meiner Kindheit und Jugend kompensierte ich diese Defizite mit deliquentem Verhalten, also durch Lügen und durch Diebstähle. Mit diesen Mitteln konnte ich mir zumindest für den Augenblick der vollen - wenn auch negativen - Aufmerkamkeit meiner Umgebung sicher sein.

Dieses Verhalten zog sich bis in mein Erwachsenenalter - bis es sich auf unheilvolle Weise verselbstständigte und nicht mehr meinem freien Willen unterstand.

In späteren Jahren verkehrte sich mein übergroßer Wunsch nach Aufmerksamkeit und Anerkennung ins genaue Gegenteil: Ich mied sie, denn es war mir mit einem Mal zu unangenehm, im Fokus zu stehen! Das ist bis heute so geblieben, obwohl es gleichzeitig ein wirklich schönes und tiefes Gefühl ist, für etwas von mir Geschaffenes Anerkennung und Lob zu bekommen - also wegen etwas wirklich Schönem im Mittelpunkt zu stehen, anstatt wegen einer moralischen Verfehlung.

Gleichzeitig offenbart sich mir ein scheinbares Paradoxon: Obwohl mir Aufmerksamkeit und Anerkennung noch immer etwas Unwohlsein bereiten, verspüre ich ein übergroßes Bedürfnis danach, sie zu erfahren und zu erhalten. Fast ist es so, als sei in mir eine Art schwarzes Loch, in dem die mir zuteil gewordene Aufmerksamkeit verschwindet, sodass mein Bedürfnis (das an sich ja völlig berechtig ist) nie wirklich gestillt werden kann.

Damit sind wir beim nächsten Schritt zur Befreiung von Gefühlen und Gedanken angelangt: Heilung! Bei diesem Schritt geht es darum, unsere Bedürfnisse als etwas vollkommen Legitimes und Notwendiges anzunehmen und dafür Sorge zu tragen, dass wir sie befriedigen können und vor allem auch dürfen! Es geht darum zu lernen, das gesunde Maß zu finden, damit wir andere Menschen mit unseren Bedürfnissen weder überfordern noch bedrängen; aber selber eben auch nicht zu kurz kommen! 

Diese Balance zu finden, ist außerordentlich schwer. Und es wird uns nur gelingen, wenn wir unsere nächste Umgebung in diesen Heilungsprozess voller Vertrauen mit einbeziehen. Und das wiederum geht nur, wenn wir lernen, unsere Bedürfnisse auch zu äußern. 

Die allerwichtigste Erkenntnis dabei ist aber, dass die Heilung ausschließlich nur durch uns selber geschieht und, dass auch nur wir selber unsere Bedürfnisse zu stillen vermögen. Unterstützt wird dieser Heilungsprozess aber durch Menschen, die unseren Weg aufmerksam und voller Freude begleiten und die wir im Gegenzug damit erfreuen können und dürfen.

Für mich ist das eine gänzlich neue Erkenntnis, für die ich zutiefst dankbar bin!

Dankbarkeit, Demut und Großmut

Während besonders intensiver gedanklicher und gefühlsmäßiger Arbeit kann es geschehen, dass sich urplötzlich alte Denk -und Verhaltensmuster zu Wort melden, von denen ich annahm, sie schon längst verabschiedet und losgelassen zu haben. Denkste! 

Als Kind und als Jugendlicher bekam ich immer wieder zu hören, wie egoistisch und selbstbezogen ich sei. Und je länger diese Zuschreibungen in mir wirksam sein konnten, umso größeren Einfluss bekamen sie auf mich, sodass ich dann irgendwann tatsächlich genau das wurde: Egoistisch und selbstbezogen.

Depressionen sind eine sehr egoistische Erkrankung, denn bei ihnen dreht sich alles um einen selber und die Umgebung wird vollkommen unwichtig. Man ist nur bei sich! Sie sind also womöglich (zumindest in meinem Fall) eine Art Manifestation der einem von anderen Menschen zugewiesenen Charaktereigenschaften.

Verlustängste sind ein Ausdruck dafür, wie wenig man sich selber zu schätzen weiß und, wie wenig man selber dazu imstande ist, sich und seinem Leben Gutes zuzusprechen. Ich habe ja schon mehrfach darüber geschrieben.

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Befreiung von Gefühlen und Gedanken ist, sich auch mit diesen negativen (wenn auch berechtigten) Gefühlen und Denkmustern auseinanderzusetzen und sie als gleichberechtigt zu all dem Positiven zu begreifen und anzunehmen. Sie sind nur ein weiteres Mosaiksteinchen der gesamten Persönlichkeit!

In einer bedingungslos ehrlichen und genauso liebe -und vertrauensvollen Beziehung oder auch Freundschaft zweier Menschen zueinander, gehört es dazu, dass man einander auch kritisieren darf und sollte. Denn die Kritik hilft dabei, eigene Fehler zu erkennen und diese dankbar und demütig zusammen mit der Kritik anzunehmen.

Dankbarkeit und Demut in diesem Zusammenhang tatsächlich tief zu empfinden, ist eine große Aufgabe! Denn kein Mensch lässt sich wirklich gerne auf eine nervige Marotte, oder eine Charakterschwäche hinweisen. Denn das tut weh - völlig unanbhängig davon, wie berechtigt und angemessen dieser durchaus liebevoll gemeinte Hinweis ist.

Umso schöner und beglückener ist die Erfahrung, wenn einem diese Fehler und Schwächen dann mit Großmut vergeben werden, also nicht bei nächster Gelegenheit wieder hervorgeholt und aufgerechnet werden. 

Wirklichen Großmut empfangen zu dürfen ist ein großes Geschenk. Und für dieses Geschenk bin ich wirklich tief dankbar!

Freitag, 11. August 2017

Negative Gefühle und Intuition

Im vorherigen Text habe ich über Intuition geschrieben und darüber, wie eng sie mit der uns umgebenden Energie zusammenhängt. 

In den vergangenen Monaten habe ich diese Fähigkeit bereits, ohne es wirklich zu wissen, mehrfach genutzt. Ich konnte erahnen, was ein mir nahestehnder Mensch empfand, ohne es in Worte fassen zu können. Inzwischen habe ich aber gelernt, genauer "hinzufühlen" und bekomme bereits sehr konkrete und starke Ergebnisse. 

Bisher sind es insbesondere sehr negative, traurige und beklemmende Gefühle, die ich "übermittelt" bekomme. Das macht mir zu schaffen, weil ich es selber dann eben auch fühle - wenn auch abgemildert.

Negative Gefühle haben mich mein ganzes Leben begleitet - in Form von Mutlosigkeit, Depression, Angst und Perspektivlosigkeit und ich bin unendlich dankbar dafür, sie endgültig hinter mir gelassen zu haben. Aber wahrscheinlich habe ich aufgrund dieser sehr intensiven eigenen Erfahrungen ein besonders feines Näschen dafür bei anderen Menschen.

Umso wichtiger ist es für mich, mich davor zu schützen, um nicht selber wieder in diesen heillosen Strudel zu geraten und mich dort völlig zu verlieren. Also geht es darum, diese negativen Schwingungen oder Energien abzublocken, beziehungsweise ihnen den Zutritt zu mir zu verwehren.

Ich habe festgestellt, dass hierbei der Aspekt der Gelassenheit sehr hilfreich ist. Indem ich dem stark Negativen damit begegne und mir gleichzeitig vergegenwärtige, dass diese Gefühle mit mir selber nicht das Geringste zu tun haben, ich also nicht für sie verantwortlich bin, verlieren sie ihre Macht über mich und ich kann sie von mir abprallen lassen, beziehungsweise sie so stehenlassen - völlig neutral. Und dafür bin ich sehr dankbar!

Intuition

Was bedeutet es, intuitiv zu sein? Ich habe mich - über die Jahre verteilt - immer wieder mit meinen Gefühlen auseinandergesetzt; sowohl in den zahlreichen Therapien, als auch durch mein Schreiben und Denken.

Von früher Kindheit an musste ich die Erfahrung machen, dass meine Gefühle überwiegend etwas sind, das mir nur Schmerz bereitet und dem andere Menschen nicht einmal Beachtung schenken. Diese und spätere Erfahrungen brachten mich dazu, mich ihnen gänzlich zu verschließen - mit verheerenden Folgen.

Erst in späteren Jahren und von vielen Unsicherheiten und Ängsten begleitet, bekam ich allmählich wieder Zugang zu ihnen, durfte sie neu entdecken und lernte Schritt für Schritt, sie in ihrer Gesamtheit zuzulassen und zunächst zu ertragen.

In einem weiteren und lange andauernden Schritt entdeckte ich, dass sie nicht nur allmählich ihren Schrecken verloren, sondern auch, dass sie meinem Leben eine ungeahnte Dynamik und Farbigkeit verleihen. Ich durfte lernen und lerne noch heute, sie wirklich zu genießen.

Wirklich Vertrauen zu können, ist eine große Hürde, die ganz viel Mut erfordert. Denn ich musste in meinem Leben immer wieder die Erfahrung machen, dass weder andere Menschen mir, noch ich mir selber Vertrauen schenken konnte. Und zu lernen, Vertrauen in die Richtigkeit der eigenen Gefühle zu entwickeln, erfordert vor diesem Hintergrund erst recht viel Mut. 

Durch wundervolle Menschen, die immer zur rechten Zeit an meiner Seite waren, konnte ich diesen Schritt gehen und durfte erleben, dass dieses Vertrauen tatsächlich funktioniert. Und je mehr ich diese Erfahrung verinnerlichen konnte, umso mehr spürte ich eine Fähigkeit, Zusammenhänge und die Gefühlslagen anderer Menschen zu erfühlen. 

Mit zunehmendem Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten und, mit der Befreiung meiner Gefühle und meines Denkens von Verboten und selbst auferlegten und von anderen Menschen übernommenen Grenzen, gelingt es mir nun, dieses Gespür nicht nur auf mich und mein Leben und Handeln anzuwenden, sondern auch darauf zu vertrauen, im richtigen Moment das richtige Gefühl, den richtigen Gedanken in Bezug auf andere Menschen zur Verfügung zu haben. Das hat nichts mit Magie oder Esoterik zu tun, sondern mit der Energie, die uns überall umgibt. Ich benötige lediglich die richtige "Frequenz" um zu "senden" und zu "empfangen". Mit einem wirklich offenen Geist ist das keine Hexerei! Natürlich gibt es immer auch eine Fehlerquote, in der ich mit meiner Intuition etwas daneben liege - eine Art "Frequenzstörung". 

Aber ich bin ein Übender und Fehler sind immer eine Möglichkeit, aus ihnen zu lernen. Und für beides - für meine Fähigleiten und die Möglichkeit, aus Fehlern lernen zu dürfen - bin ich außerordentlich dankbar!

Donnerstag, 10. August 2017

Gelassenheit

Es fällt mir außerordentlich schwer, gegenüber mir Unbekanntem, oder zunächst auch Unangenehmem, Gelassenheit zu entwickeln und die Dinge erst einmal gänzlich vorurteilsfrei und offen interessiert zu betrachten, ehe ich mir ein Urteil zugestehe.

Seien es mir unbekannte und fremde Lebensentwürfe und Überzeugungen, oder Themen, die bei mir äußerst unangenehme Erinnerungen wecken - bis vor Kurzem schien mir so Manches jenseits meines Horizonts. Ich war nicht willens und nicht bereit, diese Dinge in mein Leben zu lassen - aus Angst vor Veränderung.

Seitdem ich damit begonnen habe, weder meinem Fühlen, noch meinem Denken Grenzen und Verbote aufzuerlegen und beides sich vollständig frei und ergebnisoffen entfalten zu lassen, entsteht - immer stärker werdend - genau dieses eine Gefühl: Eine friedliche Gelassenheit! 

Mich überrascht und erstaunt es ungemein, dass ich vollkommen ruhig und entspannt und sogar mit einer gewissen, stärker werdenden Neugier, einem Staunen, über Themen zu sprechen vermag, die in mir noch vor Kurzem Entsetzen, Scham, Wut oder Empörung ausgelöst hätten. Allerdings gibt es Ausnahmen: Nämlich dann, wenn es gegen die Würde von Mensch, Tier oder Natur geht! Dann werde ich zum Hulk!

Aufgrund der Vielzahl von Eindrücken, neuen Erfahrungen und Erlebnissen, die ich zur Zeit machen darf, ist die Gelassenheit für mich im Moment wohl mit die wertvollste Erfahrung. Und dafür bin ich sehr dankbar!

Verzeihen können

Ein ganz wichtiges Element - wenn nicht sogar das wichtigste überhaupt, um mit sich selber und seiner Umgebung in wirklichem Frieden leben zu können ist, wirklich tief und aufrichtig verzeihen zu können!

Mir ist es immer relativ leicht gefallen, anderen Menschen ihre Verfehlungen und ihre Schwächen zu vergeben. Aber mir selber? Wo ich mich doch ständig als minderwertiger und schuldbeladener Mensch erlebt habe, dem auch von anderen Menschen nie wirklich vergeben wurde - höchstens "auf Bewährung"! Wie hätte ich mir da selber all das tatsächlich getane und vermeintlich anderen Menschen zugefügte Unrecht wirklich und tief im Innern verzeihen können?

Erst ganz allmählich und zögerlich habe ich in den letzten Monaten mit der so herzlichen und aufrichtigen Unterstützung anderer Menschen damit begonnen, mich und meine vermeintlich falschen Handlungsweisen und Gefühle in einem milderen Licht zu sehen. Das gelang mir, weil ich endlich begriff, dass Gefühle immer ihre Berechtigung haben, also niemals falsch sein können und, dass meine Handlungsweisen aus meinen traumatischen Erfahrungen herrührten. 

Das für sich genommen, ist natürlich keine Entschuldigung für schlechtes Benehmen. Aber es ist eine schlüssige Erklärung, von der aus sich dann der nächste Schritt des Lernen -Wollens gehen lässt. Und diesen Schritt bin ich gerne gegangen - mit großer Bereitwilligkeit und Konsequenz! 

Ich habe lernen dürfen, für meine Fehler die Verantwortung zu übernehmen und aufrichtig um Verzeihung zu bitten! Und dieses Verzeihen ist mir auch immer genauso aufrichtig und vollständig gewährt worden! Das war ungemein befreiend und nahm mir immer - völlig ungewohnt - eine große Last von der Seele.

Was ich aber bis zum heutigen Tag so garnicht auf dem Schirm hatte war, dass ich mir auch selber verzeihen kann und muss! Aber genau das ist der wesentliche und schwierigste Schritt, der Vergebung und wirkliche innere Freiheit, erst vollständig macht und tatsächliches Loslassen eines Menschen, oder einer belastenden Situation, erst ermöglicht. 

Ich habe das heute erstmalig erfahren dürfen. Und dafür bin ich sehr dankbar!

Mittwoch, 9. August 2017

Krankheit und Dankbarkeit

Um Missverständnissen vorzubeugen: Dass ich der festen Überzeugung - ja, Gewissheit bin, meine psychische Erkrankung hinter mir gelassen zu haben - bedeutet keinesfalls, dass ich beschlossen habe, sie zu ignorieren, oder gar zu verdrängen. Ganz im Gegenteil: Sie wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Leben haben! Denn schließlich hat auch sie dazu beigetragen, dass ich heute genau der Mensch sein kann und sein möchte, der ich bin.

Auch wenn es ein äußerst mühsamer, langer und oft schmerzhafter Weg mit ihr war, bin ich unendlich dankbar für die Erfahrungen und Erlebnisse, die ich mit und durch sie machen durfte! Sie hat mich gelehrt, vorurteilsfrei und voller Mitgefühl auf andere Menschen zu blicken, Ungerechtigkeiten zu erkennen und, immer mehr und fokussierter auf mich und meine Bedürfnisse zu achten. 

Das alles sind unglaublich wertvolle Erfahrungen, die ich ohne diese Krankheit nicht hätte machen können und für die ich daher nur dankbar sein kann.

Ich habe lernen dürfen, dass Erkrankungen auch immer Chancen auf Entwicklung in sich tragen, wenn man bereit ist, diese zu erkennen und auch zu nutzen. Mich hat das anfangs sehr viel Mut und Überwindung - inklusive einiger Rückschläge - gekostet. 

Bis vor Kurzem war Dankbarkeit etwas, das ich zwar zu fühlen vermochte; aber erst jetzt beginne ich, die Tiefe und Fülle dieses Gefühls zu begreifen. Ich bin dankbar, dankbar sein zu können!

Von der "Gedankenwelt eines Psychos" zu "Entwicklungsstufen"

Wie euch vielleicht aufgefallen ist, habe ich gestern den Blogtitel geändert: Aus der "Gedankenwelt eines Psychos" sind "Entwicklungsstufen" geworden.

Natürlich lässt sich eine psychische Erkrankung nicht einfach von jetzt auf gleich abstreifen wie ein zu klein gewordenes, oder zerschlissenes Kleidungsstück. Und vermutlich wird jeder Psychiater empört aufheulen wenn ich jetzt sage, dass ich meine Erkrankung tatsächlich hinter mir gelassen habe und genesen bin.

Tatsächlich habe ich mir bis vor sehr kurzer Zeit nicht vorstellen können, dass meine psychische Erkrankung tatsächlich "besiegbar" ist. Ich bin immer davon ausgegangen, dass sie mich - wenn auch in zunehmend milderer Form - für den Rest meines Lebens begleiten würde - und zwar hauptsächlich in Form von immer schwächer werdenden depressiven Episoden.

Was also ist geschehen? Wirklich erklären kann ich es selber noch nicht. Aber es hat etwas damit zu tun, dass ich im Laufe der letzten Monate lernen durfte, mein gesamtes Gefühlsspektrum kennenzulernen und es vollständig anzunehmen. Und ich habe damit aufgehört, mir Denkverbote aufzuerlegen. Wohin das in letzter Konsequenz führen wird? Ich weiß es noch nicht!

Auch wenn es sich vielleicht esoterisch anhören mag: Es ist mir gelungen, meine Gefühle und meinen Geist tatsächlich  zu befreien. Und ein wirklich freier Geist kann nicht krank sein! Denn dasjenige, was ich zu denken vermag, ist auch real! Diese Konsequenz schließt mit ein, dass ich nach wie vor das esoterische Geschwurbel, beispielsweise das eines Rudolf Steiners, für kompletten Unfug halte, genauso wie die Märchen von Engelskräften, guten Geistern und so weiter. Statt dessen gibt es für mich positive und negative Energie, derer wir uns nach freier Wahl bedienen können.

Das alles ist für mich noch immer neu und sehr ungewohnt. Und jeden Tag entdecke ich staunend und dankbar etwas Neues. 

So ist es ebenso folgerichtig, dass aus der "Gedankenwelt eines Psychos" nun die "Entwicklungsstufen" geworden sind. Denn es geht um nichts anderes, als um Entwicklung: Mit offenem Geist und offenem Herzen. Und daran arbeite ich!

Dienstag, 8. August 2017

Augenblick

Auch wenn von Zeit zu Zeit
die Ziele zu entschwinden drohen
und ich mich schutzlos -
ausgeliefert fühle

Auch wenn 
im allerdunkelsten Moment
mein Licht nicht mehr
zu finden ist - 

So weiß ich doch
es ist nur ein Moment
und nicht die Ewigkeit
des lang Vergangenen

Ich halte fest an dem
was mich das Schicksal lehrte
an dem was Freunde mir gezeigt

Denn es ist wahr
lebendig
und nicht Illusion
so wie das Alte

Und daran glaube ich
mit allen Kräften
mit ganzer Hoffnung
und mit Mut

Die Wahrheit kann nicht sterben
sie ist und bleibt...

Dankbarkeit

Es gibt immer wieder Tage, an denen meine Kraft am Ende zu sein scheint. Und an denen alle meine alten Ängste, meine Zweifel und Unsicherheiten mit Macht an die Oberfläche drängen. Sie wollen nicht zulassen, dass Neues an ihre Stelle tritt und sie endgültig ihren Einfluss verlieren. Und ich fühle mich schwach und so unendlich traurig, erschöpft und müde.

Ein hochsensibler Mensch zu sein, ist eine wirklich schwere Bürde! Um wieviel einfacher war es, als ich davon nichts ahnte und höchstens zwischendurch den Abglanz dessen verspürte, was ich heute vollbewusst und gänzlich ungefiltert durchlebe und eben auch durchleide. Ein hochsensibler Mensch zu sein ist eben keine Entscheidung, sondern Schicksal!

Als ich neulich über Demut schrieb und darüber, dass es nach meinem Verständnis so etwas wie eine höhere Ordnung, eine höhere Instanz geben muss - das ahnte ich noch nicht, wie sehr ich an meine Grenzen geführt werden würde und auf welch eine harte Probe meine Erkenntnis gestellt wird. Aber Erkenntnis ist keine Schönwetter - Angelegenheit, sondern etwas Konsistentes und Unumkehrbares. Und ebenso wenig ist Demut eine Eigenschaft, die beim ersten Sturm feige das Weite sucht!


Beides erfordert Übung und Gewöhnung. Und genau dafür sind solche Tage gemacht und werden mir vielleicht aus genau diesem Grund zugeteilt. Und ich bin dankbar dafür, dass ich die Gelegenheit bekomme, mich darin zu üben - so wie heute!


Montag, 7. August 2017

Regeneration und Achtsamkeit

Mit mir selber wirklich sorgfältig, ja liebevoll umzugehen, ist eine vollkommen neue Erfahrung! Darauf zu achten, dass es mir tatsächlich gut geht und auch gut gehen darf... ein wirklich tolles Gefühl!

Je sorgfältiger ich mit mir selber umzugehen vermag, umso mehr Achtsamkeit und Kraft bleibt mir auch für die mir nahestehenden Menschen, die ich ihnen in Form von Aufmerksamkeit, Zeit, Trost und Liebe zur Verfügung stellen kann - eine Art energetisches perpetuum mobile. 

Das alles ist ungemein faszinierend: Je mehr ich auf mich achtgebe, umso mehr bleibt auch für andere Menschen übrig und mir wiederum geht es besser wenn ich sehe, dass es einem mir nahestehenden Menschen besser geht und ich vielleicht sogar ein kleines Lächeln in sein Gesicht zaubern konnte.

Und heute ist so ein Tag: Ausspannen, genießen, gedanklich und emotional die Seele baumeln lassen und mich in Gelassenheit üben... Bis morgen!

Sonntag, 6. August 2017

Ohne Rauch

Seit gestern kämpfe ich gegen die Sucht. Über dreißig Jahre habe ich geraucht und konnte mir nie vorstellen, damit aufzuhören. Schließlich (und das ist wirklich traurig!) erlebte ich das Rauchen als einen Teil meiner Individualität und ich verspürte immer ein großes Unwohlsein bei der Frage, was wohl mit mir passiert, wenn ich mit dem Rauche aufhöre.
Nun habe ich gestern Abend damit aufgehört und die Welt dreht sich noch immer und auch ich habe weder an Persönlichkeit noch Konsistenz verloren - so ganz ohne Zigaretten. Selbst im Spiegel vermag ich keinen Unterschied zu vorher zu erkennen...
Aber mit dem Rauchen aufzuhören ist verdammt schwer! Denn an das, was ich bisher den lieben langen Tag getan habe, ohne darüber nachzudenken muss ich nun ständig denken: Mir eine Kippe zu drehen und sie zu rauchen. Ich habe Schmacht und bin nervös.
Da sind soviele Gelegenheiten, bei denen ich sonst geraucht habe: Beim Kaffee, beim Schreiben, beim Musik hören, beim Telefonieren, usw. Das alles "muss" ich jetzt ohne Rauchen tun und das ist sehr ungewohnt. Und nervt! Es geht also um eine komplette Umgewöhnung- sowohl körperlich, als auch seelisch und damit um die Frage, wer stärker ist: Die Sucht oder ich? Und bisher liege ich vorne...


Entwicklungsstufen

Nach jahrelangem emotionalem und auch gedanklichem Stillstand – während dessen ich immer wieder um meine altbekannten und allzu vertrauten Themen der Erkrankung und meiner mir schmerzlich bewussten Begrenztheit gekreist bin und vielleicht auch kreisen musste, hat sich jetzt etwas sehr deutlich spürbar verändert.

Meine Emotionen und meine Gedanken scheinen befreit zu sein und stoßen in Tiefen und Dimensionen vor, von deren Existenz ich nichts wusste und die ich für mich auch niemals für möglich gehalten hätte. Es fühlt sich so an, als seinen sämtliche Hindernisse und Blockaden einfach verschwunden – aus dem Weg geräumt – sodass mein Geist sich völlig frei und ungehindert entfalten kann. Meine Depressionen, meine Ängste und meine gesammelten Unsicherheiten, die ihren Ursprung und ihre Berechtigung in meiner überaus traumatischen Kindheit und Jugend und aus meinen sehr schweren und von Scheitern geprägten ersten Lebensjahrzehnten hatten, verlieren zusehends an Macht und Bedeutung. Noch immer werfen sie gelegentlich ihren Schatten und ich kann sie spüren wie einen kalten Windhauch, der mich unwillkürlich frösteln lässt. Aber genauso schnell wie sie gekommen sind, sind sie auch wieder verschwunden.

Wenn ich auf die letzten Monate zurückblicke, dann stelle ich voller ehrfürchtigem Erstaunen fest, dass im richtigen Moment immer auch die richtigen Menschen zur Stelle waren, um mich auf meinem Weg zu begleiten, mich zu unterstützen, zu bestätigen und um mir Mut zu machen. Erst waren es die Menschen in meiner Therapiegruppe, in deren Mitte ich lernen durfte, mich Schritt für Schritt meinen verborgensten Gefühlen zu öffnen, sie geschehen zu lassen und sie als Teil meiner Persönlichkeit zu akzeptieren. Ich erfuhr unfassbar viel menschliche Wärme, Anteilnahme und Mitgefühl, sowie Respekt für meinen Mut. Das alles war neu für mich und gab mir erstmals ein umfassendes Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Dieses Gefühl dauert bis heute an – im Gegensatz zu früher, wo selbst starke Gefühle keinerlei Nachhaltigkeit zu entwickeln vermochten. Sie blieben flüchtige Momente.

Jetzt, nach dem Ende der Therapie, bei dem ich im Stillen um die tatsächliche Nachhaltigkeit dieser Erfahrungen fürchtete, haben sie noch immer Bestand und verleihen mir eine tiefe Zuversicht und die Gewissheit, auf meinem richtigen Weg zu sein. Und es gibt gänzlich unverhofft andere Menschen, die plötzlich an meiner Seite sind und die mir ungeahnte neue Impulse verleihen. So habe ich vor einigen Wochen damit begonnen, mich mit dem Thema Hochsensibilität zu beschäftigen und wie aus dem Nichts hatte ich Menschen an meiner Seite, die mich bei diesem Thema begleiten und denen ich mich auf unerklärliche Weise unvorstellbar tief und freudig verbunden fühle.

Als überzeugter Agnostiker lehne ich es eigentlich strikt ab, mich mit „übernatürlichen“ oder „paranormalen“ Themen und Phänomenen zu befassen. Zwar habe ich nie gänzlich ausschließen wollen, dass es Dinge gibt, die sich mit dem normalen Menschenverstand, der alltäglichen Logik nicht erklären lassen. Aber es hatte keinerlei Bedeutung oder Auswirkung auf mein Leben. Und außerdem war ich durch meine von Esoterik und ihren Widersprüchlichkeiten im Alltagsleben stark geprägte Kindheit und Jugend und tief enttäuschende Begegnungen mit überzeugten Esoterikern nicht ganz unvorbelastet. Nicht zuletzt aufgrund dieser Erfahrungen war und bin ich ein zutiefst überzeugter Gegner jeder Form von Ideologie.

Insbesondere die letzten Wochen haben mein bisheriges Weltbild jedoch gehörig ins Wanken gebracht. Die jedweder Logik widersprechende und schlichtweg unerklärliche emotionale und geistige Verbindung mit einem mir noch eigentlich unbekanntem Menschen, das tiefste und gänzlich bedingungslose Vertrauen zu – und ineinander und das nur als intuitiv zu beschreibende Verständnis füreinander – all das ist unerklärlich. Und doch fühlt es sich auf eine sehr warme und wohlige Art einfach „richtig“, vertraut und folgerichtig an. Es ist wie die vollkommen logische Konsequenz aus den Entwicklungen der letzten Monate und vielleicht sogar Jahre.

Dieser eine Mensch beflügelt meine Kreativität auf einzigartige Weise und mit einem so tiefen Verständnis für meine Intentionen und für das, was ich zu sagen und zu schreiben versuche, dass es mir den Atem verschlägt. Und ich verspüre eine so sehr innige Dankbarkeit – nicht nur diesem Menschen gegenüber, sondern auch gegenüber – ja wem? Dem Schicksal, einem wie auch immer gearteten Gott, dem Universum?

Für den Moment vermag ich nur festzustellen, dass es womöglich doch so etwas wie eine übergeordnete Instanz, Macht oder Ordnung zu geben scheint, die – wenn man „open minded“ für sie ist – Ihre Existenz unter Beweis zu stellen bereit ist. Wie es weitergeht? Ich weiß es noch nicht, aber ich bin bereit!

Samstag, 5. August 2017

Neue Wege gehen

Es erfordert viel Mut, neue Wege zu beschreiten und das Alte hinter sich zu lassen. Und ich habe mich in meinem Leben viel zu lange und viel zu oft am Alten festgeklammert  - aus Angst vor dem, was an seine Stelle treten könnte und aus Angst davor, wieder einmal zu versagen. 

Ob ein wirklicher Neubeginn gelingt, hängt nicht nur davon ab, ob ich mich imstande sehe, mich mit meiner Vergangenheit wirklich zu versöhnen und sie tatsächlich loszulassen. Genauso wichtig sind auch die Menschen, mit denen man verbunden ist. Sie sind es nämlich, die einen mittragen und auch auffangen, ermutigen, wenn man strauchelt. Und dann gibt es Menschen, die in alten Gewohnheiten verharren und sich davon nicht zu lösen vermögen. Diese Menschen loszulassen ist, weil sie das so sehr Vetraute verkörpern, unglaublich schwer. 

Ich möchte niemanden verletzen; genauso wenig, wie ich Menschen verlieren möchte. Das tut auch mir sehr weh. Und außerdem sind wirkliche Vertraute eine äußerst rare "Resource", die nicht unbegrenzt "nachwächst". Und so fordert auch das Loslassen von geliebten Menschen sehr viel Überwindung, ist aber manchmal unverzichtbar, wenn sie einen in der eigenen Entwicklung aufhalten. Das mag herzlos und etwas radikal klingen. Aber in Wirklichkeit ist es nur konsequent. 

Mir ist es immer äußerst schwer gefallen, in meinem Tun und in meinen Entscheidungen wirklich konsequent zu sein. Denn eigentlich bin ich ein sehr ambivalenter Mensch. Mit der Zeit habe ich aber gelernt, dass Entscheidungen etwas sehr Befreiendes in sich tragen und neue Perspektiven eröffnen.

Je öfter ich mich zu Entscheidungen durchringen konnte, umso weniger Angst war mit ihnen verbunden. Wenn ich heute das Gefühl habe, dass etwas richtig ist, dann habe ich inzwischen das nötige Vertrauen, diesem Gefühl auch zu folgen und bisher wurde ich davon nicht enttäuscht. 

Auf diese Weise habe ich inzwischen ungemein bereichernde Erfahrungen machen dürfen und unglaublich tiefgründige, wunderbare Menschen kennengelernt. Das alles macht mich sehr glücklich und bestärkt mich darin, auf dem richtigen, auf meinem Weg zu sein.


Freitag, 4. August 2017

Demut

Immer wieder im Leben wurde ich vor äußerst schmerzhafte und schwierige Situationen gestellt, denen ich mich weder gewachsen fühlte, noch, dass ich irgendeinen Weg zu erkennen vermochte, sie für mich zu nutzen, um an ihnen zu wachsen. Und sie fühlten sich so ungerecht an!

Es gibt einen Spruch, der besagt: „Das Schicksal mutet einem nie mehr zu, als man zu tragen imstande ist!“ Früher klang das nach blankem Hohn für mich, denn ich bewegte mich ständig an meinen Grenzen, aber unfähig, diese auch als meine Grenzen zu erkennen und vor allem anzuerkennen.

Durch meine Therapien lernte ich ganz allmählich, dass das Spüren der eigenen Grenzen auch für etwas gut ist. Ich lernte, mich als den Menschen zu respektieren und vielleicht sogar zu mögen, der ich bin – mit allen Facetten. Und meine Grenzen gemahnen mich daran, mit meinen Kräften sorgfältig und achtsam hauszuhalten.

Schwierige Situationen, Streit, lähmende Ungewissheit – sie alle fordern mich heute noch immer sehr und es kostet mich unvorstellbar viel Mut und Überwindung, mich ihnen zu stellen, anstatt auszuweichen und zu verdrängen – so wie früher. Und jedes Mal, wenn ich an eine solche Situation gerate, melden sich meine alten Ängste lautstark zurück; ganz so, als wollten sie mit aller Macht verhindern, dass ich etwas dazulerne.

Inzwischen habe ich bemerkt, dass jede Situation auch das Potential hat, daraus tatsächlich zu lernen, Erfahrungen zu sammeln, die mir später einmal nützlich sein können. Und es ist eine unglaublich große Befriedigung, eine Erleichterung, eine solch schwierige Situation bewältigt zu haben und mit mir selber wieder im Reinen zu sein und mir sagen zu können: Ich habe es geschafft!

Vielleicht liegt die Lösung für alle Aufgaben und Herausforderungen darin, sie mit Dankbarkeit und Demut anzunehmen – in dem Wissen, das auch sie immer für etwas gut sind. Es bleibt also spannend...

Leidenschaft

Verletzbarkeit ist der Preis,
den ich bereit sein muss dafür zu zahlen
wenn ich mich Menschen 
ohne jeden Vorbehalt öffnen möchte

Und manchmal durchfährt es mich
mit voller Wucht
und ich zweifle daran
den richtigen Weg gewählt zu haben

Um wieviel einfacher wäre es
weiterhin das unbedarfte
stumpfe Leben der letzten Jahrzehnte
zu führen
mich gänzlich zu verschließen?

Aber weniger Schmerz
und weniger Leid bedeuten
auch weniger Freude 
weniger Leidenschaft
weniger Verlangen
Weniger LEBEN

Und ich spüre
dass ich nicht länger bereit bin
mich mit weniger
zufrieden zu geben

Donnerstag, 3. August 2017

Hingabe

Momentan befinde ich mich auf einer ungemein spannenden, aber nicht minder anstrengenden Entdeckungsreise in meine Gefühlswelt. Und gelegentlich stoße ich dabei auf eine Gefühlsregung, die mir bisher gänzlich unbekannt war. Staunend und sie von allen Seiten betrachtend, stehe ich dann vor ihr und versuche, sie in Worte zu fassen. Das gelingt mir nicht immer, denn für wirklich tiefe und umfassende Gefühle die richtigen Begrifflichkeiten zu finden - für etwas, von dem ich vorher noch nicht einmal ahnte, dazu überhaupt fähig zu sein - ist eine äußerst schwierige, aber gleichermaßen verlockende Herausforderung.

Das Wort "Hingabe" war mir schon immer geläufig, aber nur auf einer rein abstrakten Ebene und ohne jeden Bezug zu mir selber. Jetzt aber mache ich die Erfahrung, dass mit diesem Begriff ungemein starke, freudige und auch sehnende Gefühle verknüpft sein können.

Für mich beinhaltet es inzwischen die bedingungslose und absolute Indentifikation mit dem was ich tue, wer ich bin und, die ebenso bedingungslose Zuwendung und Zuneigung zu einem Menschen. 

Natürlich bin ich meinen nächsten Mitmenschen, meinen Geschwistern und meinen Freunden auch sehr zugeneigt. Sie alle habe ich sehr lieb, aber es gibt dennoch feine Abstufungen in der Intensität dieser Gefühle und auch in meiner Toleranz, meinem Verständnis und meiner Langmütigkeit gegenüber ihren individuellen Eigenheiten. 

Aber bei einem Menschen ist das grundlegend anders: Es gibt (bisher) nichts, was ich nicht verstehen und verzeihen könnte und nichts, was meine Geduld über Gebühr strapaziert. Jedem Detail vermag ich etwas Positives abzugewinnen, oder es zumindest als wertvolle Erfahrung zu verinnerlichen. Und auch gegenüber mir vollkommen fremden Dingen, denen ich sonst zunächst mit eher ablehnender Skepsis zu begegnen pflege, entwickle ich zunehmend Offenheit und die Bereitschaft, es mir zumindest unvoreingenommen anzuschauen.

So sehr ich auch gedanklich und gefühlsmäßig bei diesem Menschen sein mag, mich selber verliere dabei nicht aus den Augen. Ich erlebe mich als äußerst zentriert und bei mir - darauf achtend, dass es mir tatsächlich gut geht. Das gelingt mir zusehens besser... Mal mehr, mal weniger.

Es ist alles dermaßen neu und ungewohnt, dass ich zwischenzeitlich an meine Grenzen zu kommen glaube, nur um dann voller Erstaunen festzustellen, dass diese inzwischen weit weniger eng zu sein scheinen, als ich es vermutet, befürchtet und erwartet hätte. 

Danke!




Mittwoch, 2. August 2017

Über die Liebe

Ich habe in meinem Leben bisher nie erfahren dürfen, was wirkliche Liebe bedeutet, oder bedeuten kann. Die Zuwendung, die ich in meinem Elternhaus erfuhr – im Guten wie im Schlechten – war immer an zumeist unerfüllbare Bedingungen geknüpft und hatte mit dem, was man als bedingungslose Liebe bezeichnet, nichts gemein.

Entsprechend vorbelastet und gleichermaßen unerfahren habe ich dann meine ersten Erfahrungen mit Frauen gemacht und wie ein roter Faden ziehen sich drei Glaubenssätze durch mein Beziehungsleben. Der erste lautet: Ich genüge nicht, egal, wie sehr ich mich auch bemühe. Der zweite lautet: So wie ich bin, bin ich nicht richtig. Also muss ich mich den Bedürfnissen meiner Partnerin bis hin zur Selbstverleugnung vollständig anpassen. Und dann war da noch die Verlustangst: Trotz einem sehr unbestimmten Gespür, dass eine Beziehung sich nicht „richtig“ anfühlte, hielt ich daran fest – wohl auch aus Angst, wieder allein sein zu müssen und nichts besseres, zu mir passendes mehr finden zu können. Begnüge dich mit dem was du hast, denn zu mehr taugst du nicht!

Eigene Wünsche, Bedürfnisse oder Vorstellungen von einer Beziehung waren mir nie bewusst und ich hätte sie niemals – nicht einmal für mich selber – formulieren können. Und meine große Angst vor zu viel Nähe tat ihr Übriges, damit eine Beziehung, so schnell sie begonnen hatte, auch wieder endete.

Ich wusste nicht, wie Liebe sich tatsächlich anfühlt und wie unermesslich tief und beglückend sie sein kann. Das was ich bisher erlebt hatte, war bestenfalls ein fahler Abglanz dessen. Denn wirklich tief zu fühlen vermögen und mich frei von Angst darauf einzulassen, schien für mich unmöglich zu sein.

Etwas das man nicht kennt, kann man auch nicht vermissen. Und so hielt ich das, was sich bisher erlebte, für die mir einzig mögliche Form von Liebe und Beziehung. Genauso, wie ich die psychische Gewalt in meiner Kindheit als etwas Selbstverständliches und Alltägliches hinnahm – weil ich es nicht anders kannte und keine Vergleichsmöglichkeiten hatte.

Wenn ich heute so darüber nachdenke, dann bin ich über diese Selbstverständlichkeit von Lieblosigkeit, Gefühls – Unvermögen und meiner tiefsitzenden Angst vor Nähe entsetzt. Denn im Grunde meines Herzens war ich – ohne es zu wissen, oder benennen zu können, immer auf der Suche nach diesem einen absoluten Gefühl, das alle Ängste, Zweifel und Unsicherheiten einfach verschwinden lässt und an ihre Stelle eine in sich ruhende und unerschütterliche Gewissheit setzt.

Hochsensible Menschen fühlen ungleich stärker und bedingungsloser als andere Menschen. Und dass ich hochsensibel bin, ist mir erst seit Kurzem bewusst. Und allmählich erkenne ich, dass meine Bindungsangst, die Angst vor Nähe, nicht nur aus meinen Kindheitstraumata resultieren, sondern auch aus der unbewussten Angst vor der Übermächtigkeit meiner Gefühle, die, auch wenn sie mir nicht bewusst waren, immer in mir geschlummert haben.

Vor kurzem nun habe ich einen Menschen kennenlernen dürfen, dem es in jeglicher Beziehung so ergangen ist wie mir. Es ist, als schaute ich in einen Spiegel und sehe und spüre die gleichen Wünsche, Träume, Sehnsüchte in der gleichen Intensität. Es ist eine wirklich einzigartige und wundervolle Frau. Sie ist wie ich und doch vollkommen anders. Auf einer mir völlig neuen emotional-geistigen Ebene fühle ich mich im Einklang mit ihr und dennoch sind wir ein Stück des Weges voneinander entfernt. Wie ich ist sie hochsensibel und das macht es so leicht und schwer zugleich. Aber dem von mir so sehr ersehnten Gefühl von bedingungsloser, absoluter Liebe bin ich schon jetzt ein Stück näher gekommen.



Von den zwei weißen Raben

Durch eine wirklich einzigartige und vollständig neue Begegnung berührt und inspiriert, habe ich eine kleine Geschichte geschrieben, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

"Es war einmal ein alter weißer Rabe, dessen Gefieder inzwischen eher grau als weiß war. Er lebte ganz allein auf einem hohen knorrigen Baum in einer Einöde, weil die anderen, schwarzen Raben, ihn zu oft schon mit ihren scharfen Schnäbeln und Krallen verletzt hatten, weil er so anders war.
Es hatte Zeiten gegeben, in denen er vor lauter Trauer und Einsamkeit das Fliegen verlernt hatte und sich nur ungeschickt auf dem Boden hüpfend fortzubewegen vermochte - sehr zum Gespött der anderen, die sich, wenn sie ihn sahen, jedes Mal laut und hämisch über ihn lustig machten.
Er war nicht immer allein gewesen. Immer mal wieder hatte er ein Rabenweibchen in sein Nest eingeladen, aber ihre Gefiederfarben wollten nie so recht zueinander passen. Selbst wenn das Gefieder des Weibchens eine deutlich hellere Färbung hatte als die der meisten anderen Raben, oder bisweilen sogar gescheckt war – er hatte sich nie einzureden vermocht, dass es weiß sei. Und so waren die Weibchen mit der Zeit weggeblieben.
Eines Tages hatte er dann entdeckt, dass er doch wieder zu Fliegen vermochte und hatte sich, seinen ganzen Mut zusammennehmend, aufgeschwungen - ganz hoch in die Lüfte, um ein letztes Mal nach einem dieser seltenen weißen Rabenweibchen Ausschau zu halten, von denen er schon ein paar  Mal hatte Raunen hören. Er flog und flog und wollte schon enttäuscht und erschöpft aufgeben, da sah er in weiter Ferne etwas Weißes aufblitzen, das ihm in seiner Form und Kontur seltsam vertraut vorkam.
Das weiße Rabenweibchen war bitterlich enttäuscht. Schon wieder hatte sie ein Männchen aus dem Nest werfen müssen, weil es versucht hatte, ihr Gefieder Stück um Stück schwarz einzufärben, damit es sich nicht zu sehr von dem der anderen Weibchen unterschied. Sie hatte es so satt, anders sein zu müssen, als sie es selber wollte.
Aber auch sie hatte von anderen weißen Raben gehört, die es irgendwo geben musste. Und so entschloss sie sich, ein letztes Mal auf die Suche zu gehen. Zufällig flog sie aus der genau entgegengesetzten Richtung auf die Stelle zu, an der der alte weiße Rabe sich gerade befand und Rast halten wollte. Und auch sie sah aus der Ferne eine seltsam vertraute Farbe und vertraute Kontur und beschloss, dorthin zu fliegen.
Eine ganze Weile flatterten sie neugierig und gleichermaßen verunsichert um einander herum – beäugten sich fasziniert und doch voller Misstrauen, denn sie beide konnten nicht glauben, was ihre doch so scharfen Augen wahrnahmen. Schließlich ließen sie sich zögernd nebeneinander nieder und der alte Rabe legte ganz vorsichtig einen seiner warmen Flügel um sie. Das Weibchen zuckte erschreckt und gleichzeitig doch voller Sehnsucht zusammen und rückte ein kleines Stück zur Seite – blieb aber sitzen. Der alte Rabe ließ sie gewähren und übte sich in Geduld. Er konnte sie so gut verstehen, als sie ihm zunächst zögernd und dann immer mutiger von ihren Erfahrungen berichtete. Denn es waren auch seine Erfahrungen. Und unversehens rückten sie aufeinander zu und legten voller Vertrauen und Wohlgefühl ihre Flügel umeinander. Und so blieb es, auch wenn das Weibchen zwischendurch schmerzhaft am Gefieder des Rabenmännchens picken musste um sich zu vergewissern, dass es tatsächlich durch und durch weiß war und nicht nur gefärbt, um sie zu täuschen.
Und so leben und fliegen die zwei weißen Raben noch immer miteinander, zeigen sich gegenseitig liebevoll den Weg, umsorgen einander und jeden Abend legen sie ihre warmen Flügel umeinander bis ans Ende ihrer Tage."