Freitag, 4. August 2017

Demut

Immer wieder im Leben wurde ich vor äußerst schmerzhafte und schwierige Situationen gestellt, denen ich mich weder gewachsen fühlte, noch, dass ich irgendeinen Weg zu erkennen vermochte, sie für mich zu nutzen, um an ihnen zu wachsen. Und sie fühlten sich so ungerecht an!

Es gibt einen Spruch, der besagt: „Das Schicksal mutet einem nie mehr zu, als man zu tragen imstande ist!“ Früher klang das nach blankem Hohn für mich, denn ich bewegte mich ständig an meinen Grenzen, aber unfähig, diese auch als meine Grenzen zu erkennen und vor allem anzuerkennen.

Durch meine Therapien lernte ich ganz allmählich, dass das Spüren der eigenen Grenzen auch für etwas gut ist. Ich lernte, mich als den Menschen zu respektieren und vielleicht sogar zu mögen, der ich bin – mit allen Facetten. Und meine Grenzen gemahnen mich daran, mit meinen Kräften sorgfältig und achtsam hauszuhalten.

Schwierige Situationen, Streit, lähmende Ungewissheit – sie alle fordern mich heute noch immer sehr und es kostet mich unvorstellbar viel Mut und Überwindung, mich ihnen zu stellen, anstatt auszuweichen und zu verdrängen – so wie früher. Und jedes Mal, wenn ich an eine solche Situation gerate, melden sich meine alten Ängste lautstark zurück; ganz so, als wollten sie mit aller Macht verhindern, dass ich etwas dazulerne.

Inzwischen habe ich bemerkt, dass jede Situation auch das Potential hat, daraus tatsächlich zu lernen, Erfahrungen zu sammeln, die mir später einmal nützlich sein können. Und es ist eine unglaublich große Befriedigung, eine Erleichterung, eine solch schwierige Situation bewältigt zu haben und mit mir selber wieder im Reinen zu sein und mir sagen zu können: Ich habe es geschafft!

Vielleicht liegt die Lösung für alle Aufgaben und Herausforderungen darin, sie mit Dankbarkeit und Demut anzunehmen – in dem Wissen, das auch sie immer für etwas gut sind. Es bleibt also spannend...

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