Donnerstag, 10. August 2017

Verzeihen können

Ein ganz wichtiges Element - wenn nicht sogar das wichtigste überhaupt, um mit sich selber und seiner Umgebung in wirklichem Frieden leben zu können ist, wirklich tief und aufrichtig verzeihen zu können!

Mir ist es immer relativ leicht gefallen, anderen Menschen ihre Verfehlungen und ihre Schwächen zu vergeben. Aber mir selber? Wo ich mich doch ständig als minderwertiger und schuldbeladener Mensch erlebt habe, dem auch von anderen Menschen nie wirklich vergeben wurde - höchstens "auf Bewährung"! Wie hätte ich mir da selber all das tatsächlich getane und vermeintlich anderen Menschen zugefügte Unrecht wirklich und tief im Innern verzeihen können?

Erst ganz allmählich und zögerlich habe ich in den letzten Monaten mit der so herzlichen und aufrichtigen Unterstützung anderer Menschen damit begonnen, mich und meine vermeintlich falschen Handlungsweisen und Gefühle in einem milderen Licht zu sehen. Das gelang mir, weil ich endlich begriff, dass Gefühle immer ihre Berechtigung haben, also niemals falsch sein können und, dass meine Handlungsweisen aus meinen traumatischen Erfahrungen herrührten. 

Das für sich genommen, ist natürlich keine Entschuldigung für schlechtes Benehmen. Aber es ist eine schlüssige Erklärung, von der aus sich dann der nächste Schritt des Lernen -Wollens gehen lässt. Und diesen Schritt bin ich gerne gegangen - mit großer Bereitwilligkeit und Konsequenz! 

Ich habe lernen dürfen, für meine Fehler die Verantwortung zu übernehmen und aufrichtig um Verzeihung zu bitten! Und dieses Verzeihen ist mir auch immer genauso aufrichtig und vollständig gewährt worden! Das war ungemein befreiend und nahm mir immer - völlig ungewohnt - eine große Last von der Seele.

Was ich aber bis zum heutigen Tag so garnicht auf dem Schirm hatte war, dass ich mir auch selber verzeihen kann und muss! Aber genau das ist der wesentliche und schwierigste Schritt, der Vergebung und wirkliche innere Freiheit, erst vollständig macht und tatsächliches Loslassen eines Menschen, oder einer belastenden Situation, erst ermöglicht. 

Ich habe das heute erstmalig erfahren dürfen. Und dafür bin ich sehr dankbar!

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